In der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg wird wieder miteinander geredet – nun soll die Fusion der Kirchgemeinden folgen

Nach den Querelen, die dazu führten, dass vier Seelsorgende ab Sommer 2020 nicht mehr in der Seelsorgeeinheit tätig sein können, gehen die Parteien nun aufeinander zu.

Beat Lanzendorfer
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In den Kirchgemeinden in Kirchberg (Bild), Bazenheid und Gähwil soll wieder Ruhe einkehren. Neue Köpfe bemühen sich um einen Neuanfang.

In den Kirchgemeinden in Kirchberg (Bild), Bazenheid und Gähwil soll wieder Ruhe einkehren. Neue Köpfe bemühen sich um einen Neuanfang. 

Bild: Beat Lanzendorfer

Die Kirchgemeinden Bazenheid, Gähwil und Kirchberg wollen fusionieren. Bisher sind die Gemeinden der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg nur in einem Zweckverband zusammengeschlossen. Nach den jüngsten Querelen, die zum Abgang von vier Mitarbeitenden führten, soll nun ein Neustart gelingen.

Mit der Wahl neuer Delegierten der Kirchgemeinden Bazenheid, Gähwil und Kirchberg wurde kürzlich der Vorstand des Zweckverbands neu besetzt. Dies wurde nötig, weil eine Zusammenarbeit unter den alten Vorstandsmitgliedern nicht mehr möglich war.

Hans Egli, Präsident des Gähwiler Kirchenverwaltungsrates, erklärt:

«Wir möchten zusammen einen positiven Neuanfang starten, die drei Pfarreien bilden eine gemeinsame Personalfindungskommission und letztlich soll das Miteinander zu einer Fusion führen.»

Ob es tatsächlich zum Zusammenschluss kommen wird, entscheiden die Stimmberechtigten an ihren jeweiligen Kirchbürgerversammlungen.

Prozess dürfte zwei Jahre dauern

Bis dahin dürfte es aber noch eine Weile dauern. Egli spricht von einem rund zweijährigen Prozess. Die bisherigen Präsidenten der Kirchenverwaltungen – Patrick Loepfe (Kirchberg), Joseph Koch (Bazenheid) und Hans Egli (Gähwil) – sind an den einzelnen Kirchbürgerversammlungen im März 2019 von den Stimmberechtigten für weitere vier Jahre im Amt bestätigt worden.

Ihre Amtsdauer hat am 1. Januar 2020 begonnen, sie würde also möglicherweise über die Fusion andauern. Ob alle drei während der ganzen ordentlichen Amtszeit im Amt verbleiben, ist derzeit aber sowieso offen. Joseph Koch, der Präsident des Bazenheider Kirchenverwaltungsrates, hat bereits an der letztjährigen Versammlung angekündigt, nach zwei Jahren sein Amt zur Verfügung zu stellen. «Weil im vergangenen Jahr Markus Frick und Köbi Helg zurückgetreten sind und um die Kontinuität zu wahren, habe ich mich nochmals zum Präsidenten wählen lassen. Es ist aber angedacht, dass ich das Amt nach zwei Jahren an Marius Ammann übergebe, sofern er von den Stimmbürgern gewählt wird.»

Herausforderungen für neuen Vorstand sind gross

Die Vorgeschichte der jetzigen Bemühungen ist bekannt. Der über einen längeren Zeitraum schwelende Konflikt innerhalb des Seelsorgeteams hat dazu geführt, dass die vier Mitarbeitenden ab Sommer 2020 nicht mehr in der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg tätig sein werden. Ein Neuanfang war aufgrund der belasteten Situation für das Bistum unumgänglich.

Die Herausforderungen für den neuen Vorstand des Zweckverbandes sind deshalb gross. Es sei klar, dass die Wunden der Konflikte in den vergangenen Monaten noch länger nicht verheilt seien, sagt der neue Vorstand. Er freue sich jedoch, dass er einen Weg für eine positive und gemeinsame Zukunft gefunden habe.

Der Zweckverband als Arbeitgeber für künftige Mitarbeiter sei bereits an der Arbeit, um die Zusammenarbeit der drei Kirchgemeinden zu Gunsten einer guten pastoralen Arbeit in den Pfarreien zu gewährleisten.

Marius Ammann, Reto Huser (beide Bazenheid), Hans Egli, Gabi Holenstein (beide Gähwil), Christiane Pfeiffer Müggler und Manuela Gämperle (beide Kirchberg) haben nach ihrer Wahl durch die Delegierten die Vorstandsarbeit aufgenommen und erste Aufgaben verteilt: Marius Ammann ist neuer Präsident des Zweckverbandes.

Pfarrstelle soll wieder besetzt werden

Reto Huser, Hans Egli und Christiane Pfeiffer Müggler bilden die Personalfindungskommission. Ansprechperson ist Hans Egli. Bereits sind zwei 100-Prozent-Stellen für Seelsorgende sowie eine als Religionspädagoge oder Religionspädagogin ausgeschrieben.

Die Personalfindungskommission ist zuversichtlich, dass auch die Pfarrstelle in naher Zukunft wiederbesetzt werden kann, hier schlagen jeweils Bischof und Personalamt des Bistums die Kandidaten vor, sie wird nicht ausgeschrieben.

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