Kantonsrat
Luteren-Brücke: Rückweisung der Vorlage für neue Brücke abgelehnt

Die Rückweisung wurde mit 70:40 Stimmen bei fünf Enthaltungen abgelehnt.

Martin Knoepfel
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Die Luteren-Brücke bei Nesslau.

Die Luteren-Brücke bei Nesslau.

Bild: Sabine Camedda

In der Februar-Session hatte sich der Kantonsrat mit grosser Mehrheit für einen Neubau der Luteren-Brücke der Schwägalp-Strasse mit Kosten 6,6 Millionen Franken ausgesprochen. Die Luteren-Brücke liegt zwischen Ennetbühl und der Gillsäge in der Gemeinde Nesslau (früher Krummenau).

Paukenschlag Anfang April. Ein Gutachten bejahte die Schutzwürdigkeit der heutigen Luteren-Brücke. Das Gutachten empfiehlt, die 120 Jahre alte Brücke zu erhalten und für Wanderer sowie Velofahrer zu nutzen. Der Bau einer neuen Brücke wird nicht infrage gestellt.

Warnung vor Verzögerungen durch Einsprachen

Meinrad Gschwend (Grüne, Altstätten) begründet den Rückweisungsantrag seiner Fraktion. Man hätte die Abklärungen früher machen können, sagte er, aber jetzt gebe es eine neue Situation. Nur über den Rückweisungsantrag könne man diese Diskussion in der vorberatenden Kommission führen.

Auch Ruedi Blumer (SP, Gossau) ist für die Rückweisung. Wenn die Ratsmehrheit die Vorlage in zweiter Lesung durchwinke, würden Einsprachen folgen und zu Verzögerungen führen. Andrin Monstein (Grünliberale, St. Gallen) sagte, dass die Grünliberalen für Rückweisung seien und forderten eine Prüfung der Sanierungsvariante.

Bürgerliche gegen Rückweisung

Thomas Toldo (FDP, Sevelen) zeigte sich über das Vorgehen des Baudepartements und der Parlamentsdienste erstaunt. Die FDP lehne die Rückweisung ab. Sie sei nicht überzeugt vom Gutachten der Denkmalpflege. Eine Sanierung der alten Brücke sei erheblich teurer und komplizierter als der Bau einer neuen. Auch Ivan Louis (SVP, Nesslau) ist gegen den Rückweisungsantrag. Das Gutachten der Denkmalpflege bringe inhaltlich nichts Neues. Die Schutzwürdigkeit sei zu spät überprüft worden. Dass Einsprachen in Aussicht gestellt worden seien, findet Ivan Louis fast erpresserisch.

Looser: Brücke war nie ein Thema

Gemeindepräsident Kilian Looser (FDP, Nesslau) erinnerte daran, dass die kantonale Denkmalpflege bei der Revision der Schutzverordnung mitgewirkt habe und dass die Luteren-Brücke da nie ein Thema gewesen sei. Das neue Inventar solle im Mai öffentlich aufgelegt werden. Andreas Broger (CVP, Altstätten) findet, dass die Schutzwürdigkeit der heutigen Brücke nicht zu spät überprüft worden ist. Die Ausgangslage habe sich gegenüber früher nicht verändert. Die Mehrheit der CVP-EVP-Fraktion sei gegen die Rückweisung.

Klare Mehrheit gegen Rückweisung

Damian Gahlinger (SVP, Niederhelfenschwil) fragte sich, ob die Brücke noch schutzwürdig ist, wenn eine Betonplatte darüber die Brücke gelegt wird. Rolf Huber (FDP, Oberriet) wundert sich, dass man hier über etwas diskutiert, da sie in die Gemeindeautonomie fällt. Das Parlament solle verlässlich bleiben und die Rückweisung ablehnen.

Regierungsrätin Susanne Hartmann (CVP, Wil) sagte, der Regierungsrat habe aus zeitlichen Gründen den Rückweisungsantrag nicht behandeln können. Das Ergebnis war schliesslich klar: Rückweisung wurde mit 70:40 Stimmen bei fünf Enthaltungen abgelehnt. Nächste Station ist die Schlussabstimmung.

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