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In Mosnang regt sich Widerstand gegen Austritt aus dem Solino-Zweckverband

Eine Gruppe von Mosnangerinnen und Mosnangern hat dem Gemeinderat einen offenen Brief geschrieben. Die Unterzeichneten kritisieren darin dessen Absicht, aus dem Zweckverband des Regionalen Seniorenzentrums Solino Bütschwil auszutreten.
Anina Rütsche
Das Regionale Seniorenzentrum Solino in Bütschwil gibt es seit knapp 40 Jahren. (Bild: Anina Rütsche)

Das Regionale Seniorenzentrum Solino in Bütschwil gibt es seit knapp 40 Jahren. (Bild: Anina Rütsche)

«Mit Erstaunen und Unverständnis haben wir vom Entscheid des Gemeinderates, aus dem Zweckverband Seniorenzentrum Solino austreten zu wollen, Kenntnis genommen.» Mit diesem Satz beginnt der offene Brief, den insgesamt 15 Personen mit Bezug zu Mosnang unterzeichnet und an Gemeindepräsident Renato Truniger und den Mosnanger Gemeinderat geschickt haben.

In ihrem Schreiben bitten sie den Rat, den Entscheid an seiner nächsten Sitzung noch einmal zu überdenken und sich für einen Verbleib im Zweckverband des Regionalen Seniorenzentrums, das sich in Bütschwil befindet, einzusetzen. Bekannt geworden sind die Austrittspläne Mosnangs vor knapp zwei Wochen. Geplant ist, dass an der nächsten Mosnanger Bürgerversammlung, die am 25. März stattfindet, über den Verbleib im Zweckverband abgestimmt wird.

«Finanzielle Folgen für Bewohner und Gemeinde»

Koordiniert wurde der offene Brief von Ruben Schuler, Präsident der FDP Mosnang. Er weist jedoch darauf hin, dass es sich nicht ausschliesslich um ein Anliegen der FDP handle: «Unterschrieben haben Vertreter mehrerer Parteien, jeglichen Alters und alle mit einem Leistungsausweis in unserer Gemeinde.» Die engagierte Gruppe listet eine Reihe von Gründen auf, die aus ihrer Sicht gegen einen Austritt sprechen.

Ruben Schuler, Präsident der FDP Mosnang, hat den offenen Brief an den Mosnanger Gemeinderat organisiert. (Bild: PD)

Ruben Schuler, Präsident der FDP Mosnang, hat den offenen Brief an den Mosnanger Gemeinderat organisiert. (Bild: PD)

Unter anderem nehmen die Unterzeichneten Bezug auf den Auswärtigenzuschlag, den Mosnanger Bewohner im «Solino» künftig in den ersten zwei Jahren nach Eintritt zu bezahlen hätten. Dieser betrage zwölf Franken pro Tag. «Für die durchschnittlich 20 Mosnanger Bewohner würde dies einen erheblichen finanziellen Mehraufwand bedeuten.» Auch kämen Mosnanger Antragsteller im Falle eines Austritts aus dem Zweckverband nicht mehr in den Genuss der Aufnahmepriorität.

Ebenfalls bedeutend ist der finanzielle Aspekt in Bezug auf die Gemeinde. Im offenen Brief heisst es: «Die Gemeinde Mosnang hat bislang über zwei Millionen Franken ins Seniorenzentrum Solino investiert. Diese Beiträge wären beim Austritt für immer verloren.» Kritisiert wird auch, dass Mosnang künftig nicht mehr an der Wert- und Qualitätssteigerung teilhaben könnte – das «Solino» plant für die kommenden Jahre Investitionen von rund 20 Millionen Franken, die ohne Beiträge der Zweckverbandsgemeinden realisiert werden sollen.

«Wir wollen das gute Nebeneinander erhalten»

Ein weiterer Punkt, auf den im Brief eingegangen wird, sind die Partnerschaften. Die Verantwortlichen des «Solino» beabsichtigen, den neuen Stützpunkt des Spitexvereins Bütschwil-Mosnang im Seniorenzentrum in Bütschwil unterzubringen. «Mit einem Austritt aus dem Zweckverband würde Mosnang ein negatives Signal zu dieser Form der regionalen Zusammenarbeit aussenden», befürchten Ruben Schuler und seine Mitstreiter.

Auch gehen sie auf das Mosnanger Gewerbe ein, das bislang bei der Vergabe von Aufträgen im «Solino» berücksichtigt worden sei: «Dies wäre in Zukunft als Nicht-Zweckverbandsgemeinde zumindest in Frage gestellt.» Auch das Angebot an nahen Ausbildungs- und Arbeitsplätzen im «Solino» werde stets von Mosnangerinnen und Mosnangern genutzt.

Zum Schluss heben die Unterzeichnenden des Briefs hervor, dass ihr Schreiben nicht als Stellungnahme gegen das Mosnanger Alters- und Pflegeheim Hofwis zu verstehen sei. «Vielmehr wollen wir das bislang gute Nebeneinander von ‹Hofwis› und ‹Solino› erhalten und nicht unnötig aufs Spiel setzen.»

Gemeinderat will auf «Hofwis» fokussieren

Der Mosnanger Gemeinderat wiederum vertritt seine Ansicht im aktuellen Mitteilungsblatt. Er erachtet den Zweckverband als nicht mehr zeitgemäss und hat dem Verwaltungsrat vorgeschlagen, eine andere Organisationsform zu prüfen. «Dies, damit das ‹Solino› mehr unternehmerische Freiheiten mit einfachen und schnellen Entscheidungswegen erlangt», wie die Verantwortlichen schreiben.

Mosnang verfüge mit der «Hofwis» über genügend eigene Pflegeheimplätze. Daher sei es möglich, diejenigen im «Solino» den anderen Gemeinden zur Verfügung zu stellen und auf die «Hofwis» zu fokussieren.

Im Einsatz für den Verbleib im Zweckverband

Die folgenden 15 Personen haben den offenen Brief unterzeichnet: Roger Hollenstein (Verwaltungsrat «Solino»), Ruben Schuler (Präsident FDP Mosnang), Patrick Brändle (Verwaltungsratspräsident Dorfkorporation Mosnang und ehemaliger Verwaltungsrat «Solino»), Andrea Bösch (ehemaliges Mitglied der GPK Mosnang, SVP), Ruth Breitenmoser (ehemalige CVP-Gemeinderätin), Pius Hollenstein (ehemaliges Mitglied GPK Mosnang, FDP), Urs Stillhard (ehemaliger Präsident FDP Mosnang), Edi Schnellmann (ehemaliger Kreisgerichtspräsident), Walter Wohlgensinger (ehemaliger CVP-Gemeinderat), Bruno Schneider (ehemaliger CVP-Gemeinderat), Erich Wohlgensinger (ehemaliger Kreisrichter), Myrtha Schuler (ehemalige SVP-Schulrätin), Erwin Widmer (ehemaliger Kirchenverwaltungsrat, Konrad W. Schiess (ehemaliger CVP-Kantonsrat), Christian Widmer (ehemaliger CVP-Schulrat). (pd/aru)

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