Das Johanneum will sich für die Bevölkerung öffnen

Das Siegerprojekt des Zentralgebäudes von Architekt Andy Senn, St. Gallen, entspricht den Erwartungen. Wichtig ist den Verantwortlichen die Öffnung des Johanneum-Areals in Neu St. Johann für die Bevölkerung.

Adi Lippuner
Drucken
Teilen
Hansjörg Huser, Präsident Verein Johanneum, Architekt Andy Senn, St. Gallen, und Beat Ernst, Präsident Baukommission (von links), mit dem Siegerprojekt für das Zentralgebäude. (Bild: Adi Lippuner)

Hansjörg Huser, Präsident Verein Johanneum, Architekt Andy Senn, St. Gallen, und Beat Ernst, Präsident Baukommission (von links), mit dem Siegerprojekt für das Zentralgebäude. (Bild: Adi Lippuner)

19 Architekten haben beim Projektwettbewerb für das neue Zentralgebäude auf dem Johanneum-Areal mitgewirkt. Am späteren Donnerstagnachmittag erfolgte, in Anwesenheit von Vereinspräsident Hansjörg Huser und Baukommissionspräsident Beat Ernst, der Institutsleitung und dem Projektleiter, die Bekanntgabe des Siegerprojekts.

Die Pläne des St. Galler Architekten Andy Senn – er plante auch den Bau der Landwirtschaftlichen Schule in Salez – überzeugte die Jury. Wie Koordinator und Architekt Martin Widmer ausführte, flossen die Gedanken, welche sich die Jury im Vorfeld machte, in das Projekt «Milo» von Andy Senn ein.

«Wir haben uns gewünscht, dass das neue Zentralgebäude sowohl vom neu erstellten Parkplatz als auch von der Klosterkirche her gut zugänglich ist», so Martin Widmer. Viele Überlegungen, welche sich die Verantwortlichen im Vorfeld gemacht haben, seien von Andy Senn umgesetzt worden «und so ist es nur logisch, dass sein Projekt letztendlich, nach zwei Jurytagen mit ausgiebigen Diskussionen, als Sieger hervorging».

Zentralküche wird verlegt

Wie Martin Widmer anlässlich der Präsentation des Siegerprojekts ausführte, war die grösste Herausforderung die Verlegung der Zentralküche. «Diese ist aktuell im historischen, unter Denkmalschutz stehenden Klostergebäude untergebracht.» Ein Umbau sei kaum möglich und deshalb brauche es eine neue Lösung. «Andy Senn hat sowohl für die Küche als auch für den Speisesaal, den Empfang, die Cafeteria und den geplanten Shop überzeugende Lösungen gefunden», so das Fazit der Verantwortlichen.

Der Saal mit der sichtbaren Tragkonstruktion wird, nach dem Bau des Zentralgebäudes, auch von der Bevölkerung für Veranstaltungen genutzt werden können. (Bild: PD)

Der Saal mit der sichtbaren Tragkonstruktion wird, nach dem Bau des Zentralgebäudes, auch von der Bevölkerung für Veranstaltungen genutzt werden können. (Bild: PD)

«Seine Überlegungen, dass Begegnungen zwischen der Bevölkerung und den Bewohnerinnen und Bewohnern des Johanneums möglich sein sollen und trotzdem nicht zu viele Kreuzungspunkte vorhanden sind, überzeugen», so Martin Widmer. Zudem überzeuge das Gebäude mit Giebeldach in seiner gesamten Konzeption. «Vom gedeckten Haupteingang bis zum Saal mit der sichtbaren Tragkonstruktion und dem weit ausragenden Vordach war die Jury begeistert. Zudem weise das Projekt, im Quervergleich, unterdurchschnittliche Erstellungs- und Unterhaltskosten aus.

Baubeginn noch offen

Seit rund vier Jahren befassen sich die Verantwortlichen mit der baulichen Entwicklung des Johanneums. Im Herbst 2017 konnte der Projektwettbewerb für das Zentralgebäude – ein wichtiger Teil für die zukünftige Gestaltung der gesamten Anlage – lanciert werden. Mit der Präsentation des Siegerprojekts beginnen für die Verantwortlichen weitere wichtige Tätigkeiten. «Wir müssen die nötigen Grundlagen erarbeiten, es gilt, sich die Unterstützung des Kantons zu sichern und mit den Verantwortlichen der Departemente, welche bei diesem Vorhaben involviert sind, zu verhandeln. Deshalb sind zum heutigen Zeitpunkt weder Angaben zum Baubeginn noch zu den Kosten möglich», so Rolf Rechberger, Verwaltungsleiter Johanneum.