Jubiläum
«Solange ich die Luft dazu habe, bleibe ich dabei»: Wattwiler Hans Hartmann vom Blasmusikverband St.Gallen ausgezeichnet

An der Delegiertenversammlung ist Hans Hartmann für 65 Jahre als aktives Mitglied mit einer Auszeichnung geehrt worden. Ein Blick in ein äusserst musikalisches Leben.

Felicitas Markoff
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65 Jahre ist Hans Hartmann dem Blasmusikverband St.Gallen treu geblieben und hat dafür eine Auszeichnung erhalten, die er stolz präsentiert.

65 Jahre ist Hans Hartmann dem Blasmusikverband St.Gallen treu geblieben und hat dafür eine Auszeichnung erhalten, die er stolz präsentiert.

Bild: PD

«Seit ich 20 bin, mache ich Musik», sagt Hans Hartmann. Angefangen hat alles in Alt St.Johann. Sein Götti, der ebenfalls Musikant war, habe ihm früher das Musizieren beigebracht. Inzwischen ist Hans Hartmann 85 Jahre alt und spielt im Moment Saxofon. Er habe aber auch jahrelang Klarinette gespielt. Der Klang des Instruments und den Menschen damit eine Freude zu machen, begeistern den Wattwiler noch heute. Nun blickt Hans Hartmann auf eine lange Musikkarriere zurück.

Hartmann bekommt eine Auszeichnung

An der 97. Kantonalen Delegiertenversammlung des St.Galler Blasmusikverbandes ist Hans Hartmann als langjähriges Mitglied der Musikgesellschaft Wattwil für 65 Jahre aktives Musizieren ausgezeichnet worden. Hartmann ist seit 1963 ein aktives Mitglied des Verbandes. Mit Begeisterung empfingen seine Wattwiler Musikkameraden den frischgebackenen kantonalen Ehrenveteranen im Restaurant Falken. Für diese Auszeichnung hat Hartmann eine eingerahmte Urkunde erhalten. Der Wattwiler sagt, er sei vom Verein beschenkt und geehrt worden, was er sehr zu schätzen wisse. Der 85-Jährige muss lachen, als er gefragt wird, wie es ihm mit dieser Auszeichnung geht, und er sagt:

«Diese Auszeichnung ist eine Ehre, aber auch eine Alterserscheinung.»

Auch Angelo Cemin ist ein Mitglied des Blasmusikverbandes St.Gallen. Er sagt über Hartmann: «Für sein Alter ist er gut beieinander, übt viel und ist ehrgeizig.» Hartmann wird von Cemin als akribischer Schaffender bezeichnet, der seriös ist und in seinen 65 Verbandsjahren kaum einen Auftritt verpasst hat. Angelo Cemin sagt:

«Seine Loyalität gegenüber dem Verein hat er immer gezeigt und zeigt er immer noch. Davon kann man sich eine Scheibe abschneiden.»

Am Anfang hat Hartmann Blasmusik gespielt und sich danach für 40 Jahre der Ländlermusik verschrieben. Er hat aber auch 15 Jahre lang klassische Musik beim Ostschweizer Blasorchester in St.Gallen mitgespielt. Weil Hartmann 1963 zum Postboten gewählt wurde, ist er bis heute in Wattwil geblieben. Hans Hartmann sagt:

Hans Hartmann ist ein aktives Mitglied des Blasmusikverbandes St.Gallen.

Hans Hartmann ist ein aktives Mitglied des Blasmusikverbandes St.Gallen.

Bild: PD
«Musik ist für mich das halbe Leben. Ich könnte mir kein Leben ohne Musik vorstellen.»

Und welche aussergewöhnlichen Erfahrungen sind Hartmann in diesen 65 Jahren am besten in Erinnerung geblieben? «Das grösste Erlebnis hatte ich 1991 in Lugano. Damals war das Eidgenössische Blasmusikfest und wir haben für die dritte Kategorie, die Harmonie heisst, den ersten Platz erhalten.»

Hartmann hat Jungbläser ausgebildet

Obwohl man meinen könnte, dass Hartmann zu den treusten Verbandsmitgliedern mit der längsten Mitgliedschaft gehört, irrt man sich. Denn Walter Grob aus Lichtensteig ist fünf Jahre länger beim Blasmusikverband St.Gallen dabei als er, also gut 70 Jahre. Hartmann hat mit seinen 65 Jahren reichlich musikalische Erfahrungen sammeln können. In dieser Zeit hat er auch Jungbläser ausgebildet und sein Wissen an die jüngere Generation weitergegeben. In seiner langjährigen musikalischen Laufbahn hat der Ehrenveteran mit dem Verband praktisch jedes Jahr ein Konzert gegeben. «Dort war ich ausnahmslos dabei», sagt der 85-Jährige.

Wie lange Hartmann beim Blasmusikverband St.Gallen bleibt, ist noch offen. Er sagt: «Solange ich noch die Luft dazu habe, bleibe ich dabei.» Lust habe er auf jeden Fall genug, aber seine Luft lasse langsam nach. Und wenn die Luft nicht mehr da ist, sei der Zeitpunkt gekommen, um aufzuhören.

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