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Jahresrückblick August: Mit dem Verkauf des «Kapplerhof» wurde auch dessen Zukunft klar: Er wird abgerissen

Die Liegenschaft und angrenzendes Bauland am Ortseingang von Ebnat-Kappel wurden verkauft. Nun soll das leerstehende Hotel abgebrochen werden, an seinen Platz werden Wohnungen gebaut.

Sabine Camedda
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Das lange Leerstehen hat dem Gebäude geschadet. Die Käufer wollen den «Kapplerhof» abreissen und an dessen Stelle Wohnungen bauen.

Das lange Leerstehen hat dem Gebäude geschadet. Die Käufer wollen den «Kapplerhof» abreissen und an dessen Stelle Wohnungen bauen.

Bild: Timon Kobelt

Während mehrerer Jahre stand der «Kapplerhof» in Ebnat-Kappel leer. Im August ist das Hotel und das angrenzende Bauland verkauft worden. Verkäufer Peter di Gallo, Verwaltungsratspräsident der Kurt di Gallo AG, und der Käufer, Martin Paurevic von der LTS Invest AG, haben auf dem Grundbuchamt Ebnat-Kappel die Handänderung getätigt.

Peter di Gallo war froh, dass für die Liegenschaft am Ortseingang von Ebnat-Kappel mit dem Verkauf eine gute Lösung gefunden werden konnte, bestätigte Werner Fleischmann. Der Inhaber der Fleischmann Immobilien AG nahm das Objekt, zusammen mit einer angrenzenden Parzelle Bauland, im April in sein Portfolio auf und suchte aktiv nach einem Käufer.

Investoren glauben an Potenzial von Ebnat-Kappel

Bezüglich der zukünftigen Nutzung sah Werner Fleischmann im Frühjahr mehrere Möglichkeiten. «Ich könnte mir vorstellen, dass dort wieder ein Hotel mit Restaurant entsteht», sagte er damals gegenüber dem «Toggenburger Tagblatt». Auch eine Wohnüberbauung oder Industriebetriebe oder eine Mischung aus verschiedenen Nutzungen waren für ihn vorstellbar.

Der August in der Übersicht

  • Bazenheid Der Wiler Nachwuchs schlägt beim Bazenheider Cup die Einheimischen gleich mit 5:1 und verteidigt den Titel des Vorjahres erfolgreich.
  • Wattwil Das Zustandekommen einer Berufsfachschulklasse für Metzger stand in der Zentrumsgemeinde bis zuletzt auf der Kippe. Dank vier Spätentschlossener kann eine Klasse geführt werden.
  • Lichtensteig Die Jazztage vom 9. bis 11. August überzeugten mit Musiker in bester Spiellaune. Headliner waren Niedeckens Bap sowie Lo & Leduc. Der Aufmarsch seitens des Publikums war sehr erfreulich.
  • Gähwil Der örtliche Tennisclub feierte seinen 40. Geburtstag und hatte am 17. August Tennisprofi Nina Stadler zu Gast. Ihre ersten Bälle schlug sie einst in Gähwil über das Netz.
  • Bütschwil Im September 2020 wird die Umfahrungsstrasse eröffnet. Wie die flankierenden Massnahmen im Dorf dereinst aussehen, ist noch nicht definitiv entschieden. Die Informationsveranstaltung im August war eine von mehreren.
  • Zug Beim eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Zug holte sich Daniel Bösch sein drittes eidgenössisches Eichenlaub. Mit acht Kränzen im 2019 hat er sein Total auf 106 erhöht.
  • Basel Chiara Scherrer aus Bütschwil schlug an den Leichtathletik Schweizer Meisterschaften in Basel gleich in doppelter Hinsicht zu: Silber über 1500 Meter und Silber über 800 Meter.
  • Hemberg Ihr Baujahr ist 1779. Letztmals wurde die Kirche in Hemberg vor 45 Jahren erneuert. Nun standen Sanierungsarbeiten an, welche die Verantwortlichen als Generationenarbeit bezeichneten und rund 800'000 Franken kosteten.
  • Müselbach Der 16-jährige Müselbacher Ramon Strassmann gewinnt im deutschen Augsburg sein erstes internationales Tennisturnier. Ihm gelingt dies mit seinem aus Zürich kommenden Spielpartner Robin Stettbacher.
  • Wattwil Während 31 Jahren war Urs Bichler Fachlehrer am Berufs- und Weiterbildungszentrum. Gemäss eigener Aussage trete der 62-Jährige in die Pension, nicht aber in den Ruhestand über.
  • Lichtensteig Eine Tradition ist wieder zum Leben erweckt worden. Nach mehreren Jahrzehnten Unterbruch fand am 31. August wieder ein Kinderfest statt.
  • Bütschwil/Ganterschwil Die Strecke zwischen den beiden Dörfern gehörte im Sommer und Herbst zu jenen Abschnitten, die über einen längeren Zeitraum nicht passiert werden konnte. Grund war die Sanierung der Lochermoosbrücke zwischen August und Oktober.
  • Kirchberg Der Fussballclub startet mit einer Niederlage in die Saison. Drei Monate später ist er trotzdem an der Spitze der 4.-Liga-Meisterschaft.

Nun sollen Miet- und Eigentumswohnungen daraus werden. Das sagte Martin Paurevic von der LTS Invest AG nach dem Kauf. Seine Unternehmung erhielt den Zuschlag für die Liegenschaft Kapplerhof und für das angrenzende Bauland. Gemäss Werner Fleischmann gab es vier ernsthafte Kaufinteressenten. Er schätzte diese Nachfrage als gut ein.

«Das spricht für die Gemeinde Ebnat-Kappel.»

Die Interessenten seien vor allem am Bauland und an dessen Entwicklungsmöglichkeiten interessiert gewesen und weniger am Hotelkomplex, sagte Werner Fleischmann weiter. Die potenziellen Käufer hätten gewusst, dass es Standschäden beim Mobiliar gab und beim Gebäude viel investiert werden müsste. Daher hätten sich alle die Frage stellen müssen, was sie darin investieren können oder wollen. Dies bestätigte Käufer Martin Paurevic. Gerade weil das Hotel in einem schlechten baulichen Zustand sei, werde dieses abgerissen.

Projekt im Frühjahr 2020 ausgearbeitet

«Es lohnt sich gar nicht, Geld in dieses Gebäude zu investieren», sagte er. Ein Gastronomiebetrieb passe zudem nicht in die Geschäftstätigkeit seiner Firma, die Investitionen in Renditeliegenschaften und Wohneigentum tätige. Die Hotelparzelle und das angrenzende Bauland zusammen ergeben ein Areal von fast 14'000 Quadratmetern. «Diese Fläche birgt sehr viel Potenzial», sagte Martin Paurevic.

Über den bezahlten Kaufpreis schweigt er. Er bestätigte aber, dass die in den Verkaufsunterlagen genannten 1,8 Millionen Franken für den «Kapplerhof» und die 1,3 Millionen Franken für das Bauland übertroffen wurden. Hingegen wurde Martin Paurevic konkreter, als es um die zukünftige Nutzung des Areals ging. Es sollen Miet- und Eigentumswohnungen gebaut werden.

Er sei sich bewusst, dass die Grundstücke teilweise in der Gewerbe- und Industriezone seien, sagte er weiter. Daher könne es sein, dass auch einige Gewerbebetriebe dort ansässig würden. Für Martin Paurevic ist klar, dass es nun vorwärts gehen soll. Sein Ziel sei, dass bis im Frühjahr 2020 ein Projekt ausgearbeitet werde. Wie viele Wohnungen entstehen werden, liesst Martin Paurevic offen.

Was im August sonst noch geschah