In die Fabrik statt in die Degustationshalle 5: Wie der SP-Kantonsrat Christoph Thurnherr die Olma kompensiert

Der Wattwiler Christoph Thurnherr hat ein besonderes Hobby: Er verkauft an der Olma und der Offa Wein für einen Walliser Winzer. In diesem Jahr ohne Ausstellung reist mit einem Sortiment von Walliser Weinen durch die Ostschweiz, quasi als Ersatzolma.

Sabine Camedda
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Stossen auf eine erfolgreiche Ersatzolma an: (von links) Anja Egli, Christoph Thurnherr, Michelle Porchet und Helena Büchel von der Fabrik in Ebnat-Kappel.

Stossen auf eine erfolgreiche Ersatzolma an: (von links) Anja Egli, Christoph Thurnherr, Michelle Porchet und Helena Büchel von der Fabrik in Ebnat-Kappel.

Bild: Sabine Camedda

Ein Gedränge? Nein, das «richtige» Ambiente der Degustationshalle der Olma ist an diesem Donnerstagabend in der Fabrik in Ebnat-Kappel weit weg. Die Gäste sitzen gemütlich an den Tischen, nippen an den Gläsern, degustieren die neusten Jahrgänge. Immer wieder wird der Wein 5.0.16, benannt nach der Standnummer des Caves du Rhodan in Salgesch, ausgeschenkt. Also doch die Olma?

Christoph Thurnherr aus Wattwil lacht. Seit vielen Jahren organisiert der Kantonsrat und Lehrer am BWZT den Weinverkauf für die Winzerfamilie Mounir aus Salgesch. «Elf Tage Olma und sechs Tage Offa sind in meinem Terminkalender fest gebucht. Das ist mein Hobby», erklärt er.

«Ich mag den Kontakt zu den Leuten, die den Wein degustieren und es freut mich, für einmal etwas anderes zu machen als im Beruf.»

Ersatzolma für den Kontakt mit den Kunden

Wegen des Coronavirus nicht nur auf die Olma, sondern auch auf den Kontakt mit den Kunden zu verzichten, kommt für Christoph Thurnherr daher nicht in Frage. In den Sommerferien reift die Idee einer Ersatzolma. «Wenn die Kunden nicht zu uns kommen können, gehen wir zu den Kunden», erklärt Christoph Thurnherr das Prinzip.

Wo die Degustationen stattfinden

An diesen Orten finden die Degustationen jeweils von 16.30 bis 21 Uhr statt:
9. Oktober: Goldach, Charly Wilago
10. Oktober: Oberbüren, Schulhaus Brühlacker
11. Oktober: Oberhelfenschwil, Weidhof
12. und 13. Oktober: St.Gallen, Feuerwehrmuseum
15. Oktober: Flawil, Kulturlokal
16. Oktober: Gossau, Restaurant Freihof
17. Oktober: Wattwil, Restaurant National

An neun Tagen ist er mit seinen Mitarbeiterinnen in der Ostschweiz unterwegs. Im Gepäck haben sie nicht nur Wein von der Winzerfamilie Mounir, sondern auch weitere Walliser Spezialitäten. Die Fleischplättli sind portioniert, das Raclette wird frisch gestrichen und die Cholera aufgebacken.

Cholera? Genauso fragend habe ihn Roger Wichser vom Thurbeck in Wattwil angeschaut, als er mit dem besonderen Wunsch an ihn herangetreten sei. Der Bäcker liess sich aber auf das Experiment ein und liefert nun den Gemüsekuchen, hergestellt nach einem alten Walliser Rezept.

Aus Geschäftsbeziehung ist Freundschaft geworden

Gründe, warum Christoph Thurnherr in der Ostschweiz den Wein aus dem Cave du Rhodan verkauft, gibt es einige. Ihn überzeugt die «enkeltaugliche Landwirtschaft», mit welcher Olivier Mounir die Weinberge bewirtschaftet. Dann schmecken ihm die verschiedenen Weine. Und:

«Aus der Geschäftsbeziehung mit Mounirs ist inzwischen eine Freundschaft geworden.»

Dass die Weinbauern ihm und allen Ostschweizern einen eigenen Wein keltern, eben den 5.0.16, erfüllt ihn mit Stolz. Kein Wunder, kommt dieser Walliser Wein in der Ostschweiz sehr gut an.

Weitere Information und Anmeldung auf www.rhodan.ch.

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