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Toggenburger Jäger machen viel mehr als nur jagen

Immer wieder wird die Jagd kontrovers diskutiert. Dass Jäger jedoch auch wichtige Aufgaben für die Öffentlichkeit übernehmen, ist vielen gar nicht bewusst.
Anne-Sophie Walt
Jedes Jahr werden in der Dämmerung oder in der Nacht Bestandesaufnahmen des Wildes gemacht. (Bild: PD)

Jedes Jahr werden in der Dämmerung oder in der Nacht Bestandesaufnahmen des Wildes gemacht. (Bild: PD)

Jäger und Jägerinnen sind, gemeinsam mit anderen wie dem Förster oder dem Wildhüter, dafür zuständig den Lebensraum der Tiere zu schützen. Das tun sie, indem sie den Wald aufforsten, Verjüngungsmassnahmen treffen, Salzlecken installieren oder Jungpflanzen vor gefrässigen Rehen schützen. Das sagt Gerardo Buscetto. Er ist Präsident der Jagdgesellschaft Bütschwil-Ganterschwil. «Ein Jäger bewältigt wichtige Arbeiten für die Öffentlichkeit und die Natur in seiner Freizeit und zahlt sogar noch dafür. Das ist vielen nicht bewusst», betont er und führt weiter aus: «Als Jäger ist man viel in der Natur unterwegs und beobachtet die Tier- und Pflanzenwelt.»

Jährlich werden vom Kanton St.Gallen, dem zuständigen Förster und Mitglieder der Jagdgesellschaft zudem in den Revieren Bestandsaufnahmen des Wildes gemacht. Auf dieser Grundlage wird später entschieden, welche Massnahmen getroffen werden, damit die Biodiversität erhalten bleibe. So darf es in einem Gebiet weder zu viele Jung- noch Alttiere geben. Zudem hat das Jagdgesetz eine Mindestabschussmenge definiert, die sich etwa auf fünfzig Rehe und sechs Gämsen beläuft. Auch dürfen die Tiere nur während der offiziellen Jagdsaison vom 1. Mai bis 15. Dezember geschossen werden.

Sicherheitsmassnahmen für den Wildschutz

Ein weiterer Bestandteil der Arbeit einer Jagdgesellschaft ist die Dokumentation von Wildunfällen. Wird ein Tier angefahren, ist der Fahrer dazu verpflichtet, die Polizei zu alarmieren. Diese kontaktiert den zuständigen Jäger, der das betroffene Tier allenfalls von seinem Leid erlöst und den Tatbestand aufnimmt. Auch ist der Jäger für die Entsorgung des Tierkadavers zuständig. In Bütschwil und Ganterschwil müssen die Jäger rund sechs Mal im Jahr aufgrund von Wildunfällen ausrücken.

Kommt es an einem Ort vermehrt zu Unfällen mit wilden Tieren, können die Jäger Sicherheitsmassnahmen vornehmen. So können sie etwa Reflektoren oder blaue Bänder zur Abschreckung an den Strassenrändern montieren. Gemäss Gerardo Buscetto erkennen vor allem Paarhufer die Farbe Blau besonders gut in der Dunkelheit.

Öffentlichkeitsarbeit ist die wichtigste Aufgabe

«Die wichtigste Aufgabe eines Jägers ist aber die Öffentlichkeitsarbeit. Wir stehen in engem Kontakt mit der Bevölkerung, sensibilisieren diese und dienen als Ansprechperson für Fragen und Anregungen in Bezug auf Wildtiere. Wenn beispielsweise ein Fuchs durch die Nachbarschaft schleicht, tauschen wir uns mit den Betroffenen aus und kümmern uns um allfällige Massnahmen», erklärt Gerardo Buscetto.

Zur Öffentlichkeitsarbeit gehöre, die Bevölkerung für das richtige Verhalten in der Natur zu sensibilisieren. Als Beispiel führt der Präsident an, dass Hunde im Wald an der Leine geführt werden sollen, weil sie ihrem Trieb entsprechend Rehe jagen zu Tode hetzen könnten.

Auch Jagdgesellschaften spüren die Überalterung

Ab achtzehn Jahren können junge Frauen und Männer die Jagdprüfung absolvieren und sich um eine Aufnahme in eine Jagdgesellschaft bemühen. «Bei uns im Revier absolvieren zurzeit drei Jungjäger die Ausbildung, was mich sehr freut», meint Buscetto. Denn wie viele Vereine kämpfen auch die Jagdgesellschaften vermehrt mit dem Problem der Überalterung ihrer Mitglieder. Buscetto sagt: «Wir versuchen Naturfreunde anzuwerben und sie für unser Vereinsleben zu begeistern.» Während der Ausbildung werden Jungjägerinnen oder Jäger in die Arbeit integriert, indem sie etwa unterstützend mithelfen und sich so gleichzeitig mit dem Revier vertraut machen können. «Als Jäger hat man Ehrfurcht und grossen Respekt vor den Tieren. Keiner macht Freudensprünge, wenn er eines erlegt», betont der Präsident.

Wichtig sind den Mitgliedern der Jagdgesellschaft auch die Nachhaltigkeit und die regionale Vermarktung des Wildes. Die erlegten Tiere aus ihrem Gebiet liefern die Jäger daher zu einem Metzger nach Mosnang, wo das Fleisch verarbeitet und für den Verkauf vorbereitet wird.

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