Integration ist Aufgabe der Kantone

Asylbewerber, deren Asylgesuch positiv beantwortet wurden, kommen in die Zuständigkeit eines Kantons.

Sabine Camedda
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Die Schweiz hat per 1. März dieses Jahres das Asylgesetz revidiert. Dies brachte mit sich, dass die Asylverfahren gemäss einem strikten Ablauf durchgeführt werden. Reist eine Person in die Schweiz ein und stellt dort ein Asylgesuch, ist zunächst der Bund für diese Person zuständig. Sie wird in einem Bundesasylzentrum untergebracht, wo verschiedene erste Abklärungen laufen. Hat die Person beispielsweise bereits in einem anderen Land ein Asylgesuch gestellt, kommt das sogenannte Dublin-Verfahren zur Anwendung. Das heisst, dass das Asylverfahren in diesem Erstland durchgeführt werden muss.

Bei rund 32 Prozent der Asylsuchenden kann innerhalb von kurzer Zeit ein positiver oder negativer Entscheid gefällt werden. Wird das Asylgesuch abgelehnt, muss die Person die Schweiz verlassen, sofern die Rückkehr in sein Heimatland zumutbar ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Person vorläufig aufgenommen. Diese Menschen sowie die Asylbewerber, deren Asylgesuch positiv beantwortet wurden, kommen in die Zuständigkeit eines Kantons. Diese bringen die Menschen mit dem Status Flüchtling und die vorläufig Aufgenommenen in Integrationszentren – beispielsweise in der Seeben in Ennetbühl – unter. Bei rund zwei Fünftel aller Asylsuchenden kann der Entscheid über ein Asylgesuch nicht einfach gefällt werden. Diese Personen werden während der Wartezeit ebenfalls den Kantonen zugewiesen. Sie wohnen in kantonalen Integrationszentren.

Nach einer gewissen Zeit stellt sich auch bei ihnen die Weiche, ob es einen Verbleib in der Schweiz gibt oder ob diese Personen ausreisen müssen. Erst wenn die Integration soweit fortgeschritten ist, dass die Flüchtlinge eigenständig wohnen können, werden sie gemäss einem definierten Schlüssel auf die Gemeinden verteilt. Diese sind in der Folge für die weitere Betreuung zuständig.