In der Kombination reicht es theoretisch zum Superhelden – eine Lesung des Kolumnisten Steven Schneider in Mosnang

Das Bibliotheksteam Mosnang konnte den bekannten Kolumnisten Steven Schneider für eine Lesung engagieren. Es geht um Helden.

Fränzi Göggel
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Kolumnist Steven Schneider

Kolumnist Steven Schneider

Bild: PD

Die Schul- und Gemeindebibliothek ist in den mehr als 30 erfolgreichen Betriebsjahren ein beliebter Treffpunkt im kulturellen Mosnanger Dorfleben. Das Bibliotheksteam unter der Leitung von Andrea Gmür und Angela Neff hat stets ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Leserinnen und Leser jeglichen Alters. In regelmässigen Abständen organisieren sie in der Bibliothek attraktive Anlässe.

Mit Spannung wird heuer Steven Schneider erwartet. Schneider ist seit 19 Jahren die männliche Hälfte des erfolgreichsten Kolumnenpaares der Schweiz, Schreiber vs. Schneider. In seinem neusten Buch «Wir Superhelden» schlägt er verblüffend tiefgründige Töne an. «Wir organisieren den Anlass zum ersten Mal im Singsaal der Oberstufe. Der Saal hat eine wunderschöne Atmosphäre und ist etwas grösser als unser Nebenraum der Bibliothek», sagt Andrea Gmür zur bevorstehenden Lesung.

Über Männer und die Liebe

Der 55-jährige Familienvater, Kolumnist und Autor Schneider schreibt seit 22 Jahren Kolumnen und gab zusammen mit seiner Frau Sybil Schreiber neun Kolumnenbücher heraus. «Als die #MeToo-Diskussion im Gange war, staunte ich, wie wenig Antworten von Männerseite zum Thema zu hören waren. Da beschloss ich, mich mit dem Thema Mann vertiefter auseinanderzusetzen. Das Buch ‹Wir Superhelden› war mehr Projekt als Runterschreiben.

Ich wollte mehrere Elemente vereinen, Biografie, andere Männer, Ratschläge.

Bis ich die Form und meine Gesprächspartner gefunden hatte, dauerte es eine Weile. Ich habe viel gelesen, Bücher und Interviews von Männern über Männer, über das Mannsein, über die Liebe. Dann wählte ich meine Gesprächspartner aus, zum Beispiel den Berliner Philosophen Wilhelm Schmid, die Autoren Claude Cueni und Thomas Meyer, den Therapeuten Klaus Heer oder Tagesschau-Chef Urs Leuthard. Am Schluss gab ich das Buch meiner Frau zum Gegenlesen. Sie war begeistert. Auch meine 19-jährige Tochter fand es aus feministischer Sicht toll, was ihr Vater über Männer und die Liebe geschrieben hat.»

Der Titel des Buches «Wir Superhelden» führt zur Frage, ob Schneider ein Superheld sei. «Ein Held ist jemand, so wird es im Buch von einem meiner Gesprächspartner definiert, der den Mut hat, seinen eigenen Weg zu gehen. Zweifellos eine Superkraft ist die bedingungslose, grosse Liebe. Wenn man beides kombiniert, könnte man theoretisch ein Superheld werden. Aber wir haben alle unsere Fehler und Schwächen, ich auch. Kurz: Ich arbeite noch daran.»

Der Ablauf seiner Lesungen ähnelt sich stets. Schneider sagt: «Wenn jemand etwas mehr als eine Stunde zuhören soll, so muss es viel Abwechslung geben. Ich lese Autobiografisches, Informatives, Ausschnitte aus den Gesprächen, aber ich erzähle auch immer wieder in freier Rede. So bleibt es kurzweilig. Es gibt nichts Schöneres, als wenn einem nach der Lesung gesagt wird: Ich hätte noch ein Weilchen zuhören können.»

Hinweis: Die Lesung von Steven Schneider, übrigens für Männer und Frauen, ist am Mittwoch, 18. März, 19 Uhr, im Singsaal des Oberstufenschulhauses in Mosnang. Der Eintritt ist frei, es wird eine Kollekte erhoben.