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Im Toggenburg werden wieder mehr Firmen gegründet – Kirchberg ist Spitzenreiter

Fast 200 neue Firmen in einem Jahr: Im Thur- und Neckertal werden mehr Unternehmen gegründet als in vorherigen Jahren. An der Spitze liegt die Gemeinde Kirchberg mit 40 neuen Firmen.
Ruben Schönenberger
Aus eins mach viele: Im Gebäude der ehemaligen Grossfirma Mondo in Kirchberg finden nun mehrere kleinere Firmen Platz. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Aus eins mach viele: Im Gebäude der ehemaligen Grossfirma Mondo in Kirchberg finden nun mehrere kleinere Firmen Platz. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Es ist eine bemerkenswerte Steigerung, die 2016 im Toggenburg zu verzeichnen war. 191 neue Firmen zählt die Fachstelle für Statistik des Kantons St.Gallen für das Thur- und Neckertal in diesem Jahr. Neuere Zahlen sind nicht erhältlich. Noch 2015 waren es bloss 140 neue Firmen. Das entspricht einer Zunahme von rund 36 Prozent. Im Vergleich mit den anderen Wahlkreisen des Kantons ist das der zweithöchste Wert. Nur im Werdenberg war die Steigerung mit rund 51 Prozent noch ausgeprägter.

Motor dieser Entwicklung ist die Gemeinde Kirchberg. Hier entstanden gleich 40 neue Firmen. Das ist der Spitzenwert unter den Toggenburger Gemeinden. Auch die Steigerung zum Vorjahr ist in der Alttoggenburger Gemeinde in absoluten Zahlen am grössten. 2015 entstanden noch bloss 30 neue Firmen.

Magnus Brändle, Gemeinde Kirchberg. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Magnus Brändle, Gemeinde Kirchberg. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Was für Firmen in der Gemeinde genau entstanden sind, kann Magnus Brändle von der Gemeindeverwaltung nicht sagen. «Es gibt keine Pflicht für Unternehmen, sich beim Gemeinderat zu melden», erklärt er. Dass es so viele Neugründungen waren, macht er vor allem an der geografischen Lage und am vorhandenen Platz fest. So habe es beispielsweise im Industriegebiet Zwizach einige neue Firmen gegeben. Platz gebe es aber zum Beispiel auch im Gebäude der ehemaligen Mondo. «Das ist sehr gross. Statt einer Firma gibt es dort jetzt viele kleinere Firmen», beschreibt Brändle.

Fast eine Verdreifachung in Lütisburg

Relativ gesehen hat 2016 aber die Gemeinde Lütisburg den grössten Sprung gemacht. In der Brückengemeinde sind elf neue Firmen entstanden, damit verdreifacht sich die Anzahl Gründungen nahezu. Das ist allerdings nur möglich, weil der Anfangswert mit bloss vier neugegründeten Firmen 2015 sehr tief war.

Am anderen Ende befindet sich die Gemeinde Oberhelfenschwil. Hier wurden 2016 bloss zwei Firmen gegründet. Das ist der tiefste Wert im Thur- und Neckertal und der grösste Rückgang in absoluten (-3) sowie in relativen (-60%) Zahlen.

Für Oberhelfenschwil zählen in erster Linie Arbeitsplätze

Oberhelfenschwil bleibt auch am Ende der Tabelle, wenn man die Anzahl Gründungen mit der Einwohnerzahl in Bezug setzt. 648 Einwohnerinnen und Einwohner kommen hier 2016 auf eine neu gegründete Firma. Spitzenreiter in dieser Betrachtung ist Hemberg. Nur gerade rund 130 Einwohnerinnen und Einwohner kommen hier auf eine neue Firma. Im ganzen Wahlkreis Toggenburg kommen rund 242 Einwohnerinnen und Einwohner auf eine Firmengründung.

Toni Hässig, Gemeindepräsident Oberhelfenschwil. (Bild: Urs M. Hemm)

Toni Hässig, Gemeindepräsident Oberhelfenschwil. (Bild: Urs M. Hemm)

Der Oberhelfenschwiler Gemeindepräsident Toni Hässig relativiert jedoch: «Neu gegründete Firmen sind meist sehr klein. Viele Arbeitsplätze werden so nicht geschaffen.» Und in der Tat fällt auf: Die meisten Firmen, die 2016 im Thur- und Neckertal neu gegründet wurden, scheinen Einzelfirmen zu sein. In drei Gemeinden – neben Oberhelfenschwil auch Mosnang und Hemberg – entstand nur ein Arbeitsplatz pro neu gegründeter Firma. In den anderen Gemeinden ist die Anzahl der geschaffenen Arbeitsplätze grösser, aber auch bescheiden. Am grössten ist sie noch in Lütisburg, wo 1,6 Arbeitsplätze pro Firma entstanden. Im ganzen Toggenburg entstehen pro Firma rund 1,3 Arbeitsplätze.

In Oberhelfenschwil legt man deshalb Wert darauf, gute Bedingungen für Arbeitsplätze zu schaffen, nicht zwingend für Neugründungen. «Wir freuen uns, wenn es den ansässigen Firmen gut geht. Die drei grössten Firmen haben schon ausgebaut oder haben Ausbaupläne», zeigt sich Gemeindepräsident Hässig erfreut. Natürlich sei man aber auch über neue Firmen erfreut.

Jungunternehmer unterschätzen Komplexität

Daniel Blatter, Leiter Jung-Unternehmer-Zentrum Toggenburg (Bild: PD)

Daniel Blatter, Leiter Jung-Unternehmer-Zentrum Toggenburg (Bild: PD)

Das Jungunternehmer-Zentrum Toggenburg kümmert sich neben anderen Aufgaben darum, dass im Toggenburg neue Firmen entstehen. In der Beratung werden unter anderem konkrete Fragen geklärt, allerdings stellt Zentrumsleiter Daniel Blatter oft fest, dass Gründungswillige noch gar nicht genau wüssten, was sie fragen sollten. «Wir machen dann eine Auslegeordnung und sind auch eine Art Sparring-Partner», erklärt Blatter. «Für spezifische Fragen arbeiten wir mit der OBT in St. Gallen zusammen, die wir in solchen Fällen beiziehen können.» Eine Häufung bestimmter Branchen kann Blatter nicht beobachten. «Die Anfragen erfolgen querbeet. Es geht in der Regel um Dienstleistungs-, Handwerk- oder Gewerbebetriebe.»

Die Beratung des Jung-Unternehmer-Zentrums ist gratis. Finanziert wird das Angebot durch einen Trägerverein, der seine Mittel über Mitgliederbeiträge der angeschlossenen Gemeinden sowie des Kantons und einiger Sponsoren generiert. «Wir können so die angehenden Jungunternehmer unabhängig beraten», sagt Blatter.

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