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Jahresrückblick Juni: Erleichterung, Freude und Dankbarkeit nach dem Abstimmungssonntag

Der 30. Juni war der Tag der Entscheidung: Die St.Galler Stimmbürger votierten für das Klanghaus und auch für eine Gemeindefusion im Neckertal stellten die Bürger die Weichen.

Urs M. Hemm
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Das St.Galler Stimmvolk gab am 30. Juni grünes Licht für den Bau des Klanghauses Toggenburg am Schwendisee bei Wildhaus. Der Baustart soll 2021 erfolgen.

Das St.Galler Stimmvolk gab am 30. Juni grünes Licht für den Bau des Klanghauses Toggenburg am Schwendisee bei Wildhaus. Der Baustart soll 2021 erfolgen.

Visualisierung: PD

Es war ein holpriger und steiniger Weg, den die Initianten des Klanghauses Toggenburg hinter sich bringen mussten. Noch im März 2016 schickte der Kantonsrat – wenn auch nur knapp – das Projekt bachab. Der Stolperstein waren vor allem die hohen Betriebskosten, die der Kanton zu tragen gehabt hätte.

Diese Niederlage war ein Warnschuss vor den Bug, den die Projektverantwortlichen verstanden haben. Sie gingen über die Bücher und stellten die Finanzierung auf komplett neue Beine. Binnen kürzester Zeit schaffte es die Stiftung Klanghaus Toggenburg für den Betrieb des Klanghauses über 6 Millionen Franken an Sponsorengeldern zu generieren. Damit ist das prognostizierte Betriebsdefizit von jährlich rund 250'000 Franken auf Jahre hin gedeckt und der Kanton, der ursprünglich für diese Kosten hätte aufkommen müssen, aus dem Schneider.

Der Juni 2019 in der Übersicht

  • Nesslau Am ersten Samstag im Juni wurde die Kita Topolino in Nesslau eröffnet. Diese ist nach Ebnat-Kappel der zweite Standort des Vereins Kindertagesstätte Obertoggenburg.
  • Wattwil Zwischen dem 3. Juni und dem 16. September wurde die Bahnlinie Wattwil – Nesslau-Neu St. Johann komplett gesperrt. Grund war die Erneuerung der Gleise auf diesem Abschnitt.
  • Alt St.Johann Die neue Klangschmiede öffnete am 5. Juni nach einem Umbau erstmals ihre Türen. Das neue Konzept mache den Klang erlebbar und die Schmiede werde zur «Indoor-Variante» des Klangweges.
  • Mogelsberg Am Pfingstmontag wurde der sechste Bänklitag durchgeführt. Neu als Feinschmecker-Wanderung konzipiert war der Tag ein grosser Erfolg – der Anlass war komplett ausverkauft.
  • Wattwil Über die Blockfabrik Wattwil wird das Konkursverfahren eröffnet. Mit der Schliessung des Traditionsbetriebs verlieren rund 30 Mitarbeitende ihre Stelle.
  • Ebnat-Kappel Fünf Jahre nach dem Abstieg schaffte der FC Ebnat-Kappel die Rückkehr in die 3. Liga. Entscheidend war ein 5:1-Sieg gegen Wattwil Bunt am Pfingstmontag.
  • Wattwil/St.Gallen Der Kantonsrat genehmigte am 13. Juni mit über 100 Ja-Stimmen den Kredit für den Bau des Campus Wattwil.
  • Bazenheid Nach zehnmonatiger Bauzeit wurde am 15. Juni die neue Landi an der Industriestrasse mit einem dreitägigen Fest eröffnet.
  • Wattwil Über 80 Lehrbetriebe präsentierten sich am 15. Juni am Lehrstellenforum im Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg. Das Interesse der Jugendlichen an Informationen zu verschiedenen Ausbildungsberufen war gross.
  • Ebnat-Kappel Ebenfalls am dritten Juni-Wochenende fand das Musikfestival Factory in Concert statt. Wegen des stürmischen Wetters musste das Festival beinahe abgesagt werden.
  • Hemberg Bereits zum achten Mal wurde das Bergrennen Hemberg durchgeführt. Rund 7'000 Rennsport-Begeisterte besuchten über das Wochenende die Rennen.
  • Toggenburg Am 20. Juni führte ein Teil der sechsten Etappe der Tour de Suisse durchs Toggenburg. Lokalmatador Patrick Schelling wurde dabei von unzähligen Fans am Strassenrand bejubelt. Schelling wird die Tour als bester Schweizer abschliessen.
  • Wattwil Mit zahlreichen Ansprachen und Dankesreden wurde am 22. Juni das frischrenovierte Pfadiheim der Pfadi Yberg Wattwil eingeweiht.
  • Nesslau Die Dorfvereine gestalteten am letzten Juni-Wochenende das Dorffescht. Neben vielen Darbietungen ehrte Gemeindepräsident Kilian Looser Nesslauerinnen und Nesslauer, die sich für das Dorf verdient gemacht hatten.

Wildhaus-Alt St.Johann stimmte klar für den Bau

Ein neues Betriebskonzept und die gesunden finanziellen Aussichten überzeugten schliesslich die Mehrheit des Kantonsrates, welcher im Februar 2019 das Projekt mit 87 zu 21 Stimmen guthiess. Noch aber war das Klanghaus nicht in trockenen Tüchern. Als Letztes galt es für die Verantwortlichen die St.Galler Bevölkerung vom Klanghaus-Projekt zu überzeugen. Denn sie hatte an der Abstimmung vom 30. Juni das letzte Wort und die Kreditvergabe in der Höhe von 22,3 Millionen Franken zu sprechen.

Bei einer Stimmbeteiligung von lediglich 26 Prozent sprachen sich die Stimmberechtigten mit einem Ja-Anteil von 54 Prozent für den Bau des Klanghauses aus. Den höchsten Ja-Stimmenanteil gab es in der künftigen Standortgemeinde des Klanghauses, Wildhaus-Alt St.Johann. Dort sprachen sich knapp 72 Prozent dafür aus.

Hemberg, Mosnang, Bütschwil-Ganterschwil und Lütisburg sprachen sich als einzige Toggenburger Gemeinden gegen den Bau des Klanghauses aus. Mathias Müller, Präsident der Klangwelt Toggenburg, sagte am Tag der Abstimmung mit Blick auf das positive Resultat: «Wir sind erleichtert, dankbar und sehr motiviert, das Projekt nun voranzutreiben. Der Baustart für das Klanghaus soll im Jahr 2021 erfolgen, die Eröffnung soll im Jahr 2023 gefeiert werden.

Der Gemeindefusion im Neckertal einen wichtigen Schritt näher

Die drei Gemeindepräsidenten Toni Hässig, Vreni Wild und Christian Gertsch (von links) stossen mit Projektsekretär Andreas Lusti (zweiter von rechts) an.

Die drei Gemeindepräsidenten Toni Hässig, Vreni Wild und Christian Gertsch (von links) stossen mit Projektsekretär Andreas Lusti (zweiter von rechts) an.

Bild: Urs M. Hemm

Auch auf regionaler Eben wurden die Weichen für Neues gestellt. Die Bürgerinnen und Bürger der drei Gemeinden Neckertal, Hemberg und Oberhelfenschwil hatten in einer Grundsatzabstimmung darüber zu befinden, ob ihre Gemeinden einen Zusammenschluss prüfen und eine allfällige Fusion vorbereiten sollen.

Zur Erleichterung der drei Gemeindepräsidenten Vreni Wild (Neckertal), Toni Hässig (Oberhelfenschwil) und Christian Gertsch (Hemberg) war das Resultat eindeutig. In allen drei Gemeinden betrug der Anteil der Ja-Stimmen gut über 70 Prozent. Wird im Juni 2021 der definitive Vereinigungsbeschluss gefasst, könnte die neue Gemeinde im Neckertal am 1. Januar 2023 starten.

Was im Juni sonst noch geschah