Interview
Lütisburger Bobfahrerin Jasmin Näf: «Der zweite Platz im Europacup macht mich sehr stolz»

Mit dem Podestplatz im lettischen Sigulda hat sich die Toggenburgerin zusammen mit Bob-Pilotin Melanie Hasler für die Europa- und Weltmeisterschaften qualifiziert.

Beat Lanzendorfer
Merken
Drucken
Teilen
Dank einem zweiten Platz im Europacup konnten sich die Lütisburgerin Jasmin Näf (links) und die Innerschweizerin Melanie Hasler für die Bob-Europa- und -Weltmeisterschaften qualifizieren. Bilder: PD

Dank einem zweiten Platz im Europacup konnten sich die Lütisburgerin Jasmin Näf (links) und die Innerschweizerin Melanie Hasler für die Bob-Europa- und -Weltmeisterschaften qualifizieren. Bilder: PD

Bild: PD

Sie standen am letzten Wochenende in Sigulda auf dem Podest eines Europacuprennens. Ist der zweite Platz der grösste Erfolg ihrer bisherigen Bob-Karriere?

Jasmin Näf ist überglicklich über den zweiten Platz in Sigulda.

Jasmin Näf ist überglicklich über den zweiten Platz in Sigulda.

Bild: PD

Jasmin Näf: Als ich noch im Bob von Sabina Hafner sass, standen wir im Europacup einmal ganz oben auf dem Podest. Mit Melanie Hasler ist es aber bis jetzt der grösste Erfolg. Ich bin überzeugt, dass noch weitere Podestplätze hinzukommen. Es ist unsere erste gemeinsame Saison, die wir im Europacup bestreiten.

Wie stolz macht Sie dieses Ergebnis?

Es macht mich sehr stolz, ich hätte nicht damit gerechnet, dass es schon in unserer ersten gemeinsamen Saison aufs Podest reicht.

Haben Sie danach viele Reaktionen aus Ihrem Umfeld erhalten?

Ja, es war überwältigend und für mich auch sehr emotional. Via Smartphone und soziale Medien haben mir sehr viele Menschen aus meinem Verwandten- und Freundeskreis gratuliert.

Wie hat Ihre Familie reagiert?

Sie hat sich riesig gefreut. Ich bin froh, dass meine Familie und meine Freunde hinter mir stehen und mich tatkräftig unterstützen.

Sie hatten in der Vergangenheit immer wieder mit Knieproblemen zu kämpfen, was auf einen nicht ausgeheilten Riss im Meniskus zurückzuführen ist. Hat Sie das Knie beim Erfolg in Lettland nicht behindert?

Nein, nicht wirklich. Zwischendurch spüre ich die Probleme im Knie schon, aber im Moment ist alles im grünen Bereich. Es ist geplant, dass ich im Sommer einen gezielten Formaufbau vornehme, damit ich in naher Zukunft schmerzfrei trainieren kann.

Nebst dem Spitzenplatz in Sigulda – wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf?

Melanie und ich sind sehr happy. Unsere Saison verläuft einwandfrei. Wir haben schon einige Top-Platzierungen erreicht. Im Europacup-Ranking befinden wir uns momentan auf Platz 3.

Gleichzeitig bedeutet dieser Erfolg die Qualifikation für die Welt- und Europameisterschaften. Was darf man dort von Ihnen und Steuerfrau Melanie Hasler erwarten?

Wir sind beide etwas überrascht, dass wir diese Saison schon die Möglichkeit erhalten, an Titelkämpfen teilzunehmen. Deshalb haben wir uns vorgenommen, uns nicht unnötig unter Druck zu setzen. In erster Linie geht es darum, Erfahrungen zu sammeln.

Als junges und ehrgeiziges Team bleibt uns genügend Zeit, uns in den kommenden Jahren zu entwickeln.

Eine Medaille liegt nicht im Bereich des Möglichen?

Ich denke nicht, für uns ist die Qualifikation schon ein grosser Erfolg. Alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe.

Ihr Fernziel sind die olympischen Spiele 2022 in Peking. Konnten Sie mit den erzielten Resultaten der Schweiz einen Quotenplatz sichern oder was ist dafür erforderlich?

Nein. Das können wir noch nicht sagen. Es wird zu einem späteren Zeitpunkt vom Verband entschieden. Es ist noch gar nicht klar, welches die Selektionskriterien sind.

Vier Grossereignisse

Die Zusammenarbeit zwischen Melanie Hasler und Jasmin Näf trägt von Anfang an Früchte. Die 21-jährige Innerschweizer Bobpilotin – einstige Volleyballerin – und die 22-jährige Siebenkämpferin Jasmin Näf aus dem Toggenburg fahren erst seit dieser Saison im gleichen Bob.

Umso erstaunlicher ist es, dass sich schon nach kurzer Zeit die Erfolge einstellten, weshalb sich das Duo gleich für vier Grossereignisse qualifizieren konnte. Aufgrund ihres Alters sind sie sowohl bei den Aktiven als auch bei den Junioren startberechtigt.
Den Auftakt der Titelkämpfe bilden am 31. Januar die Junioreneuropameisterschaften im österreichischen Igls.

Danach reisen die beiden Sportlerinnen weiter nach Deutschland, wo am 8. Februar an der Junioren-WM in Winterberg die Medaillensätze vergeben werden. Für den nächsten Grossanlass geht es weiter Richtung Osten. Am Freitag, 14. Februar findet im lettischen Sigulda die Europameisterschaft der Aktiven statt. Just auf jener Bahn, auf der Jasmin Näf und Melanie Hasler am letzten Wochenende Platz 2 eroberten.

Den Schlussakt bilden die Weltmeisterschaften am 21. und 22. Februar im deutschen Altenberg. (bl)