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In Mosnang steht ein Flughafen

Die Gemeinde Mosnang hat seit 28 Jahren einen Flugplatz. Benutzt wird er von flugbegeisterten Mitgliedern der Modellfluggruppe Mosnang, welche ihre Kisten steigen lassen. Gelandet wird übrigens immer gegen den Wind.
Fränzi Göggel
Dieses Flugzeug, eine Piper J-3 Cup, ist eines der Modelle, das in Mosnang in den Himmel steigt. (Bild: Urs Bucher)

Dieses Flugzeug, eine Piper J-3 Cup, ist eines der Modelle, das in Mosnang in den Himmel steigt. (Bild: Urs Bucher)

Das einspurige Betonsträsschen, welches sich um den Mosnanger Hügel Hinterbitzi windet, wird meist von Spaziergängern und Freizeitsportlern benutzt. Zweimal die Woche bei schönem Wetter ereignet sich Spannendes. Die Modellfluggruppe Mosnang trifft sich in der Hinteren Bitzi zum Fliegen. Sorgsam werden aus Kombi-Personenwagen Flugzeugteile ausgepackt. Die Modellpiloten begrüssen sich, checken ab, woher der Wind weht und machen sich ans Zusammenbauen ihrer fliegenden Lieblinge. Sofort haben sich die Männer aus der hektischen Berufswelt ausgeklinkt und sind total fokussiert auf ihre Modellflugzeuge.

Die Gilmore mit ihrem 3 Zylinder 4-Takt Sternmotor hat 60 Kubik. Im Hintergrund dirigieren Christian Aberer und Richard Kläger ihre Lieblinge in der Luft. (Bild: Urs Bucher)

Die Gilmore mit ihrem 3 Zylinder 4-Takt Sternmotor hat 60 Kubik. Im Hintergrund dirigieren Christian Aberer und Richard Kläger ihre Lieblinge in der Luft. (Bild: Urs Bucher)

Die Vielfalt an Modellflugzeugen ist enorm. «Ein chinesisches Billigmodell für 50 Franken hebt genauso ab wie eine 15 000 Franken teure, exklusive Rarität», erklärt Präsident Christian Aberer. «Wir haben mehrere spezielle Flugzeuge im Verein, auch eines mit Propellerturbine. Ich bin heute zum Fyrobig-Fliegen da und habe darum meine kleine Sukhoi Su-31 dabei. Will ich Kunstfliegen, nehme ich die PC-21, da geht’s dann zur Sache», erzählt der Präsident. 15 Modellflugzeuge besitzt er. Seit 16 Jahren fliegt Aberer im Verein und wurde vor 12 Jahren angefragt, ob er das Präsidentenamt übernehmen wolle. «Alle sind froh, habe ich zugesagt», sagt er und lacht.

Inzwischen kommen weitere Modellpiloten und machen sich ans Zusammenstellen der Modellflugzeuge. Die neun Kilo schwere Gilmore von Jörg Casanova fasziniert mit ihrem Drei-Zylinder-Vier-Takt-Sternmotor und ihrem markanten Design. Für Laien schwer vorstellbar, dass ein möglichst leicht gebautes Modellflugzeug mit einem so schweren Motor in der Nase überhaupt fliegen kann. Jörg Casanova fliegt erst seit fünf Jahren. «Zuerst kam die Familie und der Hausbau, jetzt kann ich mir die Zeit nehmen für mein Hobby», schwärmt der Bündner, der in Mosnang daheim ist, aber noch immer so spricht, wie er es gewohnt ist von Chur.

Von Kindsbeinen an vom Fliegen fasziniert

Schon als junger Mann ist Roman Bürge, er ist Aktuar des Vereins, vom Fliegen fasziniert. «Von meinem ersten Lehrlingslohn kaufte ich einen Modellflieger und das Steuergerät dazu. Es begeistert mich immer noch total», erzählt er. «Mein heutiger Flieger ist eine Extra 330, ein ARF-Modell. Für den Aufbau und Optimierung benötigte ich rund 50 Stunden.» Roman Bürge baute auch schon Modelle, welche er selber konstruierte und aus Sperr- oder Balsaholz zuschnitt.

Roman Bürge bereitet seine Extra 330 für das Startprozedere vor. (Bild: Urs Bucher)

Roman Bürge bereitet seine Extra 330 für das Startprozedere vor. (Bild: Urs Bucher)

«Ich baue geizig. Jedes Gramm mehr in der Luft kostet Leistung. Wir landen immer gegen den Wind. Weht dieser gegen das leichte Gefälle der Piste, wird das Aufsetzen der Modellflugzeuge schwierig. Für die Hinfahrt zum Flugplatz brauchen wir einen Kombi, manchmal würde für die Heimfahrt aber auch ein Kleinwagen ausreichen», spottet Roman Bürge. Oft entsprechen die Modellflugzeuge dem Original, nur sind sie im Massstab kleiner und leichter. Die Palette reicht vom fertigen RTF-Modell aus der Kiste, zum Beispiel RTF – Ready to fly –, mit dem man sofort fliegen kann, bis hin zum Selberbauen nach Plan. Jede Rippe wird dann selbst geschnitzt und mit Folie überzogen. Solche Projekte dauern oft Jahre. Es braucht Zeit, bis man alle Recherchen umgesetzt hat.

Modellfliegen ohne «Drink and Drive»

Christian Aberer, Präsident des Vereins Modelfluggruppe Mosnang. (Bild: Urs Bucher)

Christian Aberer, Präsident des Vereins Modelfluggruppe Mosnang. (Bild: Urs Bucher)

Meist wählt der Modellpilot eine Variante zwischendurch. Sogenannte ARF-Modelle – Almost ready to fly – gibt es in verschieden Schwierigkeitsgraden zu kaufen. Weniger begabte Bastler fügen vorfabrizierte Elemente zusammen und bauen einen Motor ein. Das kann ein Verbrennungs- oder ein Elektromotor sein. Erfahrenere Schrauber bauen sich ihr Modellflugzeug aus einem Baukasten zusammen. «Übrigens, ‹drink and drive› passt auch beim Modellfliegen nicht. Das Fyrobig-Bier nehmen wir später in der ‹Krone›», sagt Christian Aberer mit einem Augenzwinkern und schiebt seine Sukhoi in den Kombi.

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