Toggenburger Jan Scherrer holt ersten Weltcup-Sieg – Iouri Podladtchikov stürzt schwer

Der 24-jährige Jan Scherrer feiert in Taizicheng in der Halfpipe den ersten Weltcupsieg. Iouri Podladtchikov stürzt beim Comeback nach elf Monaten und verletzt sich von neuem.

Ruben Schönenberger
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Jan Scherrer freut sich über den Sieg in der Halfpipe. (Bild: AP Photo/Ng Han Guan)

Jan Scherrer freut sich über den Sieg in der Halfpipe. (Bild: AP Photo/Ng Han Guan)

Im chinesischen Skigebiet Secret Garden bei Chongli finden derzeit Weltcup-Bewerbe der FIS statt. Am frühen Freitagmorgen Schweizer Zeit holte der Toggenburg Jan Scherrer zum ersten Mal einen Sieg in der Halfpipe.

Scherrer erzielte 95.50 Punkte und liess die beiden Japaner Ruka Hirano (92.50 Punkte) und Yuto Totsuka (92.25 Punkte) hinter sich. Scherrer hatte schon die Qualifikation auf dem ersten Rang abgeschlossen. Auf dem zweiten Rang platzierte sich in der Qualifikation mit Iouri Podlatchikov ein anderer Schweizer.

«Mein Ziel war das Podest», lässt sich Scherrer in einer Medienmitteilung von Swiss Ski zitieren. Der Olympia-Neunte von Pyeongchang sagte weiter:

«Bereits im Training konnte ich grössere Tricks abrufen, wie noch nie zuvor. Da wusste ich, wie viel drin liegen kann, wenn ich meinen Run stehe.»
Bild: Keystone

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Freude und Frust waren im Schweizer Team aber nahe beieinander. Denn das Verletzungspech von Iouri Podladtchikov setzte sich fort: Der 30-jährige Zürcher zog sich bei seinem Sturz neben der Nasenverletzung und der Gehirnerschütterung auch Prellungen an der Hüfte und der Schulter zu. Der Olympiasieger von 2014 in Sotschi bestritt seinen ersten FIS-Weltcup-Wettkampf seit dem Sieg in Laax am 20. Januar 2018. Eine Woche später zog er sich an den X-Games in Aspen ebenfalls eine Gehirnerschütterung und einen Nasenbeinbruch zu, was ihn im Februar den Olympiastart in Pyeongchang kostete. Im März 2017 hatte sich Podladtchikov bei einem Sturz in der Sierra Nevada (Spanien) bereits einen Kreuzbandriss im Knie zugezogen.

Der Sturz von Podlatchikov erreignete sich genau vor dem Lauf von Scherrer. Das sei keine einfache Situation gewesen:

«Ich musste versuchen, das wegzustecken, was Iouri direkt vor mir passiert ist.»

Er habe aber alles ausblenden und den Run wie gewünscht fahren können. «Ich bin überglücklich, dass es mir fahrerisch zurzeit so gut wie noch nie zuvor läuft. Und es tut gut, wieder auf dem Podest zu stehen. Ich war nun oft genug an vierter Position.»

Der Run von Jan Scherrer im Video