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Im gleichen Jahr auf Expedition in Pakistan und Kirgistan: Toggenburger erzählt von seinen Abenteuern

Der Toggenburger Bergsteiger Damian Göldi bestieg letztes Jahr Berge in Pakistan und Kirgistan. In Pakistan traf er auf die freundliche Ziege Johnny, die ihre Karriere leider im Dampfkochtopf beendete.
Michael Hehli
Der Toggenburger Damian Göldi unternahm 2018 Expeditionen nach Pakistan und Kirgistan. (Bild: Damian Göldi)

Der Toggenburger Damian Göldi unternahm 2018 Expeditionen nach Pakistan und Kirgistan. (Bild: Damian Göldi)

Pakistan und Kirgistan sind Gebiete, die wenige Europäer jemals besuchen. Damian Göldi hat in beiden Ländern Berge bestiegen. Von seinen Expeditionen berichtete er an einer Veranstaltung des Kulturforums der Sonntagsgesellschaft Wattwil am Mittwoch. Die erste Expedition unternahm er in Pakistan mit einem guten Freund. Ihr Ziel war der relativ unbekannte Baintha Brakk IV. Auf diesen aufmerksam wurden die beiden zufällig beim Surfen auf Google Earth. Zum Berg existieren nicht besonders viele Informationen. Beide mögen es, wenn Reisen ein wenig ungewiss sind.

Aufbruch ins Karakorumgebirge

Mit dem Flugzeug reisten die beiden nach Skardu. Dort verbrachten sie eine Nacht und fuhren dann nach Askole weiter. Dann begann eine dreitägige Wanderung zum Basislager auf 4'800 Meter über Meer (m ü. M.). Das Lager wurde von den beiden einheimischen Köchen Fida und Ishaq unterhalten. Diese hatten die Ziege Johnny als Fleischreserve bei sich. Die zwei Schweizer Bergsteiger freundeten sich schnell mit Fida, Ishaq und Johnny an und gingen regelmässig mit letzterem Gassi. Die Freundschaft mit Johnny war jedoch von kurzer Dauer, da dieser dafür bestimmt war, als Mahlzeit zu enden.

Da sich eine Wetterverschlechterung abzeichnete, entschieden sie sich einen Tag später, so schnell wie möglich aufzubrechen. Sie stiegen auf 5'800 m ü. M. auf, wo sie ihr Biwak aufschlugen. Hier wurde es Damian Göldis Freund schlagartig übel und schwindlig; bald hatte er Fieber – er war höhenkrank. Höhenkrankheit kann sich zu einem Höhenhirnödem wandeln, einem oft tödlich endenden Druckanstieg im Gehirn durch Flüssigkeitsablagerungen.

Abstieg als einziges wirksames Mittel

Das einzig wirksame Mittel wäre ein Abstieg auf einen tieferen Punkt gewesen. Dies wurde allerdings durch den gesundheitlichen Zustand verunmöglicht. Die beiden Freunde mussten im Biwak übernachten. Eine Helikopterrettung wäre zwar grundsätzlich auch möglich gewesen, es kursierten allerdings Gerüchte über eine Gruppe von Bergsteigern, die eine ganze Woche auf Hilfe gewartet hatte. Am nächsten Morgen um 5 Uhr konnten sie sich vorsichtig an den Abstieg wagen. Der Zustand von Göldis Freund verbesserte sich wieder, je weiter es nach unten ging; unten am Basecamp angekommen, fühlte er sich viel besser.

Göldi betonte an dieser Stelle, wie wichtig es gewesen sei, an sich selbst und seine Fähigkeiten zu glauben. Hätte er das nicht getan, wären nicht mehr beide Bergsteiger heil nach Hause gekommen.

Im selben Jahr nach Kirgistan

Bereits kurz nach seiner Heimkehr aus Pakistan brach Göldi schon wieder auf. Er flog nach Kirgistan, wo er sich mit einem weiteren Freund traf. Ihr Ziel lag im Süden von Kirgistan, im Gebiet des Berges Pik Kurumdy. Zwei Tage verbrachten sie in Osch und reisten dann nach Sarytasch weiter. Den Weg fanden sie mit einer alten, ungenauen sowjetischen Karte, denn auch hier waren nur wenige aktuelle Informationen verfügbar. Mit Hilfe eines freundlichen Einheimischen, der ihnen half, ihr Gepäck zu transportieren, erreichten schliesslich sie auf 4'000 m ü. M. ihr Basislager.

Über Nacht brach unerwartet der Winter über sie ein. Die nächsten paar Tage schneite es stark. Nachdem sich das Wetter gebessert hatte, begutachteten sie das Gebiet.

Über einen Gletscher stiegen sie auf 5'000 m ü. M. auf, wo sie ihr Gepäck deponierten. Danach kehrten sie zum Basislager zurück.

Sturm und starke Kälte als Hindernis

Am nächsten Tag ging es wieder hoch auf 5'000 m ü. M. Trotz schlechtem Wetter erreichten sie schliesslich ihr Camp. Laut Wetterprognose würde der Sturm in der Nacht bei -15 Grad Celsius noch stärker werden.

Eigentlich wollten beide Bergsteiger weitermachen. Trotzdem mussten sie wegen der Gefahr von Erfrierungen abbrechen; sie wollten mit sämtlichen Fingern und Zehen heimkehren.

Die Rückkehr war unangenehmer als der Aufstieg: Eine anhin feste Schneewand gab unter Göldis Gewicht nach und stürzte als Lawine in die Tiefe. Und beim Versuch, den Gletscher zu überqueren, trat er auf eine verwehte Gletscherspalte und stürzte mehrere Meter.

Trotz aller Gefahren schafften sie es heil zurück zum Basislager. Sie packten ihre Sachen zusammen und machten sich auf den Rückweg. Von den drei geplanten Wochen waren nun immer noch zwei übrig. Diese nutzten sie, indem sie ans Meer flogen, um Badeferien zu machen.

Göldi mag Kirgistan sehr, er plant, im Sommer dieses Jahres wieder hinzureisen, um den Pik Lenin zu überschreiten, diesmal alleine. Soloexpeditionen seien zwar gefährlich, doch sei er alleine weniger risikobereit. Er merkt an, dass er in Kirgistan alleine nie den Gletscher betreten hätte, auf welchem er einen Spaltensturz erlitt.

Hinweis

Damian Göldis Website ist unter www.damiangoeldi.ch zu finden.

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