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JUBILÄUM: 100 Jahre Postauto von Nesslau nach Wildhaus: Auch Hollands Königin war einst Passagierin

Der ganzjährige Postauto-Betrieb von Nesslau nach Wildhaus wurde 1918 eröffnet. 1935 fuhr die Königin der Niederlanden auf dieser Linie. Am 5. Mai feiert Postauto das Jubiläum.
Martin Knoepfel
Bei schönem Wetter fuhren oben offene Busse. Saurer-Postautos mit Anhänger am Bahnhof Nesslau um 1925. (Bild: PD)

Bei schönem Wetter fuhren oben offene Busse. Saurer-Postautos mit Anhänger am Bahnhof Nesslau um 1925. (Bild: PD)

Am ersten Mai waren es auf den Tag genau 100 Jahre her, seit Postautos im Obertoggenburg die Pferdekutschen ablösten. Deshalb wird am Samstag in Nesslau und Wildhaus gefeiert. Das kann man einer Medienmitteilung und einem Youtube-Film von Postauto Schweiz entnehmen.

Werdenberger fordern Gleichbehandlung

Von Wildhaus nach Buchs fuhr dagegen damals noch eine Kutsche, offenbar sehr zum Ärger der Gemeindammänner von Buchs, Gams und Grabs. Sie verlangten von der PTT die Gleichbehandlung der Werdenberger mit den Obertoggenburgern. Der Druck wirkte, denn ab Mai 1919 verkehrten die Postautos von Nesslau via Wildhaus bis nach Buchs, vorerst mit Umsteigen in Wildhaus und nur im Sommer. Erst ab 1929 fuhren Postautos das ganze Jahr über zwischen dem Obertoggenburg und dem Rheintal.

Ein Postauto mit Personenanhänger wartet in Nesslau in den Vierzigerjahren des 20. Jahrhunderts auf Passagiere. (Bild: PD)
Ein Postauto mit Anhänger und teilweise offenem Dach fährt 1945 in Richtung Stein. (Bild: PD)
Ein Postauto mit Postanhänger hält 1955 in Wildhaus-Lisighaus. Im Hintergrund erkennt man das Hotel Acker. (Bild: PD)
Ein Postauto mit je einem Personen- und Postanhänger hält 1955 in Unterwasser. (Bild: PD)
Ein Postauto lässt um 1971 Passagiere in Wildhaus ein- und aussteigen. Im Hintergrund der Schafberg. Wenige Tage vor Aufnahme des Fotos muss es stark geschneit haben. (Bild: PD)
Bei schönem Wetter fuhren oben offene Busse. Saurer-Postautos mit Anhänger am Bahnhof Nesslau um 1925. (Bild: PD)
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Impressionen aus 100 Jahren Postauto im Oberen Toggenburg



Die einfache Fahrt Nesslau-Wildhaus kostete 1918 für Erwachsene 3,05 Franken. Heute sind es ohne Halbtaxabo 7,20 Franken. Um die Inflation seit 1918 zu berücksichtigen, muss man die damaligen Preise etwa verfünffachen. Es gab zu Beginn 3 Retourfahrten pro Tag, gegenüber heute 34. 1918 zählte man gemäss der Medienmitteilung etwa 29'000 Passagiere, während es letztes Jahr rund eine Million war. Die Fahrzeit betrug vor 100 Jahren eine Stunde. Die Pferdepost hatte für die Strecke Nesslau–Wildhaus fast zwei und für die Gegenrichtung anderthalb Stunden benötigt. Heute dauert die Reise mit 27 Minuten knapp halb so lang wie 1918. Schon 1912 war die Bahn von Ebnat-Kappel nach Nesslau-Neu St. Johann verlängert worden, was den Tourismus ankurbelte und zu weiteren Bahnprojekten ins Rheintal oder auf den Säntis, anregte. Allerdings wurde keines dieser Projekte realisiert.

Königin und Kronprinzessin fuhren mit dem Postauto

Im Februar 1935 liessen sich Königin Wilhelmina und Kronprinzessin Juliana aus den Niederlanden mit ihrem 15-köpfigen Gefolge während ihrer vierwöchigen Ferien im Toggenburg im Postauto von Buchs nach Unterwasser fahren. Die 50 Koffer wurden in einem eigenen Lastwagen transportiert. Auf Befehl der Generaldirektion begleitete der Kreispostdirektor die Fahrt persönlich. Mit dem Kriegsausbruch 1939 trat ein Kriegsfahrplan in Kraft. Die Postautokurse wurden an Werktagen reduziert. An den Wochenenden fuhr kein Postauto mehr, was dem Tourismus zweifellos schadete. Der Grund für die Einschränkungen war der Mangel an Treibstoff und Pneus.

1944 kamen neue Personenanhänger mit 50 bis 60 Plätzen zum Einsatz. Personenanhänger waren bis zum Ende der 1980er-Jahre im Einsatz. Dann unternahm die Post einen Versuch mit Gelenkbussen, doch sie bewährten sich im Winter nicht. Stattdessen wurden ab 1997 zwei Doppelstockbusse eingesetzt. Seit einigen Jahren fahren wieder Postautos mit Personenanhängern von Brülisau auf die Schwägalp. 1946 boten die PTT eine neue Dienstleistung an. Die Postautos transportierten Vieh in Anhängern. Später wurde das aufgegeben. 1968 feierten die PTT das 50-Jahr-Jubiläum der Verbindung ins Obertoggenburg mit einem Korso mit acht Bussen. Der älteste hatte Jahrgang 1921.

Ende 2019 kommen die neuen Doppelstockbusse

Schon vor 100 Jahren klagten die Postauto-Chauffeure, dass sie keine Zeit zum Billettverkauf hätten. Deshalb wurden in Restaurants Billette verkauft. 1982 kam der Taktfahrplan mit dem Stundentakt, der 2013 zum Halbstundentakt verdichtet wurde. Seit 1997 führen die Postautos Veloträger für den Veloselbstverlad mit. Im Januar war die neue Einstellhalle im Chuchitobel in Wildhaus fertig. Ende 2019 kommen die neuen Doppelstockbusse im Obertoggenburg in Betrieb. Busse dieser Serie fahren schon in der Region St. Gallen.

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