Infrastruktur
Im Gebiet Grundschwendi wird in trockenen Sommern das Wasser knapp – deshalb soll das Netz der Wasserkorporation Hemberg erweitert werden

Die Wasserkorporation Hemberg plant einen Ausbau seines Netzes in die Grundschwendi.

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Im Gebiet Grundschwendi wurde in trockenen Sommern das Wasser knapp.

Im Gebiet Grundschwendi wurde in trockenen Sommern das Wasser knapp.

Bild: Roland Weihrauch/DPA

(uh/gk) Die Grundeigentümer im Gebiet Grundschwendi bis Necker versorgen sich bis anhin über eigene Wasserfassungen. Der trockene Sommer im Jahr 2018 habe einige dieser privaten Wasserversorgungen an ihre Grenzen gebracht, worauf bei mehreren Grundeigentümern der Wunsch nach einem Anschluss an das Netz der Wasserkorporation Hemberg aufkam. Eine Netzerweiterung der Wasserversorgung würde ausserdem ermöglichen, im ganzen Gebiet den Feuerschutz zonenkonform sicherzustellen. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 1'116'849 Franken, heisst es im Bericht der Gemeinde.

Grosse Höhenunterschiede sind zu überwinden

Im Februar 2020 veranstaltete die Wasserkorporation mit den betroffenen Grundeigentümern eine Informationsveranstaltung, an welcher eine erste Projektskizze aufgezeigt wurde. Im Anschluss an die Veranstaltung haben bereits neun Grundeigentümer eine Anschlusserklärung respektive eine Zustimmungserklärung zum Feuerschutzeinkaufsbeitrag unterzeichnet.

Das Gebiet Grundschwendi – Necker liegt an der rechten Talflanke des Neckertals unterhalb der Barenegg. Das zugehörige Reservoir Barenegg liegt auf einer Höhe von 1086 m ü. M. Die meisten Liegenschaften im neu zu erschliessenden Gebiet liegen auf rund 900 m ü. M., die tiefstgelegene auf 860 m ü. M. und die höchstgelegene auf 955 m ü. M. Ein weiteres Ferienhaus auf 995 m ü. M. hat vorerst keinen Anschlusswunsch geäussert.

Akzeptable Druckverhältnisse könne erreicht werden

Aufgrund der Höhenverhältnisse sei ein direkter Anschluss an das Reservoir nicht möglich, da im Netz zu hohe Drücke entstehen würden, heisst es im Bericht. Durch die Zwischenschaltung eines Druckreduzierventils könnten jedoch akzeptable Druckverhältnisse erzielt werden. Das Ventil sollte so eingestellt werden, dass im Hauptversorgungsgebiet ein Netzdruck von knapp unter 10 bar erreicht wird. Der Netzdruck bei der tiefstgelegenen Liegenschaft würde dann rund 13,0 bar betragen und bei der höchstgelegenen 4,0 bar.

Sollte auch das noch höher gelegene Ferienhaus angeschlossen werden, müsste dies über eine Druckerhöhungsanlage erfolgen. Basierend auf diesem Konzept sei eine Untersuchung erfolgt, die Netzdrücke und Löschwassermengen gemäss den Vorgaben der Gebäudeversicherung St.Gallen mittels Rohrnetzberechnung überprüft. Mit einer Hauptleitung PE 160/130,8 könnten alle Vorgaben erfüllt werden.

Bypass für erleichterte Unterhaltsarbeiten

Um im neuen Versorgungsgebiet Grundschwendi–Necker die angestrebten Druckverhältnisse zu erreichen, müsse ein Druckreduzierventil eingesetzt werden, schreibt die für die Ausführung beauftragte Firma nrp Ingenieure in ihrem Bericht. Diese schlägt den Einsatz eines Fertigschachtes der Firma Hawle Armaturen AG vor, der die komplette Ausstattung mit allen Armaturen beinhalte. Ein gleicher Schacht sei bei der Wasserkorporation Hemberg im Eggli für das Gebiet Bad-Matt bereits im Einsatz. Die wichtigsten Betriebsdaten wie beispielsweise die Ein- und Ausgangsdrücke seien im Projektplan eingetragen.

Für Unterhaltszwecke sei ein Bypass vorgesehen, der vor dem ersten Schieber bis zum am Ende des Schachts gelegenen Entlüftungsventils montiert werde. Der Bypass besteht aus einer 5/4’’- Verrohrung mit eigenem kleinen Druckreduzierventil und Schrägsitzventilen sowie Abgängen. Die Durchflussmenge, die bei Unterhaltsarbeiten lediglich über den Bypass gelangt, sei stark reduziert und nur für einen temporären Betrieb der Versorgung vertretbar.

Mit den Bauarbeiten soll im Herbst 2021 begonnen werden.