Kommentar

Im Streit um einen besseren Glockenklang in Kirchberg: Weitere Verzögerung sind nicht zu rechtfertigen

Inhaltlich sind sich Kirche und Anwohner eigentlich einig: Der Glockenklang soll untersucht werden. Gestritten wird über den Zeitpunkt. Die Kirche ist gut beraten, ihr Versprechen nun einzulösen und bis 2022 einen Vorschlag zu präsentieren. Sonst wird statt des Klangs vielleicht schon bald der Glockenschlag selbst im Zentrum der Kritik stehen.

Ruben Schönenberger
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Ruben Schönenberger, Redaktionsleiter Toggenburger Tagblatt und Wiler Zeitung.

Ruben Schönenberger, Redaktionsleiter Toggenburger Tagblatt und Wiler Zeitung.

Bild: Ralph Ribi

Die Fronten zwischen Anwohnern und evangelischer Kirchgemeinde sind verhärtet. Nach Jahren der Diskussionen um Lautstärke und Qualität des Kirchberger Glockenschlags haben selbst verschiedene Schlichtungsverhandlungen unter Leitung der Politischen Gemeinde nicht zu einer einvernehmlichen Lösung geführt.

Zwar hat die Kirche in der Zwischenzeit die Baubewilligung für die Sanierung des Kirchenturms erhalten. Doch das wird nicht dazu führen, dass die Kritik am Glockenklang abebbt.

Noch ist erst die Qualität in der Kritik

Die Kirche ist gut beraten, diese Kritik ernst zu nehmen und Massnahmen zur Verbesserung der Klangqualität aufzugleisen. Noch richtet sich der Widerstand der Anwohner nur gegen den schlechten Klang. Macht die Kirche ihr Versprechen nicht wahr, dieses Problem anzugehen, wird sich der Widerstand irgendwann gegen den Glockenschlag selbst richten.

Die Anwohner wiederum sind gut beraten, der Kirche nun ein wenig Zeit einzuräumen. Zwar hätte man von der Kirche tatsächlich erwarten können, dass sie in der Lage ist, zwei Projekte parallel aufzugleisen. Wenn finanzielle Aspekte einer gleichzeitigen Umsetzung im Wege stehen, hätte man immer noch die Umsetzung gestaffelt durchführen können. Doch jetzt, wo die Turmsanierung in trockenen Tüchern ist, kann die Kirche keine Argumente mehr ins Feld führen, die eine Verzögerung rechtfertigen würden.

Diese Ausgangslage sollten die Anwohner nicht verspielen, indem sie der Kirche im weiteren Prozess Stöcke zwischen die Beine werfen.

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