Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Johanneum Neu St.Johann: Im Spannungsfeld von Kunst und Kunstvermittlung

Bewohner des Johanneums liessen sich von einer Ausstellung im Kunstzeughaus in Rapperswil-Jona anregen und stellen nun eigene Bilder aus.
Tobias Humm
Künstler unter sich: Eine Gruppe Klienten des Johanneums setzt sich im Rahmen eines Kunstvermittlungsprojekts mit Bildern der englischen Malerin Rachel Lumsden (links) auseinander und interpretiert diese neu. (Bild: Tobias Humm)

Künstler unter sich: Eine Gruppe Klienten des Johanneums setzt sich im Rahmen eines Kunstvermittlungsprojekts mit Bildern der englischen Malerin Rachel Lumsden (links) auseinander und interpretiert diese neu. (Bild: Tobias Humm)

Sie heissen Doris, Fortunato, Kornel, Elisabeth, Peter, Klara und Claudia. In einem Kunstvermittlungsprojekt von Artefix Kultur und Schule konnten sie sich zwei Halbtage lang mit der aktuellen Ausstellung im Kunstzeughaus in Rapperswil-Jona auseinandersetzen. Ihnen ist gemeinsam, dass sie in der sozialen Stiftung Johanneum in Neu St.Johann im Toggenburg leben. Alle haben eine geistige Behinderung, was sie allerdings nicht hindert, sich mit einer fremden Bilderwelt auseinanderzusetzen. Die Ausstellung zeigt sehr kleine und sehr grossformatige Bilder der englischen Malerin Rachel Lumsden, in denen sie sich oft auf bereits bestehende Bilder bezieht.

Beim ersten Besuch bekamen alle ein Skizzenheft und einen Bleistift. Im Heft skizzierten sie ihren ganz eigenen Blick auf die farbigen Bilder, was bereits eine nicht zu unterschätzende Herausforderung war. Es entstanden zum Teil beeindruckende lineare, schwarz-weisse Interpretationen der farbigen und flächig gemalten Bilder.

Im Atelier mit Farbe weitergearbeitet

Beim zweiten Besuch wurde im Atelier des Kunstzeughauses mit Farbe weitergearbeitet, was in den Skizzenbüchern vorbereitet war. Es wären auch ganz grosse Formate möglich gewesen, jedoch entschieden sich alle Teilnehmenden für Papiergrössen, die sich auch in jedem Schulhaus finden. Die dabei entstandenen Arbeiten hängen nun für eine Woche im Foyer des Kunstzeughauses. Daneben zeigt eine Fotowand den Arbeitsprozess. Da sieht man die Intensität, mit der auch diese Menschen trotz ihrer Behinderung ans Werk gegangen sind.

Mit grösster Spontanität zu Werke gegangen

Karin Dummermuth von Artefix zeigte sich sehr erfreut über den Erfolg des Projekts und erwähnt die Intensität, mit der gearbeitet wurde und dass im Gegensatz zu Projekten, die sie normalerweise leitet, hier mit grösster Spontaneität zu Werke gegangen wurde. «Diese Menschen haben keine Schere im Kopf. Sie machen das, wie es für sie stimmt», sagt die Begleiterin zu ihrem Projekt. So sind bei Klara zwei Blumenbilder und ein Haus mit Bäumen entstanden und bei Doris farbige Flächen. Vielleicht ist das eine Motiv eine Sonne, vielleicht stellt ein anderes ein Haus dar. Ganz sicher ist man meist nicht, was da wie umgesetzt wurde.

Fortunato malte schwarze Punkte auf gelb-blauem Hintergrund, Peter malte ein grosses Haus und grosse Blumen auf seine Leinwand. In manchen Arbeiten lässt sich die Quelle der Inspiration zurück auf ein konkretes Bild von Rachel Lumsden führen, andere sind eher der Bilderwelt seiner Schöpfer entsprungen.

Sprache als grösste Hürde

Die Sprache sei das grösste Hindernis bei der Arbeit gewesen, sagt Karin Dummermuth. Die Klienten des Johanneums, die an dem Versuch teilgenommen hatten, drückten sich leichter mit Pinsel und Farbe aus, als mit Worten. Eveline Florian hat die Gruppe von der Stiftung her begleitet. Für sie war es wichtig, dass die Arbeit der geistig behinderten Menschen eine Öffentlichkeit bekam und dass sie als künstlerischer Versuch erkannt wird.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.