Im Vorstand der Freizeitwerkstatt Ebnat-Kappel weht nun ein jüngerer Wind

Einst sollte sie Anleitung zu sinnvoller Freizeitgestaltung vermitteln, heute bietet sie «kreative und inspirierende Kurslektionen» an: die Freizeitwerkstatt Ebnat-Kappel. Im Vorstand kam es zu zwei Rücktritten.

Cecilia Hess-Lombriser
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Die verbleibenden Vorstandsmitglieder sitzend (von links): Beat Lusti, Andrea Hartmann, Sandra Gross, Bettina Looser, Andrea Kauf. Hinten von links: Otto Kleith, Revisor, Markus Schälli, Max Looser und Walter Solèr, die Schiedenden. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Die verbleibenden Vorstandsmitglieder sitzend (von links): Beat Lusti, Andrea Hartmann, Sandra Gross, Bettina Looser, Andrea Kauf. Hinten von links: Otto Kleith, Revisor, Markus Schälli, Max Looser und Walter Solèr, die Schiedenden. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Der Vorstand der Freizeitwerkstatt arbeitet still im Hintergrund und bringt jedes Jahr ein neues Kursprogramm heraus. Es gibt Kurse, die jedes Jahr im Angebot sein müssen, wie etwa der Kochkurs für Männer oder Arbeiten aus Holz. Andere nehmen Trends auf oder finden auf Anregung verschiedener Leute statt. Die Einrichtung ist ein Erfolgsmodell mit Tradition und Bestand. 1961 wurde die Freizeitwerkstatt als «Anleitung zur sinnvollen Freizeitgestaltung» gegründet und durch Arbeitgeber in der Gemeinde getragen. Finanziell und personell. Das ist heute etwas anders. Die Freizeitwerkstatt befindet sich im Schulhaus Schafbüchel.

Abschied nach 20 und 21 Jahren

Max Looser war 20 Jahre Präsident der Freizeitwerkstatt und ist an der HV gestern Dienstagabend zurückgetreten. Mit ihm ist auch Aktuar Walter Solèr ausgeschieden. Der eine wird nächstes Jahr pensioniert, der andere hat sich soeben etwas früher pensionieren lassen. «Ich will nun andere Prioritäten setzen», sagt der Präsident und vertraut den übrigen Vorstandsmitgliedern. «Sie sind gut aufgestellt und man kann sie jetzt laufen lassen und ihnen eine Chance geben. Wir haben unseren Teil beigetragen.»

Der Bauführer, der im Moment noch im Aussendienst arbeitet, hatte sich vor 20 Jahren von Walter Solèr für den Vorstand gewinnen lassen, der ein Jahr früher Ja gesagt hatte. Arbeit für die Öffentlichkeit war ihm schon damals nicht fremd gewesen. «Es hat für mich von Anfang an gepasst und während der vier Sitzungen pro Jahr, die wir reihum bei jemandem zu Hause abhalten, hatten wir es immer gut; auch nach den offiziellen Traktanden», freut sich der Scheidende. Er bleibt bescheiden, will sich nicht in den Vordergrund gerückt sehen und attestiert den Frauen im Vorstand, gute und kreative Ideen zu haben. Für ihn steht ausser Frage, dass die Freizeitwerkstatt eine Zukunft hat. «Ich hoffe, dass sich die Bevölkerung weiterhin von den Kursen ansprechen lässt und die Arbeit des Vorstands honoriert wird.»

Auch ein Revisor geht – nach 33 Jahren

Walter Solèr, frisch pensionierter Produktionsleiter, ist neben Max Looser aufgewachsen. Gemeinsam haben sie sich während 20 Jahren für die Freizeitwerkstatt eingesetzt. Solèr als Aktuar. Und nun scheiden sie gemeinsam aus. «Die Pensionierung ist ein Grund, sich die Zeit freizuhalten, um die Freiheit zu haben, zu gehen und zu machen, wonach der Sinn steht. Vielleicht kommt etwas Neues», sagt der Protokollierende. Beide kennen die Freizeitwerkstatt auch als Benützer. «Ich habe jahrelang die Holzspielsachenkurse besucht und für meine Kinder gearbeitet», erzählt Max Looser und beide geniessen den Kochkurs für Männer. Da haben sich Freundschaften entwickelt. Mit dem Präsident und dem Aktuar hat auch Markus Schälli als Revisor den Rücktritt gegeben. Nach 33 Jahren. «Eine immense Arbeit», wie er lacht. In Wahrheit hat er sich mit Otto Kleidt jedes Mal erst kurz vor der HV getroffen, um die Rechnung und die Belege zu prüfen.

Gemeinsam auf den weiteren Weg gehen

Der Vorstand ist geschrumpft. Da die verbliebenen fünf Mitglieder so gut eingespielt sind, haben sie beschlossen, die Aufgaben aufzuteilen und gemeinsam aufzutreten. Bettina Looser ist Ansprechperson für das Kurswesen, Andrea Hartmann ist die Kassierin, Sandra Gross die neue Aktuarin. Beat Lusti unterstützt die Frauen als einziger Mann und wird zusammen mit Otto Kleith die Kasse revidieren. Schlank und unkompliziert will das Team arbeiten und in erster Linie ein attraktives Kursprogramm zusammenstellen. Das neue wird demnächst auf der Webseite publiziert.

Die ersten Kurse beginnen im Januar, der letzte findet im Mai statt. Arbeiten aus Holz, Bücher falten, Rankhilfen aus Weiden, Sticken für Anfänger und Fortgeschrittene, Betonkugeln, Glasblumen als Gartenschmuck, Handlettering, also dekorative Schriften, Toggenburger Hauszwerge aus Ton und Malen stehen nebst den «Selbstläufern» Englisch und dem Kochkurs für Männer auf dem Programm. Teilweise kann der Vorstand immer wieder auf die gleichen Kursleiter zurückgreifen. Auch Vorstandsmitglieder sind darunter. Je nach Kurs werden Kursleiterinnen individuell gesucht. «Wir bieten günstige Kurse an und die Rechnung geht ziemlich eben auf; dank unserer Freiwilligenarbeit und dank grosszügigen Kursleitenden», gesteht Präsident Max Looser zum Abschluss.