Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Immer genauere Zeitmessung: Das Erbe des Lichtensteigers Jost Bürgi

In der heutigen Zeit - vor allem bei Sportwettkämpfen - fällt der Genauigkeit eine wichtige Rolle zu. Darüber, und über ältere Formen der Zeitmessung sprachen Experten am Jost-Bürgi-Symposium in Lichtensteig.
Rolf App
Eines von Jost Bürgis Uhrwerken. (Bild: Sascha Erni)

Eines von Jost Bürgis Uhrwerken. (Bild: Sascha Erni)

Natürlich muss Peter Hürzeler von Swiss Timing zuallererst auf jene Panne zu sprechen kommen, die im Februar die Organisatoren des Skirennens von Crans-Montana in Probleme gestürzt hat. Da ist der wie eine Badewanne geformte Zieleinlauf, durch den die Skifahrer im Rennen gebückt schiessen, die Hand nach vorne, um die Zeit anzuhalten. Und da ist ein Zeitmesser, der die Verhältnisse zu wenig kennt. Mit der Folge, dass die Fotozelle zu hoch montiert worden ist und nicht reagiert hat.

Es ist die Ausnahme von der Regel, von der Hürzeler am Jost-Bürgi-Symposium aus eigener, jahrzehntelanger Erfahrung mit der Sport-Zeitmessung erzählt. «Zeitmessung ist etwas zwischen Himmel und Hölle», sagt er. Dass sich Athleten und Veranstalter normalerweise im Himmel fühlen, dafür sorgt Swiss Timing mit enormem technischem und personellen Aufwand. Swiss Timing steht für das, was der Tagungsleiter Bernd Braunecker als Kennzeichen des 1552 in Lichtensteig geborenen Uhrmachers, Astronomen und Mathematikers Jost Bürgi beschreibt: Genauigkeit.

Spielerei und Zeitmessung liegen nahe beieinander

Bürgi konnte zu seiner Zeit nicht so genau sein, wie man dies heute ist. Im ersten Teil des Symposiums ist von dieser Zeit und von Bürgis Werk die Rede. Günther Oestmann von der Technischen Universität Berlin erläutert zwei seiner Meisterwerke in der Zeitmessung, die «Bergkristalluhr» und die «Planetenuhr», die zu Bürgis Ruf als dem führenden Uhrenkonstrukteur seiner Zeit beitragen und ihn zuletzt an den kaiserlichen Hof in Prag bringen. Wie sehr Pracht und Präzision im 16. und 17. Jahrhundert zusammen gehen, das bezeugen die Uhren und technischen Werke, welche die sächsischen Kurfürsten in ihrer Kunstkammer gesammelt haben, und von denen Direktor Peter Plassmeyer berichtet. Spielerei und Zeitmessung liegen da oft dicht beieinander.

Doch die Entwicklung der Zeitmessung geht weiter, erläutert Beat Jeckelmann vom Eidgenössischen Institut für Metrologie im letzten Vortrag des Symposiums. Er schlägt einen Bogen von einer aus der Rotationsbewegung der Erde abgeleiteten Zeitbestimmung zur heutigen, aus Caesium-Atomen gewonnenen Zeitmessung. Das ist, betont Jeckelmann, «keineswegs Selbstzweck», betont er.

Wie im 18. Jahrhundert die Erfordernisse der Seefahrt zu einer erheblichen Verbesserung der Zeitmessung führen, so sind es heute das GPS und die immer grössere Übertragungsgeschwindigkeit von Daten. So führt diese «Ausnahmeerscheinung», wie Lichtensteigs Stadtpräsident Mathias Müller Jost Bürgi beschreibt, geradewegs in die Zukunft. «Wir wollen hier ein Forum für den Wissensaustausch zur Zukunft schaffen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.