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Vor 50 Jahren begann die Leidenschaft fürs Ballonfahren

Vor 50 Jahren stieg Alfred Nater zum ersten Mal in einen Ballonkorb ein. Ein Jahr später war er im Besitz seines Pilotenbrevets und feierte am Samstagabend anlässlich seiner ersten Ballonfahrt mit einem Start von drei Heissluftballonen.
Emilie Jörgensen
Alfred Nater ist Ballonfahrer aus Leidenschaft. (Bild: Emilie Jörgensen)

Alfred Nater ist Ballonfahrer aus Leidenschaft. (Bild: Emilie Jörgensen)

«In der Regel ist die Landung recht gleitend und geschmeidig», sagt Alfred Nater. Er muss es wissen, denn der 83-Jährige fuhr schon mehr als eintausend Mal mit einem Ballon über die Bergspitzen der Schweiz. Noch heute ist er im Besitz des Pilotenbrevets. Anlässlich des 50. Jahrestages seiner ersten Ballonfahrt startete er mit Kollegen einmal mehr drei Heissluftballone. Treffpunkt war neben dem Sportplatz Ifang in Bazenheid. Um 17 Uhr kamen die Autos allesamt mit Anhängern und bereiteten sich für den Aufstieg vor. Dafür wird der Ballon in die Länge gezogen und mit einem Ventilator mit Luft gefüllt.

Die Heissluftballone sind bereit für die Jubiläumsfahrt. (Bild: Emilie Jörgensen)

Die Heissluftballone sind bereit für die Jubiläumsfahrt. (Bild: Emilie Jörgensen)

Davor wird der Passagierkorb mit Brenner und Instrumenten ausgerüstet, um den mit Luft gefüllten Ballon zu erwärmen. Tragkraft bekommt der Ballon erst, wenn die Luft heiss ist. Bis dann sollten sich alle Passagiere möglichst im Korb befinden, und ja nicht daneben.

Nach einem schnellen Aufstieg geht es in Richtung irgendwo, denn das Ziel hängt trotz heutiger moderner Technik ganz allein vom Wind ab.

Vom Gasballon zum Heissluftballon

Alfred Nater hat sich nach 50 Jahren mittlerweile an die spontanen Ziele gewöhnt. Zu jedem Ballon gehört auch ein Nachfahrer, der die Mannschaft manchmal irgendwo im nirgendwo wieder aufsammeln muss. «Bis jetzt bin ich immer wieder nach Hause gekommen, nur manchmal erst einen Tag später», sagt er und lacht.

Vor 50 Jahren fuhr Alfred Nater mit Gasballonen wie diesen. Doch dann ging der Trend hin zu Heissluftballonen. (Bild: PD)

Vor 50 Jahren fuhr Alfred Nater mit Gasballonen wie diesen. Doch dann ging der Trend hin zu Heissluftballonen. (Bild: PD)

An den genauen Ablauf seiner ersten Ballonfahrt kann er sich noch heute genau erinnern. Anlässlich eines grossen Veteranenfestes wurden am 29. Juni 1968 in Bazenheid zwei Gasballone gestartet. Der Ballon «Ajoie» wurde von Pilot Emil Imhof durch den Himmel geleitet. In seinem Korb dabei waren Hans Ammann, Willi Furrer, Alois Schönenberger, Gebhard Fink und Alois Strässle. Der Ballon «Spelterini» wurde von Pilot Fred Dolder, der immer höflich mit «Herr Dolder» angesprochen wurde und heute als einer der Schweizer Ballonpionier gefeiert wird, durch die Winde geführt. In seinem Korb wurde er von Leo Stehrenberger, Silvan Osterwalder und Jolanda und Alfred Nater begleitet.

Das Fest wurde damals von Rolf Kalberer, Verleger des «Alttoggenburger» organisiert. Es umfasste vor allem Veteranenautos und Musikvereine in historischen Uniformen. «Seither gab es in Bazenheid kein solches Fest mehr», erzählt Alfred Nater.

Eine rasante Landung weckte eine Leidenschaft auf

Zwei Wochen später wurden er und Silvan Osterwalder von Rolf Kalberer angerufen, um eine neue Ballonfahrt zu unternehmen. Zweimal musste er nicht fragen und schon stieg der Gasballon in Zurzach auf. Über das Mittelland kamen sie nach Frankreich. «Danach war ich vom Ballonfahren total angetan», erzählt Alfred Nater. Rund ein Jahr später war er nach einer Schulung im Besitz eines Pilotenbrevets, um selber mit dem Gasballon in den Himmel zu steigen. Zu dieser Zeit war das Ballonfahren gerade zu einem Trend geworden.

Oben in der Luft konnten die Ballonfahrer die Aussicht geniessen. (Bild: Emilie Jörgensen)

Oben in der Luft konnten die Ballonfahrer die Aussicht geniessen. (Bild: Emilie Jörgensen)

Mit über 800 Gasballonfahrten gehört er heute zu den Spitzenreitern dieser Kategorie. Jedoch kippte mit der Zeit der Trend zu Heissluftballonen um. Obwohl der Heissluftballon für die gleiche Tragkraft eines Gasballons dreimal so gross ist, kann damit einfacher gelandet werden. Durch das Erwärmen der im Ballon vorhandenen Luft können für eine Landung mehrere Anläufe gemacht werden. Beim Gasballon sei dies um einiges komplizierter, da hier mit Sand ausgeglichen werden muss. Ausserdem ist das Starten mit dem Gasballon um einiges aufwendiger.

Eine Fahrt über die Alpen wärmt das Herz auf

Spass macht es mit beiden, vor allem wenn man bei der Fahrt ein Panoramablick über die Schweizer Alpen hat. Diese Aussicht konnte Alfred Nater schon über 80 Mal geniessen. Damit wird er sicher auch die spannendsten Erinnerungen verbinden. In den Alpen landen kann man vor lauter Berggipfeln eigentlich nicht.

Dies gilt jedoch nicht für den erfahrenen Alfred Nater. «Einmal mussten wir nach einer Landung sogar von einem Helikopter geholt werden. Dabei verletzt wurde jedoch niemand und ein bisschen Action gehört ja auch immer dazu», sagt er und lacht. Mit etwas mehr Glück und ohne ganz so viel Action konnte er auch schon mehrmals in Italien landen.

Zu Beginn seines langjährigen Hobbys war der Ballonpilot froh, wenn im gelandeten Dorf im Nachbarland ein Telefon vorhanden war, obwohl die Kommunikation mit dem Nachfahrer über Funk schon immer vorhanden war. Stundenlang wollte jedoch niemand auf die Rückfahrt warten. «Teilweise sind wir am nächsten Tag gleich wieder mit dem Ballon nach Hause geflogen», erzählt er.

Umständlicher war es, wenn die Mannschaft den Zug nehmen musste, und der Ballon mit dem Lastwagen in die Schweiz gefahren wurde. Oftmals ohne die teuren Instrumente. Und auch wenn der Ballonpilot nicht mehr jedes Wochenende in der Luft anzutreffen ist, sein Hobby wird er auch in den nächsten Jahren noch fortsetzen, solang es nach einer heissen Fahrt ein kaltes Bier gibt.

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