Jahresprogramm des Chössi-Theater beinhaltet eine geballte Ladung Toggenburg

Dieses Jahr wartet das Chössi-Theater mit einer weiteren Eigenproduktion auf, dieses Mal unter der Leitung von Seraina Kobelt. Auch das weitere Programm fällt durch mehrere Bezüge zum Toggenburg auf.

Anina Rütsche
Drucken
Teilen
Künstler aus dem Toggenburg, beispielsweise die Band Invade, sind im Chössi-Programm fürs erste Halbjahr 2019 gut vertreten. (Bild: Michael Hug)

Künstler aus dem Toggenburg, beispielsweise die Band Invade, sind im Chössi-Programm fürs erste Halbjahr 2019 gut vertreten. (Bild: Michael Hug)

Einmal mehr sucht das Chössi-Team nach motivierten Menschen aus der Region, die in verschiedenen Funktionen an einer Eigenproduktion mitwirken können. Welches Theaterstück 2019 über die Bühne gehen wird, steht allerdings noch nicht fest. «Die Entscheidung wird erst im Frühling gefällt», sagt Urban Kressibucher, Präsident des Lichten­steiger Chössi-Theaters, der dem Projekt unter der Leitung der Schauspielerin und Regisseurin Seraina Kobelt mit Freude entgegen sieht. Verraten kann er aber bereits, dass es sich um eine Darbietung für Erwachsene handeln wird, an der in erster Linie auch Erwachsene beteiligt sein werden. Gearbeitet werde mit bereits bestehenden Stücken.

Auch die Theatergruppe «in szenario» der Kantonsschule Wattwil wird nächstes Jahr wieder im «Chössi» wirken. Wie der Ankündigung zu entnehmen ist, wird das Theater «zum Ausgangspunkt für eine poesievolle und von der Kraft der Güte erfüllten Flucht aus der Realität». Das Stück, das das Ensemble unter der Leitung der Schauspielerin und Theaterpädagogin Barbara Bucher darbieten wird, heisst «Mein Freund H.».

Ein Programm mit Bezug zur Region

Sowohl bei der Eigenproduktion als auch bei der Aufführung der Kantonsschule sind Menschen aus der Region engagiert. Der Bezug zum Toggenburg ist aber auch im übrigen, klassischen Chössi-Programm spürbar – die Liste fürs erste Halbjahr 2019 wurde vor kurzem veröffentlicht Aus dem Toggenburg stammt beispielsweise Stefan Baumann, der am 19. Januar bei «Alpines Brise-, Wind- und Sturmregister» auftreten wird. An jenem Abend steht die instrumentale Musik im Zentrum, dies im Rahmen von Interpretationen der Atmosphären und Skalen von Wind. Noch einen Bezug zur Region gibt es bei Jürg Kienberger am 16. Februar mit «Eingerockt und Ausgesungen», laut Programm «ein fernes Lied aus Zwinglis Kindheit und eine Hommage an eine aussergewöhnliche Persönlichkeit» mit Musik, Schauspiel und Kabarett.

Auch Daniel Koller, der am 16. März mit seiner A-cappella-Formation «Urstimmen» in Lichtensteig singen wird, stammt aus dem Toggenburg. «Heidis Keller» heisst das Programm, in dem es laut Ankündigung um «Geheimnisse aus der hintersten, dunkelsten Ecke» geht. Zu den weiteren Toggenburger Vertretern gehört ausserdem die Band Invade, die am 11. Mai auftritt. Sie interpretiert Songs bekannter Bluesgrössen auf eingängige Weise.

Besonderheiten aus diversen Genres

Ilse Pauli und Brigitte Helfen­stein, die beim Chössi-Theater fürs Programm zuständig sind, weisen zudem auf einige Besonderheiten im ersten Halbjahr 2019 hin. Zum Beispiel auf den Abend mit Gisa Frank am 23. Februar. Dieser findet nicht im «Chössi», sondern im Kronensaal statt. «Aus Platzgründen», wie die Organisatorinnen erklären. Es handelt sich hierbei nämlich um ein Tanz-Theater-Musik-Projekt, bei dem das Publikum ins Stück involviert wird.

Aussergewöhnlich ist auch die Veranstaltung «Psychische Gesundheit und Humor» vom 1. Mai. Es handelt sich um eine Podiumsdiskussion in Zusammenarbeit mit verschiedenen Psychiatrischen Zentren und Foren aus der Ostschweiz. Der Anlass richtet sich allerdings nicht an ein Fachpublikum, sondern an all jene, die sich auf unterhaltsame Weise mit der psychischen Gesundheit auseinandersetzen möchten. Zu Gast ist unter anderem der Musiker Daniel Ziegler.

Ein Anlass, auf den sich die Organisatorinnen und der Präsident besonders freuen, geht bereits am 2. Februar über die Bühne. Dann gastiert der Singer Songwriter Fabe Vega mit «The Blind Session» im Chössi-Theater. Dabei gehen die Lichter aus und die Musik steht voll und ganz im Zentrum. «Das wird ein unvergessliches, eindrückliches Erlebnis», sind sich die Verantwortlichen einig.

Künftig weniger Plätze auf der Tribüne

Eine weitere Neuerung im noch jungen Jahr betrifft die Zuschauertribüne, wie einem Informationsbrief zu entnehmen ist, den die Verantwortlichen des Chössi-Theaters im Dezember an die Mitglieder verschickt haben. «Mehrfach wurden wir bei ausverkauften Vorstellungen auf die ziemlich engen Platzverhältnisse aufmerksam gemacht», steht darin geschrieben. Dieser Umstand beschäftige den Vorstand schon länger. «Obwohl dadurch Sitzplätze verloren gehen, wurde nun entschieden, pro Reihe zwei Stühle von der Tribüne zu entfernen», teilen die Verantwortlichen mit. Daraus ergebe sich etwas mehr Komfort und Theatergenuss für die Besucherinnen und Besucher. «Ja, die Einnahmen werden auf diese Weise ein wenig zurückgehen», sagt Urban Kressibucher. «Doch das ist es uns wert.» Man wolle dies nun einfach mal ausprobieren und schauen, wie sich diese Umstrukturierung auf den Theaterbetrieb auswirke.

Mitwirkende für Eigenproduktion gesucht

Auch im Jahr 2019 wartet das Chössi-Theater einmal mehr mit einer Eigenproduktion auf. Diese wird vom 27. November bis 1. Dezember auf die Bühne kommen. Für die Regie und die künstlerische Leitung ist Seraina Kobelt zuständig. Sie wird nach zwei Improvisationswochenenden im Frühling mit dem Ensemble ein geeignetes Stück auswählen und die Inszenierung erarbeiten – eine Vorselektion wurde, wie die Verantwortlichen mitteilen, bereits getroffen. Die Improvisationswochenenden finden gemäss Mitteilung der Veranstalter am 6./7. April und am 11./12. Mai statt. Geprobt wird ab 20. August, und zwar jeden Dienstag von 19 bis 22 Uhr im Probenraum am Bahnhof Lichtensteig.

Um Interessierten das Vorhaben näher zu bringen, findet am Samstag, 16. Februar, 15 bis 18 Uhr, eine Informationsveranstaltung statt. In diesem Rahmen wird es auch möglich sein, einen Einblick in die Arbeitsweise von Seraina Kobelt zu erhalten. Der Anlass wird ebenfalls im Probenraum am Bahnhof Lichtensteig durchgeführt.
Chössi-Präsident Urban Kressibucher weist darauf hin, dass für die Eigenproduktion 2019 wie immer nicht nur Schauspielerinnen und Schauspieler, sondern viele weitere Mitwirkende gesucht werden. «Beispielsweise in den Bereichen Requisiten, Technik und Gastronomie», erklärt er. Wer sich an diesem Theaterprojekt beteiligen möchte, kann sich bei Urban Kressibucher melden. (aru)

Hinweis
Wer an der Eigenproduktion 2019 des Chössi-Theaters mitwirken möchte, meldet sich unter Telefon 079 261 55 61 bei Urban Kressibucher. Weitere Informationen sind unter www.choessi.ch zu finden.