Joachim Harder ist mit seiner Biogasanlage ein Pionier

Am Wochenende bot sich der Bevölkerung die Gelegenheit, die neue Biogasanlage von Joachim und Monique Harder im Kirchberger Dorf Wolfikon zu besichtigen. Diese Möglichkeit nahm das Energietal Toggenburg wahr, um zum Dankeschönanlass einzuladen.

Beat Lanzendorfer
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Die Biogasanlage in Wolfikon ist die erste dieser Grössenordnung im Toggenburg. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Die Biogasanlage in Wolfikon ist die erste dieser Grössenordnung im Toggenburg. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Pionier kommt aus dem Französischen und heisst übersetzt Wegbereiter oder auch Bahnbrecher. Als solchen darf man Joachim Harder ohne Umschweife bezeichnen. Vor sechs Jahren hat er sich dafür entschieden, die erste Biogasanlage dieser Grössenordnung im Toggenburg zu realisieren. «Man muss Fan von erneuerbarer Energie sein, waren die vergangenen Jahre doch nicht immer einfach und manchmal haben sie ganz schön an den Nerven gezehrt», sagte der Bauherr am Freitagabend mit einem Schmunzeln.

Nach fünfjähriger Planung, in denen auch die Verantwortlichen des Kantons von seinen Ideen überzeugt werden mussten, lagen doch nur wenige Erfahrungswerte vor, erfolgte im März 2017 der Spatenstich. Seit Februar dieses Jahres wird Strom produziert Anfang Februar ist die erste Kilowattstunde Strom produziert worden. Seit gut sieben Monaten wird aus Stoffen – Mist, Gülle, Gastroabfällen – die als Abfall gelten, Energie hergestellt. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf drei Millionen Franken.

Unter Volllast produziert die Anlage rund 1.752 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Dieser kann in das Netz des Regionalwerks Toggenburg (RWT) gespiesen werden. Dafür ist auf dem Harder-Hof eigens eine Trafostation in Betrieb genommen worden. Gemäss des Betreibers erreicht die Biogasanlage aktuell eine Auslastung zwischen 70 und 80 Prozent. Die gewonnene Fernwärme wird zum Eigengebrauch genutzt, darüber hinaus werden vier Wohneinheiten sowie ein Pouletmastbetrieb versorgt. «Die Kapazität würde aber ausreichen, um weitere Interessenten zu beliefern», erklärt Joachim Harder.

Das Energietal Toggenburg zeigt sich erfreut

Geschäftsstellenleiterin Patrizia Egloff und Präsident Thomas Grob vom Energietal Toggenburg luden zum Dankeschönanlass. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Geschäftsstellenleiterin Patrizia Egloff und Präsident Thomas Grob vom Energietal Toggenburg luden zum Dankeschönanlass. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Den «Tag der offenen Tür» der Biogasanlage nahm das Energietal Toggenburg wahr, um zum jährlichen Dankeschönanlass einzuladen. Die Mitglieder konnten am Freitagabend die Gelegenheit für einen Blick hinter die Kulissen nutzen. Im Weiteren wurden sie von Patrizia Egloff, Leiterin der Geschäftsstelle, über die wichtigsten Aktivitäten des laufenden Jahres informiert, und erhielten Auskunft darüber, was das Energietal für die Zukunft plant.

Gemäss Thomas Grob, Präsident des Energietals Toggenburg, «ist die Biogasanlage in Kirchberg ein Meilenstein für das Energietal Toggenburg. Joachim Harder ist ein Pionier, der viel Herzblut in die Anlage gesteckt hat. Ohne dieses wäre die Realisierung kaum möglich gewesen.» Der Bauherr konnte jederzeit auf das Wissen des ­Energietals Toggenburg zurückgreifen. Die Projektgruppe «Bioenergie» unter Leitung von Ewald Geisser stand unterstützend zur Seite. Die Glückwünsche der Behörde überbrachte Michael Sutter. In seiner Funktion als Gemeinderat ist er auch Präsident der Energiekommission. Beim Bau der Anlage war es Joachim Harder ein Anliegen, auf die Wertschöpfung der Region zu setzen.

Joachim Harder (Mitte) erhält von Maria Brühwiler und Benno Müller den Anerkennungspreis «HSH» für die Verwendung von Schweizer Holz. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Joachim Harder (Mitte) erhält von Maria Brühwiler und Benno Müller den Anerkennungspreis «HSH» für die Verwendung von Schweizer Holz. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Für die Verwendung von Schweizer Holz für die Fassade und die Konstruktion erhielt er von Maria Brühwiler und Benno Müller, Brühwiler Sägewerk AG, Wiezikon, die Auszeichnung «Herkunftszeichen Schweizer Holz – HSH». «Es ergab sich sogar die Möglichkeit, Holz aus meinen eigenen Wald zu verwenden», erklärte Joachim Harder abschliessend.