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Kanti Wattwil setzt sich für mehr Biodiversität ein: Zunächst eine Schlammschlacht für spätere Grünflächen

Eine Projektgruppe der Kanti Wattwil schuftet bei garstigem Wetter, um mehr Biodiversität zu ermöglichen.
Timon Kobelt
Pflanzen wie Kirschlorbeer und Cotoneaster werden neben dem Eingang der Kanti Wattwil entfernt. (Bild: PD, 10.09.2019)Pflanzen wie Kirschlorbeer und Cotoneaster werden neben dem Eingang der Kanti Wattwil entfernt. (Bild: PD, 10.09.2019)
Pflanzen wie Kirschlorbeer und Cotoneaster werden neben dem Eingang der Kanti Wattwil entfernt. (Bild: PD, 10.09.2019)Pflanzen wie Kirschlorbeer und Cotoneaster werden neben dem Eingang der Kanti Wattwil entfernt. (Bild: PD, 10.09.2019)
Hier sind schon fast alle alten Pflanzen entfernt. (Bild: PD, 10.09.2019)Hier sind schon fast alle alten Pflanzen entfernt. (Bild: PD, 10.09.2019)
Gabriela Lutz ist Biologielehrerin an der Kanti Wattwil und die Projektleiterin. (Bild: Timon Kobelt, 25.09.2019)Gabriela Lutz ist Biologielehrerin an der Kanti Wattwil und die Projektleiterin. (Bild: Timon Kobelt, 25.09.2019)
Die Projektgruppe leistet Vorarbeiten für ein Feuchtbiotp, das Amphibien Lebensraum bieten soll. (Bild: Timon Kobelt, 25.09.2019)Die Projektgruppe leistet Vorarbeiten für ein Feuchtbiotp, das Amphibien Lebensraum bieten soll. (Bild: Timon Kobelt, 25.09.2019)
(Bild: Timon Kobelt, 25.09.2019)(Bild: Timon Kobelt, 25.09.2019)
Voller Einsatz und Muskelkraft sind gefragt. (Bild: Timon Kobelt, 25.09.2019)Voller Einsatz und Muskelkraft sind gefragt. (Bild: Timon Kobelt, 25.09.2019)
(Bild: Timon Kobelt, 25.09.2019)(Bild: Timon Kobelt, 25.09.2019)
Eine Projektgruppe der Kanti Wattwil schafft neben dem Schulhauseingang Grünflächen für mehr Biodiversität. Selbst bei widrigen Bedingungen baut sie Steinmauern für Eidechsen, pickelt den Boden um und wühlt im Schlamm, um einen seichten Teich zu gestalten. Biolehrerin und Projektleiterin Gabriela Lutz (im gelben Mantel) ist stolz, mit wie viel Einsatz die Schüler bei der Arbeit sind. (Bild: Timon Kobelt, 25.09.2019)Eine Projektgruppe der Kanti Wattwil schafft neben dem Schulhauseingang Grünflächen für mehr Biodiversität. Selbst bei widrigen Bedingungen baut sie Steinmauern für Eidechsen, pickelt den Boden um und wühlt im Schlamm, um einen seichten Teich zu gestalten. Biolehrerin und Projektleiterin Gabriela Lutz (im gelben Mantel) ist stolz, mit wie viel Einsatz die Schüler bei der Arbeit sind. (Bild: Timon Kobelt, 25.09.2019)
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Die Kanti Wattwil setzt sich für «Mission B» ein

Wer gegenwärtig am Haupteingang der Kanti Wattwil vorbeiläuft, dürfte nicht schlecht staunen. In der sanften Schräge neben der Treppe des Haupteingangs, wo vor kurzem noch Pflanzen wie Kirschlorbeer und Cotoneaster zu sehen waren, sieht es gegenwärtig eher aus wie am Open Air St.Gallen zu Regenzeiten. Schlamm und Dreck statt Pflanzen dominieren die Szenerie.

Doch schon im nächsten Frühling wird die Brache vergessen sein. Dann wird nämliche eine Blumenwiese angesät werden. Des Weiteren entstehen auf dieser Fläche Trockenmauern, Ast- und Steinhaufen und ein Feuchtbiotop. Wildsträucher mit Beeren und Stauden bereichern den Lebensraum. Hinter der Aktion steckt eine kleine Projektgruppe der Kanti Wattwil, bestehend aus den beiden Biologen Michael Otto und Gaby Lutz und dem Biologieassistenten Peter Mäder, fünf Schülerinnen und Schülern, sowie weiteren Lehrpersonen, die das Team tageweise verstärken. Diese Gruppe beteiligt sich im Rahmen der jährlichen Projektwoche vor den Herbstferien an der «Mission B» (siehe Kasten), deren Ziel es ist, mehr Biodiversität zu schaffen. Unter Biodiversität versteht man die Vielfalt des Lebens. Sie hat sich in Milliarden von Jahren entwickelt und umfasst alle Pflanzen- und Tierarten sowie Ökosysteme, ist auf der Webseite von «Mission B» zu lesen.

Schülerinnen und Schüler geben vollen Einsatz

Die Kanti Wattwil möchte ihren Teil dazu beitragen, die biodiversen Flächen zu erhöhen. «Mit einer kleinen Aktion kann schon viel bewirkt werden», sagt Gaby Lutz, Biologielehrerin an der Kanti Wattwil und Mitleiterin der kleinen Projektgruppe. Durch ein vielfältiges Angebot an Pflanzen wolle man vielen Insekten Lebensraum und Nahrung bieten. Die Wildsträucher mit Beeren seien vor allem für Vögel willkommene Nistmöglichkeiten. Die Trockenmauern würden das Ganze ästhetisch abrunden und seien ideal für Eidechsen und Blindschleichen.

Muskelkraft ist beim Schleppen der Steinplatten gefragt. (Bild: Timon Kobelt)

Muskelkraft ist beim Schleppen der Steinplatten gefragt. (Bild: Timon Kobelt)

Die fünf Schülerinnen und Schüler arbeiten mit viel Verve. Sie schleppen Steinplatten, schaufeln und pickeln. Und das bei äusserst garstigen Wetterbedingungen. «Es ist mal etwas Anderes, eine schöne Abwechslung zum Schulalltag», sagt Schüler Thomas Frei. Er finde es wichtig, dass etwas gegen die schwindende Biodiversität unternommen werde. Seine Kollegin Claudia Rüegg ergänzt:

«Der Teamgeist macht es aus. Es ist schön, dass wir hier ein konkretes Resultat für unsere Arbeit sehen.»

Ausserdem sei es eine wertvolle Erfahrung zu wissen, was es bedeute, den ganzen Tag im Freien zu arbeiten.

Projekt-Gruppe trotzt dem schlechten Wetter

Gabriela Lutz ist stolz auf ihre Schüler: «Sie sind wirklich super. Unglaublich, wie hart sie arbeiten.» Dabei sei es zunächst unklar gewesen, ob das Projekt überhaupt habe ausgeschrieben werden können. «Es haben sich am Anfang zu wenig Schülerinnen und Schüler gemeldet. Doch unser Biologieassistent Peter Mäder hat in den Klassen Werbung gemacht und so hat es doch geklappt», erklärt die Biologielehrerin. Peter Mäder fungiert als technischer Leiter des Projekts, da er bereits bei vielen Naturschutzprojekten mitgewirkt hat.

Eine Projektgruppe der Kanti Wattwil schafft neben dem Schulhauseingang Grünflächen für mehr Biodiversität. Selbst bei widrigen Bedingungen baut sie Steinmauern für Eidechsen, pickelt den Boden um und wühlt im Schlamm, um einen seichten Teich zu gestalten. Biolehrerin und Projektleiterin Gabriela Lutz (im gelben Mantel) ist stolz, mit wie viel Einsatz die Schüler bei der Arbeit sind.Bild: Timon Kobelt

Eine Projektgruppe der Kanti Wattwil schafft neben dem Schulhauseingang Grünflächen für mehr Biodiversität. Selbst bei widrigen Bedingungen baut sie Steinmauern für Eidechsen, pickelt den Boden um und wühlt im Schlamm, um einen seichten Teich zu gestalten. Biolehrerin und Projektleiterin Gabriela Lutz (im gelben Mantel) ist stolz, mit wie viel Einsatz die Schüler bei der Arbeit sind.Bild: Timon Kobelt

Trotz des schlechten Wetters hätten sie untereinander «ä Gaudi», sagt Gabriela Lutz. «Teilweise steckten wir fast knietief im Morast. Ich persönlich bin mit einer schweren Platte in der Hand beinahe im Schlamm versunken», sagt die klein gewachsene Lehrerin fröhlich. Es sei aber noch nicht so weit gekommen, dass sie jemanden mit einem Seil hätten herausziehen müssen.

«Mission B» für mehr Biodiversität

Das Projekt «Mission B» wurde vom Schweizer Radio und Fernsehen SRF lanciert. «Mission B» ist eine Aktion, mit der dem Rückgang der Artenvielfalt entgegengewirkt werden soll. Da in der Schweiz jede Sekunde 0,7 Quadratmeter Grünfläche verloren gehen, finden Pflanzen immer weniger Platz, um zu wachsen. Daher sterben etwa Insekten und somit auch Vögel, weil sie keine Nahrung mehr finden. Durch den Verlust der Grünflächen − auch 80 Prozent aller Feuchtgebiete sind bereits verschwunden − ist ein Drittel aller in der Schweiz lebenden Arten bedroht.

Das Ziel von «Mission B» ist es, die Zusammenhänge der Biodiversität aufzuzeigen, das Bewusstsein zu stärken und Ideen zu geben, was jeder zum Erhalt einer vielfältigen Natur beitragen kann. So sollen während eineinhalb Jahren möglichst viele biodiverse Flächen entstehen, in der Schmetterlinge, Wildbienen, Vögel oder Eidechsen ein Zuhause finden. Mit geringem Aufwand kann bereits vieles bewirkt werden.

Bei «Mission B» kann jeder (Familien, Gemeinden, Vereine, Schulen, Firmen oder Wohngemeinschaften und Einzelpersonen) mitmachen, der neue, naturnahe Flächen schafft − sei es im Garten, auf dem Flachdach oder vor dem Fenster. Jede neu geschaffene Fläche kann auf www.missionb.ch gemeldet werden. Gemäss Gabriela Lutz schafft die Kanti Wattwil mit ihrer Arbeit rund 270 Quadratmeter neue Grünfläche innerhalb der Gemeinde Wattwil. Insgesamt wurden in Wattwil seit Lancierung des Projekts 366 Quadratmeter gemeldet. Somit ist die Kanti für rund 74 Prozent der neuen biodiversen Grünflächen in Wattwil verantwortlich. (pd/uh)

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