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Jost Bürgi, der Toggenburger Uhrmacher mit Weltgeltung

Zum dritten Mal findet am kommenden Wochenende in Lichtensteig das Symposium zu Ehren des Uhrmachers Jost Bürgi statt. An den Vorträgen wird eine Brücke von der Vergangenheit zur Gegenwart geschlagen.
Das Symposium war vergangenes Jahr gut besucht. (Bild: PD)

Das Symposium war vergangenes Jahr gut besucht. (Bild: PD)

Am kommenden Samstag, 4. Mai, steht das Städtchen Lichtensteig zum dritten Mal im Zeichen des 1552 hier geborenen und später am kaiserlichen Hof hoch angesehenen Uhrmachers, Mathematikers und Astronomen Jost Bürgi. Von 10 bis 13.15 Uhr werfen im Kronensaal Experten in Vorträgen den Blick zurück, aber auch in die Gegenwart und Zukunft.

Interessierte sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei. Im Zentrum des diesjährigen Symposiums steht die Zeitmessung. Günther Oestmann von der Technischen Universität Berlin würdigt zwei Hauptwerke Bürgis im Kunsthistorischen Museum Wien – die Bergkristalluhr von 1622/27 und die ihm zugeschriebene Planetenuhr von 1605.

Von der Vergangenheit in die Zukunft

Die Bergkristalluhr ist ein Meisterstück der Uhrmacherkunst, noch aufregender ist – vom wissenschaftlichen Standpunkt – die Wiener Planetenuhr: Sie ist die erste astronomische Uhr, bei der die damals bekannten Planeten um die Sonne kreisen. Dann spricht Peter Plassmeyer vom Mathematisch-Physikalischen Salon der Staatlichen Kunstsammlung Dresden über ausgewählte Uhren des Salons, unter anderem eine Jost Bürgi zugeschriebene.

Im zweiten Teil werfen ab 11.50 Uhr ein Praktiker und ein Experte einen Blick in Gegenwart und Zukunft der Zeitmessung. Peter Hürzeler, Mitglied des Verwaltungsrats der zur Swatch-Gruppe gehörenden Firma Swiss Timing, erzählt, wie sich Zeit- und Längenmessung im Sport verändert haben, und mit welchem Aufwand dies verbunden ist. Genügten bei den Olympischen Spielen 1948 in London noch sechs Personen mit 600 Kilo Material, um Zeiten und Weiten zu messen und Sieger zu ermitteln, so waren 2016 in Rio de Janeiro 425 Personen mit 430 Tonnen Material erforderlich, wozu auch 90 Anzeigetafeln gehörten. Die technischen Mittel werden dabei immer ausgeklügelter. Der Zieleinlauf eines 100-Meter-Laufs etwa wird mit Zielfilmkameras ermittelt, welche die ersten acht Millimeter der Ziellinie mit 20'000 Bildern pro Sekunde festhalten.

Zuletzt wird Beat Jeckelmann als Forschungsverantwortlicher des Eidgenössischen Instituts für Metrologie erklären, wie die Zeitmessung bis hin zu den Atomuhren immer genauer wird.

Mit Schreibschwäche zum Hofuhrmacher

Das dritte Jost-Bürgi-Symposium ehrt einen Mann, dessen Leben seinem Biografen Fritz Staudacher noch manches Rätsel aufgibt. Auch in seiner bei NZZ Libro erschienenen Würdigung vermag Staudacher nicht zu erklären, wie der Schlosserssohn aus Lichtensteig trotz Schreibschwäche und rudimentärer Schulbildung es geschafft hat, schon mit 27 Jahren in Kassel als fürstlicher Hofuhrmacher unter Vertrag genommen zu werden. Wobei er dort und später am kaiserlichen Hof in Prag nicht nur ausgeklügelte Uhren konstruierte, sondern auch an Mathematiklösungen arbeitete und das erste Sternverzeichnis der Neuzeit erarbeitete.

Jost Bürgi «schafft die genauesten Uhren des 16. Jahrhunderts», erklärt der Wissenschaftshistoriker Jürgen Hamel. «Darüber hinaus gibt er der Astronomie bislang unbekannte Hilfsmittel. Er vereinfacht die aufwendigen Berechnungen der Astronomen und hilft damit bei der mathematischen Durchdringung der Wissenschaften überhaupt.» (pd)

Hinweis

Das gesamte Programm findet sich auf www.jostbuergi.com.

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