Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Jugendorchester Il Mosaico mit dem Ensembele Iberi – Wehmütigen Klängen nachgehorcht

Das Jugendorchester Il mosaico musizierte zusammen mit Gästen aus Georgien.
Peter Küpfer
Beim Schlussapplaus: Herman Ostendarp, Tänzer Davidson Hegglin Farias umrahmt von den Sängern von Iberi (auf dem Podest), vorne Solistin Chiara Enderle, David Jud und Wilfrid Stillhard (von links). (Bild: Peter Küpfer)

Beim Schlussapplaus: Herman Ostendarp, Tänzer Davidson Hegglin Farias umrahmt von den Sängern von Iberi (auf dem Podest), vorne Solistin Chiara Enderle, David Jud und Wilfrid Stillhard (von links). (Bild: Peter Küpfer)

Das Konzert von Il mosaico von vergangenem Freitag stand im Rahmen des Projekts «Orientale Lumen» (Licht des Orients). Es realisiert in einer Konzertreihe Begegnungen des Jugendorchesters von Kanti und Musikschule Toggenburg mit der faszinierenden Musik des Ostens. Beim Konzert an Allerheiligen waren die sechs Vokalisten des georgischen Ensembles Iberi seine Gäste. Es stand unter der Leitung von Hermann Ostendarp, die Einstudierung der Bläser erfolgte unter Wilfrid Stillhard und David Jud.

Musikalisch stille werden

Gleich zu Beginn erklang von der rechten Empore herunter der dreistimmige liturgische Gesang des georgischen Ensembles unter der Leitung von Bidzina Murgulia. Die Sänger intonierten ihre geistlichen Gesänge in der Tradition der georgischen Polyphonie. Obwohl ihre kräftigen Stimmen den Raum voll und kehlig ausfüllten, führten sie mit vier weiteren choralartigen Hymnen die gebannt Zuhörenden in die eigene Stille. Die Eröffnung mit Iberi war eine gelungene Einstimmung in das, was das Orchester im Echo auf die georgischen Gäste seinerseits darbot. Dies, im höchst intensiven Zusammenspiel mit Solistin Chiara Enderle Samatanga. Die mehrfach preisgekrönte Cellistin ist als inzwischen national und international auftretende Solistin dem Kanti-Orchester und der Region verbunden geblieben.

Solistin Chiara Enderle Samatanga musizierte wie in Trance, aber trotzdem hellwach. (Bild: Peter Küpfer)

Solistin Chiara Enderle Samatanga musizierte wie in Trance, aber trotzdem hellwach. (Bild: Peter Küpfer)

Grosses Orchester, sensible Solistin

Der von Il mosaico bestrittene Programmteil war ebenfalls der liturgischen georgischen Musik gewidmet, allerdings in einer modernen Ausprägung. Il mosaico intonierte das viersätzige Werk «Vom Winde beweint», eine 1990 entstandenes Toten-Liturgie des georgischen Komponisten Giya Kancheli. Darin gibt er seinem Schmerz über den Verlust eines nahen Freundes wehmütigen Ausdruck. Das vom Komponisten ursprünglich als «Liturgie für Grosses Orchester und Solo-Viola» betitelte Werk stellte höchste Ansprüche an beide, Orchester und Solistin. Die vom Komponisten verlangte Grösse wurde dreifach eingelöst: durch die beeindruckende Anzahl von sage und schreibe 70 mitwirkenden jungen Musikbegeisterten, durch die souveräne Meisterung und Gestaltung der alles andere als einfachen Partitur und durch das minutiöse Zusammengehen mit Solistin Chiara Enderle Samatanga, die in ihrem leidenschaftlichen Spiel der Aufführung eine zusätzlich mitreissende und berührende Note gab. Einmal mehr erschien sie mit ihrem Instrument wie verwachsen, sie liess es singen, weinen, zeitweise auch stöhnen. Die engagierten jungen Musiker demonstrierten überzeugend, was es heissen kann, wenn Musik nach dem Willen ihres Komponisten die Stille beschwören soll. Faszinierend: die beabsichtigte Stille stellte sich nicht einfach durch leise Musik ein – eher im Wechselspiel eines Pianissimo, leise wie das Raunen des Windes, mit zuckenden Fortissimi, schneidend wie der Schmerz.

Die Sänger von Iberi setzten dem Konzert einen heiteren Schlussakkord. (Bild: Peter Küpfer)

Die Sänger von Iberi setzten dem Konzert einen heiteren Schlussakkord. (Bild: Peter Küpfer)

Ausgelassener Schluss

Für weitere Akzente sorgte die Performance des brasilianischen Tänzers Davidson Hegglin Farias, der auf einem Podium allerkleinsten Ausmasses Kachelis Liturgie mit einer expressiven, immer wieder sich selbst zurücknehmenden Körpersprache begleitete. Einen nach so viel Wehmut begierig aufgenommenen vitaleren, auch fröhlicheren Aspekt georgischer Musik präsentierten die sechs Sänger von Iberi zum Abschluss mit zwei ausgelassenen Tänzen, die sie diesmal ganz nahe am Publikum intonierten und tanzten – zu dessen grosser Freude. Es bedachte die ganze Aufführung mit anhaltendem und intensivem Applaus, der deutlich auch der eindrücklichen Leistung des jugendlichen Orchesters galt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.