Imbissbude steht geplanter Wattwiler Sportanlage im Weg – Eine Petition soll sie retten

In Wattwil tun sich Menschen zusammen, die mit einer Petition die Schliessung von «Siva Hot» verhindern wollen. Dieser steht auf dem Gelände, das für die Sportanlage Rietwis benötigt wird. 

Timon Kobelt
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Kumarasamy Sivanesan, kurz Siva, betreibt eine Imbiss-Bude an der Industriestrasse in Wattwil. Sie erfreut sich grosser Beliebtheit. Nun droht ihr Ungemach, weil sie auf dem Gelände steht, das für die Sportanlage Rietwis benötigt wird. (Bild: Timon Kobelt)

Kumarasamy Sivanesan, kurz Siva, betreibt eine Imbiss-Bude an der Industriestrasse in Wattwil. Sie erfreut sich grosser Beliebtheit. Nun droht ihr Ungemach, weil sie auf dem Gelände steht, das für die Sportanlage Rietwis benötigt wird. (Bild: Timon Kobelt)

Die Jubelrufe über die erfolgreiche Campusabstimmung sind noch nicht ganz verklungen, da ist eine potenzielle Verzögerung für den Bau der Sportanlage am Horizont zu sehen. Auslöser dafür könnte die kleine Imbissbude Siva Hot an der Industriestrasse 4 In Wattwil sein. Diese steht am Rand des Geländes, das dereinst für die neue Sportanlage Rietwis benötigt wird. Im Detail würde die Bude der Finnenbahn in die Quere kommen. Gemäss Brigue Mcirdi, der sich für den Erhalt von «Siva Hot» einsetzt, hat die Gemeinde dem Betreiber Kumarasamy Sivanesan aus diesem Grund eine provisorische Kündigung ausgesprochen.

Daraufhin ist Brigue Mcirdi in die Offensive gegangen und hat eine Petition lanciert, mit der er diese Woche an die Öffentlichkeit gegangen ist. Er habe bewusst gewartet, bis die Campus-Abstimmung vorüber sei, um das Resultat nicht zu gefährden, sagt der Hauswart des «Glaspalasts». Denn er unterstütze das Campus-Projekt und sei sogar Mitglied im Verein Campus Wattwil.

Das Anliegen der Petition ist breit abgestützt

Doch nun wolle er dafür kämpfen, dass für Kumarasamy Sivanesan eine Lösung gefunden werde. Der Betreiber der Imbiss-Bude ist im Toggenburg besser als Siva bekannt und führt seit drei Jahren «Siva-Hot». Zuvor hat der Kriegsflüchtling aus Sri Lanka 28 Jahre für die Pizzeria Capri in Wattwil gearbeitet. Mcirdi, der eng mit Siva befreundet ist, sagt:

«Es kann nicht sein, dass man jemandem, der sich hier etabliert hat und einen super Job macht, die Existenzgrundlage wegnimmt.»

Da Siva nur wenig Deutsch verstehe und spreche, sei dieser auf seine Hilfe angewiesen. «Ich habe ihm den Brief mit der provisorischen Kündigung erklärt. Ihm sind die Tränen gekommen, als er begriffen hat, dass sein Imbiss verschwinden könnte.»

So weit will es Mcirdi keinesfalls kommen lassen. Die Petition sei breit abgestützt, er habe zunächst eine Umfrage im «Glaspalast», wo viele von Sivas Kunden arbeiten, durchgeführt. Alle seien schockiert gewesen, als sie von der provisorischen Kündigung gehört hätten. Gemäss Mcirdi haben inzwischen mehr als 100 Personen die Petition unterschrieben, welche mindestens noch bis Ende Monat laufen soll. Bei einer guten Lösung für Siva sei er bereit, die Petition zurückzuziehen. «Andernfalls ergreife ich weitere Schritte.»

«Guter Mann für das Bistro in der neuen Badi»

Brigue Mcirdi, Interpellant. (Bild: Timon Kobelt)

Brigue Mcirdi, Interpellant. (Bild: Timon Kobelt)

Der 66-Jährige Brigue Mcirdi ist in Wattwil kein unbeschriebenes Blatt. Er bezeichnet sich selbst als Gemeindeschreck, «weil ich kein Blatt vor den Mund nehme». Der Hauswart schreibt regelmässig Leserbriefe und hat, wie er selber sagt, auch schon provokative Inserate gegen Wattwils Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner schalten lassen. Im aktuellen Fall missfällt ihm am Vorgehen der Gemeinde vor allem: «2017 hat Wattwil der Sportanlage Rietwis zugestimmt. Seither hat nie jemand von der Gemeinde den Kontakt mit Siva gesucht. Mit dem Brief im September haben sie ihn völlig überrumpelt», behauptet der «Gemeindeschreck».

Lösungsansätze im Fall «Siva Hot» sieht er mehrere. «Siva wäre zum Beispiel ein guter Mann für das geplante Bistro in der neuen Badi», sagt Mcirdi. Das traue Siva sich auch zu. Auch eine Verschiebung der jetzigen Imbiss-Bude um einige Meter halte er für realistisch.

«Siva Hot» ist in Wattwil – vor allem unter Arbeitern – sehr beliebt, aufgrund der guten und üppigen Portionen, die Siva zubereitet. Er selbst hofft auf einen guten Ausgang der Geschichte. «Es macht mich so fröhlich, wenn ich Kunden bedienen kann. Das macht mein Leben aus», sagt er.

Bei der Gemeinde Wattwil konnte sich gestern niemand zum Fall äussern.