Jon Fadri Huder ist im ersten Wahlgang gewählt: Quarantäne in Samedan statt Wahlfeier in Ebnat-Kappel

Die Wahl um das Gemeindepräsidium in Ebnat-Kappel ist entschieden: Der Bündner Jon Fadri Huder (FDP) erreichte im ersten Wahlgang das absolute Mehr und gewann mit 1'235 Stimmen. Der zweite Kandidat, Christian Schmid, verpasste mit 912 Stimmen das absolute Mehr. Die vier Gemeinderatskandidaten wurden alle gewählt.

Sabine Camedda
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Jon Fadri Huder konnte das Stimmvolk von Ebnat-Kappel überzeugen: Er wird ab 2021 Gemeindepräsident.

Jon Fadri Huder konnte das Stimmvolk von Ebnat-Kappel überzeugen: Er wird ab 2021 Gemeindepräsident.

Bild: Sascha Erni

Die Wahl um das Gemeindepräsidium Ebnat-Kappel schien zu interessieren. 63,8 Prozent der Stimmbevölkerung ging an die Urne, dies setzte die Latte des absoluten Mehrs auf 1'079.

Der Bündner Jon Fadri Huder bekam 1'235 Stimmen und wurde somit gewählt. Der Einheimische Christian Schmid verpasste mit 912 Stimmen das absolute Mehr deutlich.

Anzahl Stimmen der Gemeinderatsmitglieder
gewählt
Jon Fadri Huder, Gemeindepräsidium
FDP
1 235
Verfügbare Sitze: 1
Christian Schmid, Gemeindepräsidium
FDP
912
Absolutes Mehr
1 079 Stimmen

«Mit grosser Freude das Amt antreten»

Die Freude über die gewonnene Wahl konnte Jon Fadri Huder am Sonntag nicht mit der Ebnat-Kappler Bevölkerung teilen. Er befindet sich aufgrund der Corona-Bestimmungen in Quarantäne. Er fühle grosse Erleichterung und Freude darüber, dass die Ebnat-Kappler Stimmbürger sich für ihn entschieden hätten.

«Die Bürger haben anerkannt, dass ich in Ebnat-Kappel präsent gewesen bin und es ist wohl geschätzt worden, dass ich offen auf die Bevölkerung zugegangen bin.»

Der amtierende Gemeindepräsident Christian Spoerlé hat an der gut besuchten Wahlfeier beim Schuppen Grussworte von Jon Fadri Huder ausgerichtet. Er bedankte sich darin bei allen, die ihn im Wahlkampf unterstützt und letztlich gewählt haben.

In den kommenden vier Jahren wolle er zusammen mit dem Gemeinderat und der Verwaltung um das Vertrauen jener Ebnat-Kappler werben, die ihn nicht gewählt haben oder die der Urne fern geblieben sind. «Gerne möchte ich alle davon überzeugen, dass Kommunalpolitik eine Plattform aktiver Gestaltungsmöglichkeiten für alle sein kann.»

Der unterlegene Kandidat Christian Schmid nahm am Sonntag nicht an der Wahlfeier teil. Er war für diese Zeitung für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Ein Platz im Gemeinderat bleibt vakant

Die gewählten Gemeinderäte wurden an der Scheibe des Schuppens gemalt: (von links) Schulratspräsident Christian Rufer, Christa Müller-Halter, Martin Giezendanner, Rita Kägi Feller und Susanne Wickli-Läng.

Die gewählten Gemeinderäte wurden an der Scheibe des Schuppens gemalt: (von links) Schulratspräsident Christian Rufer, Christa Müller-Halter, Martin Giezendanner, Rita Kägi Feller und Susanne Wickli-Läng.

Bild: Sabine Camedda

Unbestritten war die Wahl des Schulratspräsidenten. Christian Rufer, der einzige Kandidat und bisherige Amtsträger, bekam 1'867 Stimmen. Rufer besetzt von Amtes wegen einen der Sitze im Gemeinderat.

Das beste Resultat der vier Kandidaten, die zur Wahl in den Gemeinderat angetreten sind, erzielte der Neue, Martin Giezendanner. Mit 1'698 Stimmen übertraf der Parteilose das geforderte Mehr von 991 bei weitem.

Die drei bisherigen Gemeinderätinnen wurden in ihrem Amt bestätigt. Die FDP-Frau Susanne Wickli-Läng bekam 1'622 Stimmen. Rita Kägi Feller von der CVP vereinte 1'572 Stimmen und die SP-Frau Christa Müller-Halter wurde von 1'400 Stimmbürgern unterstützt.

Ein Platz im Gemeinderat bleibt noch vakant, weil sich nicht mehr offizielle Kandidaten zur Wahl gestellt haben. Christian Schmid, der als Gemeindepräsident angetreten ist, erhielt 69 Stimmen für den Gemeinderat.

Anzahl Stimmen der Gemeinderatsmitglieder
*
bisher im Amt.
gewählt
Martin Giezendanner
parteilos
1 698
Susanne Wickli *
FDP
1 622
Rita Kägi Feller *
CVP
1 572
Christa Müller *
SP
1 400
Absolutes Mehr
991 Stimmen

Gesucht: Vertreter der SVP und der Landwirtschaft

Der amtierende Gemeindepräsident Christian Spoerlé zeigte sich erfreut über die hohe Stimmbeteiligung in Ebnat-Kappel. Bei der Wahl um den Gemeinderat und die GPK betrug diese über 60 Prozent, bei der Gemeindepräsidentenwahl sogar über 63 Prozent.

Christian Spoerlé folgert daraus, dass das Gemeinwohl interessiert und die Ebnat-Kappler mitbestimmen wollen, wer die Geschicke der Gemeinde lenkt. Dass sich so viele Bürger neben den fünf eidgenössischen Vorlagen zur Gemeindepolitik äussern, wertet er als Zeichen dafür, dass sie in der Lage sind, auch mehrere Vorlagen zu verschiedenen Themen seriös anzugehen.

Für den zweiten Wahlgang, in welchem ein Sitz im Gemeinderat besetzt werden muss, nimmt Christian Spoerlé seine Partei, die SVP, in die Pflicht. Es liege an ihr, einen guten Kandidaten zu präsentieren, die nicht nur die Interessen der Landwirtschaft vertritt, sondern auch eine Vielfalt in die Zusammensetzung des Gemeinderats bringt.

SVP scheitert in der GPK

Bei der Geschäftsprüfungskommission traten sechs Kandidaten für fünf Sitze an. Die drei Bisherigen, Reto Aerne (FDP), Guido Landert (FDP) und Sonja Lieberherr-Schnyder (CVP) wurden im Amt bestätigt. Neu ins Gremium gewählt wurden die beiden Parteilosen Niklaus Amacker und Rita Bohl-Fust.

Christoph Durscher von der SVP verpasste das absolute Mehr und schied bei der Wahl aus.