In der Region nimmt der Verkehr leicht ab – auf der Umfahrung Bazenheid weiter zu

An einigen Messpunkten in den Regionen Toggenburg und Wil-Fürstenland gab es 2019 weniger Verkehr. Anders jedoch auf der Umfahrung Bazenheid: Sie ist nach wie vor die am meisten befahrene Strecke.

Sabine Camedda
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Die Umfahrung Bazenheid ist mit Abstand die meistbefahrene Strecke in den Regionen Toggenburg und Wil-Fürstenland.

Die Umfahrung Bazenheid ist mit Abstand die meistbefahrene Strecke in den Regionen Toggenburg und Wil-Fürstenland.

Bild: Martin Knoepfel

Der Kanton St.Gallen misst an 141 Punkten das Verkehrsaufkommen. Wie er Mitte März mitteilte, hat das Verkehrsaufkommen auf den St.Galler Strassen im 2019 gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Prozent abgenommen. Ähnliches ist auch in den Regionen Wil-Fürstenland und Toggenburg zu beobachten. An vielen Zählstellen fuhren weniger Fahrzeuge vorbei, die Abnahme bewegt sich in einem tiefen Prozentbereich.

Die mit Abstand meistbefahrene Kantonsstrasse in der Region ist die Umfahrungsstrasse Bazenheid. Rund 7,17 Millionen Fahrzeuge nutzten diese Strasse im vergangenen Jahr. Gegenüber dem Vorjahr wurden sogar noch 1,2 Prozent mehr Fahrzeuge gezählt.

Die höchste Zunahme innerhalb Jahresfrist gab es in Oberbüren beim Messpunkt Neudorf. Fast 1,81 Millionen Fahrzeuge wurden dort erfasst. Dies entspricht einem Plus von 3,6 Prozent. Bei der Schwarzenbacherbrücke in Jonschwil stieg die Anzahl Fahrzeuge um 2,9 Prozent. Im vergangenen Jahr wurden dort rund 4,47 Millionen Fahrzeuge gezählt.

Fehlendes Angebot auf der Schwägalp

Diese Strassen sind jedoch die Ausnahme. Der kantonale Trend zu leicht weniger Verkehr bestätigt sich auch bei vielen Messstellen in den Regionen Toggenburg und Wil-Fürstenland. Auf der Achse Wildhaus in Richtung Wil beispielsweise hat das Verkehrsaufkommen in Wildhaus (Messstelle Befang) und in Bütschwil (Messstelle Bächli) um 1,2 respektive 1 Prozent abgenommen.

Verkehrsaufkommen im Toggenburg 2019

Messpunkt 2018 2019 Veränderung
Bazenheid Umfahrung 7'084'836 7'169'937 +1,2 %
Bütschwil Bächli 6'086'492 6'024'627 -1.0%
Bütschwil-Ganterschwil 1'062'491 *
Ebnat-Kappel Horben * 2'557'493
Hemberg Chrummbach * 341'009
Kirchberg Wolfikon 2'393'107 *
Mogelsberg Hoffeld 628'519 *
Mühlrüti Hulftegg * 456'663
Schwägalp Passhöhe 418'002 386'566 -7.5%
St.Peterzell Auboden 1'447'764 1'430'369 -1.2%
Wasserfluh Passhöhe * 1'054'348
Wattwil Ebnaterstrasse* 3'275'114
Wattwil Hummelwald 4'525'328 4'467'812 -1.3%
Wattwil Ibergtunnel 2'824'150 *
Wattwil Wilerstrasse 4'918'724 4'939'529 +0,4%
Wildhaus Befang 1'337'746 1'322'122 -1.2%

Auch auf der Achse durchs Neckertal gab es weniger Verkehr mit einem Minus von 1,2 Prozent in St.Peterzell (Messstelle Auboden). Ein Rückgang um 1,3 Prozent wurde auf der Achse über den Ricken bei der Messstelle Wattwil Hummelwald festgestellt.

Verkehrsaufkommen Region Wil/Fürstenland 2019

Messpunkt 2018 2019 Veränderung
Degersheim Bleimoos * 1'055'858
Flawil Feld 3'764'881 3'773'704 +0,2%
Jonschwil Schwarzenbacherbrücke 4'345'135 4'469'768 +2,9%
Niederbüren Chrüzwise 2'090'355 2'093'809 +0,2%
Oberbüren Neudorf 1'746'502 1'809'115 +3,6%
Oberuzwil Wilen Watt 2'661'560 2'619'169 -1.6%
Unterrindal Flawilerstrasse 1'127'486 1'118'349 -0.8%
Uzwil Augarten 7'032'216 *
Wil Bronschhoferstrasse 3'600'053 3'618'926 +0,5%
Wil Lindengut 5'926'202 *
Wil Psych. Klinik 4'068'698 3'940'048 -3.2%
Wil Rudenzburg 5'193'376 *
Wil Tonhallestrasse 2'892'315 2'835'442 -2.0%
Zuzwil Grünegg 4'097'824 4'065'051 -0.8%

Stärker abgenommen hat der Verkehr in Wil. Bei der Tonhalle wurden 2 Prozent weniger Fahrzeuge gezählt, trotzdem liegt das Verkehrsaufkommen dort bei noch immer fast 2,84 Millionen Fahrzeugen im Jahr. Noch stärker abgenommen, nämlich um 3,2 Prozent, hat das Verkehrsaufkommen bei der Psychiatrischen Klinik. Dort fiel das Verkehrsaufkommen mit 3,94 Millionen Fahrzeugen unter die 4-Millionen-Grenze.

Ein massives Minus von 7,5 Prozent gab es auf der Schwägalp (Messstelle Passhöhe). Beim kantonalen Tiefbauamt, das die Verkehrsstatistik jeweils herausgibt, wird dieser Rückgang auf den Lawinenniedergang vom Januar 2019 zurückgeführt. Die Schneemassen beschädigten das Hotel und die Bahnanlage, welche daraufhin während mehrerer Monate geschlossen war.

Ausflugsverkehr schlägt sich nieder

In der Statistik lässt sich der Ausflugsverkehr auf den Strassen der Region Toggenburg herauslesen. So gab es bei der Messstation auf der Hulftegg am Sonntag, 13. Oktober, mehr als doppelt so viel Verkehr wie im Jahresmittel, am 22. April wurden dort ebenfalls deutlich mehr Fahrzeuge registriert. Auch in Wildhaus war ein Sonntag der weitaus meistfrequentierte Tag, nämlich der 15. September.

In Hemberg, gemessen bei der Messstation Chrummbach, gibt es jeweils während des Bergrennens Hemberg einen deutlichen Ausschlag nach oben. Im vergangenen Jahr waren am 16. Juni dort doppelt so viele Fahrzeuge unterwegs wie an einem durchschnittlichen Tag.

Auf der Schwägalp wurden im ganzen Monat August des letzten Jahres mehr Fahrzeuge gezählt als üblich. Der absolute Spitzentag war der 1. August mit 4905 Fahrzeugen, während der durchschnittliche Tageswert bei 1095 Fahrzeugen liegt. Beim Schwägalpschwingen passierten 4104 Fahrzeuge die Messstelle auf der Passhöhe.

Weniger Veloverkehrs in Flawil, mehr in Wil

Erstmals hat der Kanton St.Gallen auch Zahlen zum Veloverkehr veröffentlicht. Dafür hat der Kanton an elf Messstellen Daten erhoben. An diesen Orten wurden im vergangenen Jahr 1'480'440 Velos gezählt. Im Vorjahr waren es noch 1'590'979 Velos. Somit hat der Fahrradverkehr im Kanton St.Gallen um 6,9 Prozent abgenommen.

In der Statistik werden drei Messpunkte in der Region Wil-Fürstenland aufgeführt, jedoch keine aus dem Toggenburg. Beim Messpunkt SBB-Brücke in Flawil wurden im vergangenen Jahr 80'665 Fahrräder gezählt. Dies waren 8,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Mehr Veloverkehr gab es hingegen im Lindengut in Wil. Die 32'850 Velofahrer entsprachen einer Zunahme um 4,8 Prozent.

An der St.Gallerstrasse Ost in Wil wurden 70'080 Velofahrer gezählt. Für diese Messstelle gibt der Kanton keinen Vergleich zum Vorjahr an. An diesem Messpunkt wurden am 3. September 443 Fahrräder registriert. Dies bei einem Tagesdurchschnitt von 192. (sas)

Ein Ausreisser nach oben zeigt sich am 20. Dezember bei der Messstelle an der Ebnaterstrasse in Wattwil. Der Spitzentag mit über 18'000 Fahrzeugen war der 20. Dezember. Dass rund 8000 Fahrzeuge mehr als im Durchschnitt diese Stelle passierten, kann mit dem Anlass Rock X-mas erklärt werden. Aus diesem Grund war die Durchfahrt der Bahnhofstrasse gesperrt und die Umleitung führte eben über die Ebnaterstrasse.

Am Sonntag gibt es weniger Verkehr

In der Region Wil-Fürstenland zeigt die Statistik ein anderes Phänomen. Gerade an Sonntagen werden viele Strassen weniger befahren als an einem durchschnittlichen Tag. Die meisten Zählstellen in der Stadt Wil beispielsweise registrierten am stärksten Sonntag im Jahr gerade einmal rund 80 Prozent des durchschnittlichen Tagesverkehrs. In Oberuzwil (Messstation Wilen Watt), in Kirchberg (Messstation Wolfikon) und in Flawil (Messstelle Feld) liegen die Werte sogar noch tiefer.

Auffallend in der Verkehrsstatistik 2019 ist, dass bei vielen Messstellen vor allem in der Region Toggenburg die Veränderung zum Vorjahr nicht ersichtlich ist. Wenn der Verkehrsfluss auf einer Strecke durch eine Baustelle behindert ist, verzichtet der Kanton St.Gallen darauf, die Zahlen der entsprechenden Messstelle zu publizieren. Darum fehlt beispielsweise die Zählstelle in der Wattwiler Brendi in der Aufstellung.

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