Kantonsrat Martin Sailer will dem Rest
des Kantons zeigen, dass die Toggenburger innovativ sind und ein gutes Herz haben

An der Generalversammlung von Protoggenburg.ch plädierte Martin Sailer, «Mister Zeltainer» und St.Galler Kantonsrat, für ein engagiertes Miteinander.

Adi Lippuner
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Martin Sailer (links) im Gespräch mit Zweitwohnungsbesitzern.

Martin Sailer (links) im Gespräch mit Zweitwohnungsbesitzern.

Bild: Adi Lippuner

Am Nationalfeiertag hätte «Mister Zeltainer» und Kantonsrat Martin Sailer im Wildhauser Eggewäldli seine 1.-August-Ansprache halten sollen. «Diese Rede habe ich nicht geschrieben und werde sie auch nicht halten, liess er die Mitglieder von Protoggenburg.ch, dem Verein der Zweitwohnungsbesitzer, am Samstagvormittag in Unterwasser wissen. Sozusagen als kleine Entschädigung für entgangene offizielle Feiern war seine Ansprache von 2018, gehalten in Krummenau, nochmals zu hören. Damals entwickelte Sailer die Vision, wie das Tal im Jahr 2028 aussehen könnte.

«Wir sollten dem Rest des Kantons und uns selbst zeigen, dass wir innovativ sind, ein gutes Herz haben, unserer wunderbare Landschaft, dem Brauchtum und der Kultur des Toggenburgs Sorge tragen.»

Vieles, was er sich damals vorstellte, bleibt weiterhin Wunschdenken. Aber es gibt auch realisierte Projekte und sein Wunsch, den «Herrn Neid» durch die «Frau Gemeinsam» zu ersetzen, wurde wiederholt. «Neid macht einsam und ich möchte in guter Gesellschaft altern und nicht allein», sagt Sailer. «Wir sollten dem Rest des Kantons und uns selbst zeigen, dass wir innovativ sind, ein gutes Herz haben, unserer wunderbare Landschaft, dem Brauchtum und der Kultur des Toggenburgs Sorge tragen.» Es passiere bereits viel Gutes im Tal, aber gemeinsam könnte noch viel mehr erreicht werden.

«Geht es um die beiden Bergbahngesellschaften, stirbt die Hoffnung zuletzt. Irgendwann wird es eine Lösung geben.»

Während der Pumptrack gegenüber der Curlinghalle rege genutzt wird, Kinder von Feriengästen und Einheimischen gemeinsam trainieren und die Puppenbühne sich über viel Publikum freut, wurde die Vision rund um das vereinigte Obertoggenburger Ski- und Wandergebiet bisher nicht Wirklichkeit. In einem Punkt sind sich Sailer und Richard Brander, der Präsident von Protoggenburg.ch einig: «Geht es um die beiden Bergbahngesellschaften, stirbt die Hoffnung zuletzt. Irgendwann wird es eine Lösung geben.»

Vision hat sich teilweise verwirklicht

Verwirklicht wurde der Baumwipfelpfad Neckertal und dieses «Leuchtturmprojekt» hat das Tal weit über die Grenzen der Region hinaus bekanntgemacht. Auch bezüglich des Ressorthotels im Mogelsberg gebe es Hoffnung auf eine gute Lösung. Die Vision, geäussert von zwei Jahren, dass das Neckertal, dank vieler innovativer Macher zu neuer Blüte erwache, hat sich teilweise verwirklicht. Noch nicht vom Tisch sind die Debatten rund ums Wattwiler Spital, wie Sailer bedauernd feststellte. Auch das grosse Festival im Krummenauer Kraftwerk mit Grössen der Musikszene wird wohl Wunschdenken bleiben genau wie die Expansion des Reka-Feriendorfs auf das Areal des Hotels Acker in Wildhaus.

«Wir können viel, wenn wir zusammenstehen»

Sailer kam vor 28 Jahren als junger Lehrer nach Lütisburg, zog später das Tal hinauf und nach einer vierjährigen Station in Ebnat-Kappel landete er im Obertoggenburg. Sailer ist überzeugt, dass dieser Flecken Erde das Schönste ist, was die Schweiz zu bieten hat. Er hat eine ganz klare Devise: «Wir können viel, wenn wir zusammenstehen.»

Steigende Mitgliederzahlen, eine positive Rechnung und gut besuchte Anlässe

In der Regel treffen sich die Mitglieder von Protoggenburg.ch am Nationalfeiertag zu einer Zusammenkunft. Dieses Jahr wurde die Generalversammlung, nachdem lange nicht feststand, ob diese überhaupt durchgeführt werden kann, auf dieses Datum angesetzt. Präsident Richard Brander konnte rund zehn Prozent der Mitglieder zur Erledigung der statutarischen Geschäfte und dem anschliessenden, gemütlichen Beisammensein im Hotel Säntis in Unterwasser begrüssen. Die Rechnung mit Erträgen von rund 12'000 Franken und Aufwendungen von gut 6'300 Franken, schliesst mit einem Gewinn von knapp 5'800 Franken ab. Bei der Gründung im Jahr 2015 zählte der Verein 13 Mitglieder, heute sind es über 300, freut sich Richard Brander. Allerdings fehlen, um das selbst gesetzte Ziel zu erreichen, noch weitere 200 Mitglieder. Für die zurücktretenden Vorstandsmitglieder Katharina Hasler und Brigitte Jost wurde Hansruedi Hintermeister gewählt, ein Sitz bleibt vorläufig vakant. (adi)