Kommentar

Kanti-Standort Wattwil: Ein bisschen Schulweg schadet nicht

Wenn sich Kanti-Schüler aus dem Linthgebiet fünfmal die Woche in den Zug setzen müssen, schadet ihnen das nicht. Eine weitere Verzögerung des Neubaus hingegen schon.

Ruben Schönenberger
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Ruben Schönenberger. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Ruben Schönenberger. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Lange haben die Toggenburgerinnen und Toggenburger gezittert, nun scheint der Campus Wattwil tatsächlich auf Kurs. Vor der ersten Beratung des Geschäfts kommende Woche im Kantonsrat stellen sich die Fraktionen hinter den Neubau der Kantonsschule in Wattwil.

In trockenen Tüchern ist freilich noch nichts. Im Linthgebiet werden die Voten für einen Standort Rapperswil-Jona erst verstummen, wenn die Kanti in Wattwil steht. Und vermutlich noch nicht einmal dann.

Wille wird offensichtlich ignoriert

So sagte zum Beispiel der FDP-Kantonsrat und Stadtpräsident von Rapperswil-Jona, Martin Stöckling, diese Woche zur «Linth-Zeitung», die Entscheidung könne nicht basierend auf Schülerzahlen aus dem Jahr 2011 getroffen werden. Seither habe sich die Verteilung der Kanti-Schülerinnen und -Schüler noch einmal in Richtung Linthgebiet verschoben.

So geht es nun seit Monaten, wenn nicht Jahren. Ennet dem Ricken ignoriert man den offensichtlichen Willen der kantonalen Politik konsequent. Und das alles nur, weil der Schulweg so beschwerlich sein soll. Ein Schulweg, der zum Beispiel von Rapperswil aus gerade mal eine halbe Stunde dauert.

Geschadet hat das noch niemandem. Es wird auch den künftigen Schülerinnen und Schülern nicht schaden, wenn sie sich fünf Tage die Woche in einen Zug setzen müssen. Schaden würde es aber, wenn der Neubau weiter auf sich warten lassen müsste.