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In 34 Jahren vom Wegmacher zum Allrounder

Nach über drei Jahrzehnten in Diensten des heutigen Bauamtes Neckertal bestreitet Paul Knaus nun seinen letzten Arbeitstag. Bis zur Pensionierung konnte er alle grossen Projekte zum Abschluss bringen. Das erfüllt ihn mit Zufriedenheit.
Urs M. Hemm
Der Schreibtisch im Büro des Bauamtsleiters ist aufgeräumt, die Aktentasche gepackt − Paul Knaus kann die Geschäfte des Bauamtes Neckertal guten Gewissens seinem Nachfolger übergeben. (Bild: Urs M. Hemm)

Der Schreibtisch im Büro des Bauamtsleiters ist aufgeräumt, die Aktentasche gepackt − Paul Knaus kann die Geschäfte des Bauamtes Neckertal guten Gewissens seinem Nachfolger übergeben. (Bild: Urs M. Hemm)

Aus Zufall sei er damals im Jahr 1984 beim Bauamt Mogelsberg gelandet, erinnert sich Paul Knaus. Er hatte ursprünglich Landmaschinenmechaniker gelernt und zwölf Jahre lang in diesem Beruf gearbeitet. «Dann wollte ich weg vom Job und etwas komplett anderes machen», sagt er.

Zu der Zeit wohnte Knaus in einer Wohnung direkt über dem damaligen Mogelsberger Gemeindepräsidenten Hans Bütikofer. Dieser war gerade auf der Suche nach einem Bauamtsmitarbeiter und sprach ihn eines Abends darauf an. «Wegmacher − so hiess der Bauamtsmitarbeiter damals − war nicht gerade das, wonach ich gesucht hatte», sagt Paul Knaus. Dennoch hat er Bütikofer zugesagt und ist 34 Jahre lang geblieben. Am Freitag, 31. August, hat der 63jährige Mogelsberger seinen letzten Arbeitstag.

Drei Kulturen in einem Bauamt vereinigt

Der Unterhalt der öffentlichen Strassen und Wege gehörte tatsächlich zu den Hauptaufgaben des Wegmachers. «Mit den Jahren sind aber immer mehr Aufgaben und somit auch Anforderungen an die Mitarbeiter dazu gekommen», sagt Paul Knaus, der ab 1986 das Bauamt Mogelberg leitete. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, hätten sie sich viel technisches und handwerkliches Wissen im Laufe der Jahre während der täglichen Arbeiten aneignen müssen. «Wir wurden oft mit neuen Aufgaben konfrontiert, von denen wir im Grunde keine Ahnung hatten», sagt Knaus. So habe man einfach beim Profi abgeschaut und es später ausprobiert. «Lätz» sei nie etwas dabei herausgekommen.

Eine grosse Herausforderung hatte Knaus in Folge der Fusion der Gemeinden und damit auch der Zusammenlegung der Bauämter von St. Peterzell, Mogelsberg und Brunnadern zu bewältigen. «Grundsätzlich trafen drei verschiedene Kulturen aufeinander, die es galt, unter einen Hut zu bringen», erinnert er sich. «Dementsprechend mussten in diesem Prozess immer wieder grössere und kleinere Kämpfe ausgefochten werden, bis man sich schliesslich zusammengerauft und einen tragfähigen Konsens gefunden hatte.»

Das so entstandene Bauamt Neckertal leitete Paul Knaus von 2009 bis 2013. In der ganzen Zeit unter seiner Leitung habe es zum Glück nie grössere, dramatische Ereignisse gegeben. «Was mich aber immer getroffen hat, waren Hochwasser, insbesondere jenes im Jahr 1995, als die neu umgebaute ARA überschwemmt worden war», sagt Knaus. Auch unter- oder gar teils weggespülte Strassen hätten für ihn und seine Mitarbeiter stets eine grosse Herausforderung dargestellt.

Der Erste, der kommt − der Letzte, der geht

Es sei nicht einfach gewesen, die Verantwortung als Bauamtsleiter nach 30 Jahren abzugeben. «Ich wollte mich aber voll und ganz auf die Sanierung der ARA Rennen konzentrieren, von welcher ich bereits den ersten Umbau im Jahr 1992 miterlebt hatte.»

Knaus war innerhalb des Bauamtsteams prädestiniert für diese Aufgabe, denn er hatte berufsbegleitend in den Jahren 1993 bis 1997 die Ausbildung zum Klärwärter absolviert und die Anlage in Rennen betreut. «Die Planung und danach die Bauphase hatten mich nicht nur fachlich, sondern auch körperlich sehr in Anspruch genommen», sagt Paul Knaus. Er sei immer der Erste auf dem Bauplatz gewesen und in der Regel auch der Letzte, der den Bauplatz verlassen habe. «Es war eine sehr anstrengende Zeit.»

Weiter arbeiten am Haus und am Traktor

Er sei jedoch stolz darauf, dass während der ganzen Bauphase die Grenzwerte nicht an einem einzigen Tag überschritten wurden. Dies, obwohl die Anlage während der ganzen Bauphase in Betrieb gehalten wurde. Nach Abschluss der Kläranlagen-Sanierung im Jahr 2016 wartete bereits ein weiteres Grossprojekt auf Paul Knaus, welches ihn noch die letzten zwei Jahre seines Berufslebens beschäftigen sollte: Die Überarbeitung der generellen Entwässerungsplanung.

Diese Arbeit beinhaltete die Überprüfung und Sanierung der Kanalisation sowie im Auftrag des Wasserverbandes Necker die technische und teilweise bauliche Sanierung der Schmutzwasserpumpwerke im ganzen Kanalisationsnetz. «Ich bin froh, dass ich noch beide Projekte vor meiner Pensionierung zu Ende führen konnte und meinem Nachfolger einen leeren Schreibtisch übergeben kann», sagt Paul Knaus.

Obwohl er sich auf den Ruhestand freue, werde er nicht ganz still sitzen können. «In unserem Haus, dass ich im Winter 1986/1987 gebaut habe, gibt es noch immer Zimmer, die nicht ganz fertig sind. Zudem stehen rund ums Haus etliche Umgebungsarbeiten an», sagt Paul Knaus. Ausserdem hege er noch einen besonderen Wunsch: Ganz im Sinne «Zurück zu den Wurzeln» will er sich einen alten Traktor von Fiat kaufen, den er restaurieren möchte. «So habe ich immer etwas zum Basteln.»

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