Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Bobfahrerin aus Bazenheid: «Peking 2022 bleibt ein Traum»

Seit fünf Jahren fährt die 21-jährige Jasmin Näf Bob. Durch ihr lädiertes Knie, die Verletzung ist das Ergebnis eines Sturzes vor bald drei Jahren, muss sie es in dieser Saison aber etwas ruhiger angehen lassen.
Beat Lanzendorfer
Jasmin Näf (rechts) mit ihrer Anschieberin Melanie Hasler anlässlich der Juniorinnen-WM vom vergangenen Januar in St.Moritz, an der sie den 13. Platz belegten. (Bild: PD)

Jasmin Näf (rechts) mit ihrer Anschieberin Melanie Hasler anlässlich der Juniorinnen-WM vom vergangenen Januar in St.Moritz, an der sie den 13. Platz belegten. (Bild: PD)

Das Unglück ereignete sich im Februar 2016 anlässlich der Frauen-Bob-WM in deutschen Königssee. Kurz vor dem Start rutschte Jasmin Näf auf dem Eis aus. Die Folge davon: Ein gerissener Meniskus im linken Knie. Wenige Tage später folgte die Operation.

Das hinderte sie in der letzten Saison aber nicht daran, erste Erfahrungen als Bobpilotin zu sammeln. Gleichzeitig versuchte sie sich als Anschieberin ein Ticket für die olympischen Spiele in Pyöngchang im Team von Sabina Hafner zu ergattern. Bei der Qualifikation fehlten ihr nur wenige Hundertstel, als Drittbeste war sie trotzdem zum Zuschauen verdammt.

Die Untersuchung bringt einen Rückschlag

Die gemachten Erfahrungen bestärkten sie aber dahingehend, dass sie den richtigen Weg eingeschlagen hat. Ein Schlag ins Gesicht war dann das Ergebnis der jährlichen Untersuchung beim Verbandsarzt im vergangenen September.

«Er erklärte mir, dass der Riss im Meniskus nicht richtig zusammengewachsen sei und ich mich erneut operieren lassen müsse.»

Darauf hatte die Bazenheiderin aber keinen Bock, weil ihr niemand eine hundertprozentige Garantie geben konnte, dass mit einer zweiten Operation das instabile Knie wieder eine höhere Belastung standhält.

Bobfahrerin Jasmin Näf. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Bobfahrerin Jasmin Näf. (Bild: Beat Lanzendorfer)

«Ich habe daraufhin ein spezielles Aufbautraining absolviert, das den Muskelaufbau in meinem linken Knie fördert, was seinerseits den lädierten Meniskus entlastet». Bisher sieht es gut aus, die drei bis fünf wöchentlichen Trainings bereiten ihr keine ernsthaften Schwierigkeiten.

Im März geht es in die USA

Der enge Zeitplan nach der Prognose im September führte aber dazu, dass sich die 21-Jährige entschieden hat, als Bobpilotin eine Zwischensaison einzustreuen und sich als Anschieberin zur Verfügung zu stellen. Nun startet sie in den kommenden Wochen mit den beiden Pilotinnen Melanie Hasler im Europacup sowie mit Martina Fontanive im Weltcup.

Fix terminiert sind Igls (12./13. Januar, Europacup), Igls (19./20. Januar, Weltcup) sowie St.Moritz (26./27. Januar, Weltcup). Im März geht es nach Lake Placid. Der Ort im Bundesstaat New York – bis zur Weltmetropole sind es rund 450 Kilometer – war schon zweimal Gastgeber von olympischen Winterspielen (1932 und 1980).

Die Grundlage holt sie sich im Sommer

Olympia hat es auch Jasmin Näf angetan. Der Traum einer möglichen Teilnahme ist noch nicht vom Tisch.

«Wenn alles glatt verläuft, könnte es als Pilotin in Peking 2022 klappen.»

Nach dem Zwischenjahr hat sie vor, aber der Saison 2019/20 an den Steuerseilen wieder voll anzugreifen. «Ob es für höhere Ambitionen reicht, werden mir dann die Teilnahmen an der Schweizer Meisterschaft und im Europacup zeigen.»

Bis dorthin ist ihr Leben zweigeteilt. Nebst dem Bobfahren arbeitet die 21-Jährige als Koch im Kirchberger Toggenburgerhof. Nebst den Sponsoren muss sie noch einiges selber dazu beisteuern, um sich ein Leben im Bobzirkus zu ermöglichen. Dazu zählt auch das Training bei ihrem Stammverein Turnverein Lütisburg.

Das Sommertraining, mit dem sie sich im Mehrkampf (Siebenkampf) auf Abendmeetings vorbereitet sowie die Teilnahme an den Schweizer Meisterschaften in den Disziplinen 100 Meter, Weitsprung, Kugelstossen und Speerwurf dienen aber lediglich dazu, die Grundlagen für den Winter zu erarbeiten.

Die Schlussfrage «was ihr mehr zusage, Sommer oder Winter?», beantwortet sie diplomatisch: «Ich mag beides, sowohl die kältere als auch die wärmere Jahreszeit, bessere sportliche Perspektiven ergeben sich für mich aber sicherlich im Winter.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.