UMBAU
Weg vom Winterbetrieb hin zum Ganzjahrestourismus: So wollen die Betreiber der Skilifte Gähwil und Mosnang den schneearmen Wintern trotzen

Die Sportgenossenschaft Gähwil geht neue Wege und möchte den Skilift durch einen Sessellift ersetzen. Ähnliche Pläne gibt es in Mosnang. Dort soll auf einen Gondelbetrieb umgestellt werden.

Beat Lanzendorfer
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Betriebsleiter Theo Messmer (rechts) und Martin Giovanoli, Technischer Leiter, testen jenen Typ Sessellift, der in Gähwil installiert werden soll.

Betriebsleiter Theo Messmer (rechts) und Martin Giovanoli, Technischer Leiter, testen jenen Typ Sessellift, der in Gähwil installiert werden soll.

Bild: PD

Der Gähwiler Skilift feiert im kommenden Jahr sein 60-jähriges Bestehen. Um dessen Erhalt trotz zunehmend schneearmer Winter sicherzustellen, wurde schon vor 40 Jahren die Sportgenossenschaft gegründet. Davor war die Anlage in Privatbesitz.

Im Hinblick auf dieses Jubiläum möchten die Verantwortlichen der Sportgenossenschaft mit dem Bau eines Sesselliftes vom reinen Wintersportangebot wegkommen und auf den Ganzjahrestourismus setzen. Dazu sagt Betriebsleiter Theo Messmer:

«Das Gebiet rund um Gähwil hat sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Wandermekka entwickelt. Diesem Umstand wollen wir Rechnung tragen.»

Geplant ist ein Sessellift

Zum sommerlichen Aufschwung habe auch die Inbetriebnahme des Wohnmobilstellplatzes, direkt bei der Talstation des Liftes, beigetragen. Dazu Messmer: «Viele Gäste mit ihren Wohnmobilen auf dem Skiliftparkplatz haben schon lange den Wunsch geäussert, möglichst schnell auf den Hamberg zu kommen, um von dort ihre Wanderungen zu starten.» Der Lift hätte eine ähnliche Funktion wie jener in Atzmännig, wo ab der Bergstation auch ausgedehnte Wanderungen möglich sind.

Die Pläne sind bereits weit fortgeschritten. Anstelle des bisherigen Skiliftes ist vorgesehen, einen Sessellift zu installieren. Um das Ganze abzurunden, sollen zwei Downhill-Strecken für Biker in das Konzept integriert werden.

Können die Pläne umgesetzt werden, sieht die Talstation des künftigen Sesselliftes in Gähwil so aus.

Können die Pläne umgesetzt werden, sieht die Talstation des künftigen Sesselliftes in Gähwil so aus.

Bild: PD

Letztendlich muss das Projekt von der Gemeinde bewilligt werden. Gemeindepräsident Roman Habrik zeigt sich zuversichtlich, dass die Sportgenossenschaft die Auflagen erfüllt: «Ich habe die Pläne bereits gesehen und bin überzeugt, dass durch das Projekt in Gähwil die Bedürfnisse für einen Ganzjahrestourismus abgedeckt werden können.»

Der Umbau vom Ski- zum Sessellift dürfte rund fünf Millionen Franken kosten. Die alten Masten (Stützen) müssten abgebrochen und durch vier neue ersetzt werden. Die Finanzierung ist im Detail noch zu klären. Die Gemeinde zeigt sich aber offen, einen Teil mitzufinanzieren, da zuletzt wiederholt hohe Gewinne resultiert hatten.

Roman Habrik, Gemeindepräsident Kirchberg.

Roman Habrik, Gemeindepräsident Kirchberg.

Bild: Beat Lanzendorfer

Kann das Vorhaben zeitgerecht umgesetzt werden, soll der Sessellift erstmals in der Saison 2023/2024 laufen. Detaillierte Informationen geben Betriebsleiter Theo Messmer und Martin Giovanoli, Technischer Leiter Skilift Gähwil, heute Freitag zwischen 16 und 17 Uhr auf dem Skiliftparkplatz.

In Mosnang mit der Gondel den Berg hinauf

Doch nicht nur in Gähwil will man vorwärtsmachen. Im Bestreben, das untere Toggenburg verstärkt als Tourismusregion zu präsentierten, gibt es auch in Mosnang Pläne. In den vergangenen Jahren litt auch der bei den Kindern und Jugendlichen beliebte Mosliger Skilift immer häufiger unter Schneemangel.

Als vor zwei Jahren die Durchfahrtsrechte mit den Bodenbesitzern neu verhandelt werden mussten, prüfte der Verwaltungsrat die Installation von Schneekanonen. Denn schliesslich verfüge Mosnang über viel Wasser. Dazu Martin Bollhalder, Präsident Skilift Hochwacht AG:

Martin Bollhalder, Präsident Skilift Hochwacht AG.

Martin Bollhalder, Präsident Skilift Hochwacht AG.

Bild: PD
«Die Anschaffungskosten wären tragbar gewesen. Aber wegen der hohen Betriebskosten musste die Idee schliesslich fallen gelassen werden.»

Inzwischen hat der Verwaltungsrat der Skilift Mosnang AG weitere Ideen zur Sicherung des Skiliftbetriebs geprüft. Am aussichtsreichsten stellte sich dabei die Umstellung auf Gondeln heraus. Kürzlich fanden erste Testfahrten statt. «Dabei hat sich gezeigt, dass die vorhandene Infrastruktur, die vor zwei Jahren auf den neusten technischen Stand gebracht wurde, auch mit Gondeln problemlos funktioniert», sagt Bollhalder weiter.

In Mosnang sollen in Zukunft Gondeln zur Hochwacht hinauf fahren.

In Mosnang sollen in Zukunft Gondeln zur Hochwacht hinauf fahren.

Bild: PD

Der Sicherheitsbeauftragte der Schweizer Bergbahnen stellte dem Mosliger Skilift mittlerweile die Bewilligung für einen Gondelbetrieb in Aussicht. Die Gesamtkosten werden mit rund zwei Millionen Franken beziffert. Wie in Gähwil sei es denkbar, dass die Anlage nach der Umstellung auf die Gondeln als Ganzjahresbetrieb geführt wird.

Für die endgültige Bewilligung sind nun noch Gondel-Testfahrten mit Menschen nötig. Hierzu lädt die Skilift Mosnang AG die Bevölkerung ein. Die Gondel-Testfahrten finden heute Freitag ab 18 Uhr statt. Treffpunkt ist bei der Talstation des Skilifts Hochwacht. Es besteht auch die Möglichkeit, Aktien für die Finanzierung der Gondeln zu zeichnen.

Leider nein: Diese Pläne existieren nicht und es handelt sich hierbei um einen April-Scherz.