Kommentar

In Wildhaus-Alt St.Johann ist eine Chance auf Veränderung nach wie vor vorhanden

Gemeindepräsident Rolf Züllig ist im Amt bestätigt worden, auch wenn jeder vierte Stimmbürger für Veränderung votiert hat. Weil nur ein Gemeinderat gewählt ist, birgt der zweite Wahlgang Spannung.

Sabine Camedda
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Sabine Camedda, Redaktorin

Sabine Camedda, Redaktorin

Bild: Urs Jaudas

Politikmüde? Nein, das sind die Bürgerinnen und Bürger von Wildhaus-Alt St.Johann mitnichten. Im Gegenteil, das Interesse an den diesjährigen Behördenwahlen war so gross wie noch nie. Kampfwahl ums Gemeindepräsidium, Kampfwahl ums Schulratspräsidium.

Und für die restlichen drei Sitze im Gemeinderat bewarben sich gar neun Personen. Es wäre aber falsch, dieses grosse Interesse daran festzumachen, dass die amtierenden Räte ihre Aufgabe schlecht machen würden. Vielmehr bot die Konstellation von mehreren Rücktritten die Chance auf Veränderung.

Komfortabler Vorsprung gegenüber des Herausforderers

Wie sehr das Stimmvolk Ja zu dieser Veränderung gesagt hat, lässt sich nach dem ersten Wahlgang noch nicht abschliessend sagen. In der Schlüsselposition des Gemeindepräsidenten hat es sich für das Bewährte ausgesprochen. 70 Prozent der Stimmenden unterstützten den amtierenden Rolf Züllig. Dieser kann sich über einen komfortablen Vorsprung gegenüber seinem Herausforderer Renato Pedrolini freuen.

Dass es zu keinem Wechsel an der Spitze der Gemeinde kommt, ist zwar keine Überraschung. Pedrolini hat seine Sache aber gut gemacht und sein Auftritt im Wahlkampf war alles andere als nichtssagend. Nicht zuletzt darum stimmte immerhin mehr als jeder Vierte für Pedrolini.

Parteizugehörigkeit spielt eine untergeordnete Rolle

Dass man an diesem Wahlsonntag in Wildhaus-Alt St.Johann nur gerade einen Gemeinderat gewählt hat, mag ob der Menge an Kandidaten nicht zu erstaunen. Den Grund aber nur darin zu sehen, ist zu einfach. Zu gross sind die Abstände der Resultate der einzelnen Kandidaten.

Einmal mehr zeigt die Stimmenzahl, dass die Parteizugehörigkeit in einer Gemeinde nur eine untergeordnete Rolle spielt. Der FDP ist es mit ihren Kandidaten nicht gelungen, ihre beiden Sitze zu verteidigen. Die SVP verpasste den Einzug in den Gemeinderat. Ein prominenter Name allein genügt ebenfalls nicht, um in die Exekutive der Gemeinde einzuziehen. Doch was ist letztlich bei den Stimmbürgern gefragt? Der Wahlkampf war diesbezüglich zu flau und zeigte zu wenig das Profil der Kandidaten.

Die Wildhaus-Alt St.Johanner dürfen also gespannt sein, wer echtes Interesse an der Arbeit im Gemeinderat hat und den Schritt in den zweiten Wahlgang auf sich nehmen wird. Und mit welchen Ideen diese Kandidaten zu überzeugen versuchen.

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