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Jahresrückblick Januar: Neugegründetes Komitee will andere Verkehrslösung für Bütschwil als der Kanton

Im Januar gründet sich das Komitee für echte flankierende Massnahmen. Dieses will den Verkehr anders durch Bütschwil leiten als der Kanton.

Timon Kobelt
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Der Keflam-Vorstand: Fritz Rutz, Thomas Renz, Ivo Scherrer (hinten von links), Ruben Schuler und Christian Vogel (vorne von links).

Der Keflam-Vorstand: Fritz Rutz, Thomas Renz, Ivo Scherrer (hinten von links), Ruben Schuler und Christian Vogel (vorne von links).

Bild: Peter Jenni

Der Andrang im Januar bei der Gründungsversammlung des Komitees für echte flankierende Massnahmen (Keflam) war so gross, dass zusätzliche Tische und Stühle aufgestellt werden mussten. Es sassen über hundert Interessierte aus den Gemeinden Bütschwil-Ganterschwil, Lütisburg und Mosnang im grossen Saal des Gasthauses Rössli in Dietfurt. Initiiert wurde die Gründung von Keflam vom pensionierten Unternehmer und ehemaligen FDP-Kantonsrat Fritz Rutz aus Dietfurt und dessen Mitstreitern.

Verkehr wird ins Dorf gelenkt statt herumgeführt

Der Abend begann mit einem Rückblick auf die von Gemeinde und Kanton geplanten flankierenden Massnahmen auf dem Gebiet von Bütschwil-Ganterschwil. Diese sollen nach der Eröffnung der Bütschwiler Umfahrung das Ortszentrum entlasten. Fritz Rutz gab unter anderem zu bedenken, dass die ins Projekt eingeschlossene Ottilienstrasse als Kantonsstrasse zu attraktiv würde.

«Es gäbe dort dann deutlich mehr Verkehr als vom Kanton prognostiziert.»

So werde der Verkehr ins Dorf hinein gelenkt statt ums Dorf herumgeführt. Das sei gefährlich, denn sowohl Primar- als auch Oberstufenschüler müssten diese Fahrbahn regelmässig überqueren. «Ich finde die Ottilienstrasse als Kantonsstrasse ungeeignet», hob Fritz Rutz hervor. Er plädierte daher dafür, dort keine flankierenden Massnahmen des Kantons umzusetzen.

Auch kritisierte Fritz Rutz, dass die Einfahrt Lerchenfeld bei Lütisburg Station im Zuge der von Gemeinde und Kanton angedachten flankierenden Massnahmen zum neuralgischen Punkt werde, an dem es zu Stau kommen könnte. Die Vertreter von Keflam wollen dort, an der Wilerstrasse, nur wenige Massnahmen umsetzen. Ihr Lösungsvorschlag besteht darin, die Langenrainstrasse zur Kantonsstrasse umzubauen und umzuklassieren. Die Langenrainstrasse kommt von Mosnang her und mündet in die Wilerstrasse. Die Idee lautet folgendermassen: Der aktuelle Einlenker soll aufgehoben und ein direkter Zugang zur Umfahrung über einen neuen Kreisel im Lerchenfeld soll gebaut werden.

Der Januar 2019 in der Übersicht

  • Oberhelfenschwil Regula Rusconi heisst die neue Co-Leiterin des Pflege- und Kurzentrums Dorfplatz.
  • Wattwil/Oberstdorf Langläufer Beda Klee platziert sich am Wettkampf der Tour de Ski Dario vor Dario Cologna.
  • Wattwil Die Regierungsräte Stefan Kölliker und Marc Mächler begründen den 108-Milionen-Kredit für das Campus-Projekt. Man könne nicht weiter «basteln», es brauche einen Neubau, sagte Kölliker.
  • Lichtensteig Das Zentrum könnte zum Modell werden für Tempo 30 auf Kantonsstrassen.
  • Wildhaus-Alt St.Johann In Wildhaus sollen sechs Mehrfamilienhäuser gebaut werden.
  • Lütisburg Die Socar plant in Lütisburg-Station ihre erste Tankstelle im Toggenburg
  • Neckertal In einer Umfrage erteilen die Einwohner der Gemeinde den Behörden gute Noten.
  • Brunnadern Erstmals wird eine Fusion der drei Gemeinden Neckertal, Oberhelfenschwil und Hemberg öffentlich diskutiert.
  • Mosnang Der geplante Ausstieg aus der Trägerschaft des Seniorenzentrums Solino stösst auf viel Kritik.
  • Lütisburg Die alte Holzbrücke über die Thur muss saniert werden.
  • Bazenheid/Wattwil Die Frauen- und Müttergemeinschaft Bazenheid sowie die Männerriege Wattwil sind jeweils 100 Jahre alt.
  • Wattwil Volley Toggenburg qualifiziert sich für die Aufstiegsrunde für die Nationalliga A.
  • Lichtensteig Der Gemeinderat informiert über die Sanierung der Werkleitungen im Goldenen Boden.
  • Wildhaus Eine Lawine beschädigt die Materialseilbahn auf dem Rotsteinpass. Der Schaden beträgt mehrere 10'000 Franken.
  • Neckertal Markus Wortmann ist neu verantwortlich für das Landschaftskonzept.
  • Bazenheid 25 Jahre nach der ersten Austragung des Hallenmasters macht der FC Bazenheid aus der Not eine Tugend und kippt die Aktiven aus dem Programm. Der Effekt ist erfreulich. Mit 144 Mannschaften verzeichnet der Anlass einen klaren Aufwärtstrend.
  • Ebnat-Kappe Der Skilift Tanzboden steht still. Grund dafür ist der Ausfall des Hauptmotors. Der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig, weil sich der Ausfall am ersten Tag der Sportferien ereignet.
  • Wildhaus Im Anschluss an eine Gemeinderatssitzung findet das erste Bürgergespräch zwischen Gemeinderat und Bürgerinnen und Bürgern statt. Dabei wurde in offener Runde rege diskutiert.
  • Wattwil Für die Toggenburger Messe 2019 melden sich 166 Aussteller an. Es ist das zweitbeste Ergebnis seit 2004.

«Wir wollen die Interessen bündeln»

In einem nächsten Schritt zeigten die Vertreter von Keflam auf, warum aus ihrer Sicht eine Vereinsgründung nötig ist. «So ist es möglich, die Aktivitäten des Gemeinderats in Bezug auf den Strassenverkehr in und um Bütschwil zu überwachen», sagten sie. Interessen von Einwohnern, Bürgern, Grundeigentümern, Schülern und Eltern würden so gebündelt, und man könne gemeinsam Vorschläge und bessere Lösungen ausarbeiten. Zudem will sich der Verein um Unterschriftensammlungen für notwendige Referenden sowie um den Aufruf zu Urnenabstimmungen kümmern.

Es folgten die Abstimmungen und Wahlen. Die Statuten wurden einstimmig angenommen. Ebenfalls ohne Gegenstimmen wählten die Anwesenden Fritz Rutz zum Präsidenten von Keflam. Auch gaben sie dem Vorstand grünes Licht. Dieser setzt sich aus Ruben Schuler (Mosnang), Christian Vogel (Dietfurt), Ivo Scherrer (Bütschwil), Felix Widmer (Bütschwil) und Thomas Renz (Lütisburg Station) zusammen. Als Revisoren amten Hans Werner Abderhalden (Ganterschwil) und Jakob Bleiker (Lütisburg Station).

Gemeindepräsident begrüsst die Gründung

Auch Karl Brändle, Gemeindepräsident von Bütschwil-Ganterschwil, war an der eineinhalbstündigen Gründungsversammlung anwesend. Im Rahmen der anschliessenden Diskussion ergriff er das Wort. Er begrüsse die Gründung von Keflam, da der Rat nun Ansprechpersonen aus der Bevölkerung habe. «Nun geht es darum, gemeinsam Kompromisslösungen zu suchen», sagte Karl Brändle. «Zudem müssen wir klären, was echte flankierende Massnahmen sind – und welche Massnahmen im Gegenzug ‹unecht› sind.»

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