Viehschau Brunnadern: Jung und Alt auf einem Platz

Bei kühlem Herbstwetter haben sich am Samstagmorgen fünfzehn Betriebe mit ihren Kühen zum Schauplatz der Viehschau aufgemacht. So viele Betriebe wie noch nie. Zehn Betriebe sind sennisch, drei mit blumengeschmückten Treichelkühen aufgefahren.

Anna Gasser
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«Miss Brunnadern» 2018 mit Besitzerfamilie Näf: Tamara, Christian, Simon, Christian (hinten, von links), Manuela und Thomas (vorne). (Bild: Anna Gasser)

«Miss Brunnadern» 2018 mit Besitzerfamilie Näf: Tamara, Christian, Simon, Christian (hinten, von links), Manuela und Thomas (vorne). (Bild: Anna Gasser)

Über die rund 510 aufgefahrenen Tiere und die vielen jugendlichen Helfer, die den Nachwuchs der traditionellen Viehschau sichern, zeigte sich Köbi Brunner, Präsident des Viehzuchtvereins, erfreut. Ein Betrieb sei heuer zum ersten Mal dabei, das freue ihn besonders. Die Organisatoren der besonderen Viehschau warteten mit zehn Preisen auf.

Ueli Tischhauser, Gerry Scherrer, Martin Hochreutener und Stefan Wild rangierten die Tiere professionell mit Hilfe der Umbinder, sodass sich um 12 Uhr alle Beteiligten ein währschaftes Mittagessen in der mit Herzblut geführten Festwirtschaft gönnten.

Das Nachmittagsprogramm startete mit der Wahl des Drittmelk-Champions und Scherrer vergab diesen Preis an Walter Huser für seine Kuh Fantastic Zolivia. Ein beeindruckendes Temperament zeigte die 13-jährige Kuh Zando Zeta von Walter Huser, die für ihre Lebensleistung mit 107'463 Kilogramm Milch in elf Laktationen geehrt wurde.

Tiere aus vier Generationen

Während das Publikum die immer noch rüstige Formatkuh bewunderte, holten die Bauern bereits das schönste Rind für den Wettbewerb zum Rinderchampion. Wild wählte aus zwölf Rindern Christian Näfs Genox Boy Stefanie aus, die ihrem Besitzer den Wanderpreis sicherte. Ein Highlight waren die Tiere aus vier Generationen der bereits geehrten Kuh Zeta. Die vier Kühe mit elf, fünf und einer Laktation sowie ein einjähriges Rind bestachen alle durch ihr Format und die gut aufgehängten Euter.

Möglich ist eine solche Generationengemeinschaft nur, weil die Stammkuh Zeta kurze Serviceperioden hat und jedes Jahr kalbt. Der schönste Erstmelkchampion-Preis ging an Christian Näf für seine Genox-Boy Gina. Zumal Näf bereits einen Wanderpreis gewonnen hatte, ging dieser an die drittrangierte Astro Akira, zur Freude ihres Besitzers Fredi Güntensperger.

14 Kühe nahmen am Wettbewerb teil

Der Original Braunvieh-Champion heisst 2018 Mondo Maja von Adrian und Alfred Alder. Sage und schreibe 14 Kühe nahmen am Wettbewerb um das schönste Euter der älteren Tiere teil. Für Scherrer, der die «Top-Qualität der älteren Kühe» lobte, war es nicht leicht, das schönste Euter auszuwählen, zumal sogar Walter Husers 100'000er-Kuh unter den fünf Finalistinnen war. Erste wurde Nelgor Ella von Christian Näf.

Fitness-Kuh Huray Michaela von Köbi Brunner bestach durch ihre «inneren Werte», für welche sie vom kantonalen Braunviehzuchtverband ausgezeichnet wurde, sowie durch eine hohe Leistung von 32'000 Kilogramm Milch in drei Laktationen. Sechs Erst- und Zweitmelk-Kühe kämpften um den Wanderpreis des schönsten Euters der jüngeren Tiere. Egal Linda von Christian Näf gewann den Titel.

Bit Pinnia wird «Miss Brunnadern»

Die Miss-Wahl ist in Brunnadern demokratisch organisiert. Nicht nur dürfen sich alle Abteilungssiegerinnen noch einmal im Ring zeigen, sondern auch jene Tiere, die weiter hinten rangiert wurden. Dabei werden aus den Erst- und Zweitmelk-Kühen drei Finalistinnen bestimmt, dann folgen drei Auserwählte aus den älteren Tieren und den zusätzlich ausgewählten Kühen. Unter rhythmischem Applaus gewann Bit Pinnia von Christian Näf den begehrten Titel «Miss Brunnadern». Die Besucher nahmen noch einmal in der Festwirtschaft Platz, bevor sie der Heimkehr der Kühe am Strassenrand die Ehre erwiesen.