Im Eiltempo zur Sesselbahn: Die Arbeiten an der neuen Familienbahn im Wildhauser Oberdorf kommen planmässig voran

Der Wettergott meint es gut mit dem Bau des neuen 6er-Sessellifts in Wildhaus. Die Arbeiter können den sportlichen Bauplan voraussichtlich einhalten. Die Eröffnungsfeier ist auf den 11. Oktober angesetzt.

Sabine Camedda
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Die Masten stehen und das Seil ist eingezogen. Trotzdem fehlt noch einiges, bis die Sesselbahn im Wildhauser Oberdorf ein erstes Mal laufen kann.

Die Masten stehen und das Seil ist eingezogen. Trotzdem fehlt noch einiges, bis die Sesselbahn im Wildhauser Oberdorf ein erstes Mal laufen kann.

Bild: Sabine Camedda

Alles Schlechte hat auch sein Gutes. Mit diesen Worten zitierte Walter Tobler, Technischer Leiter der Bergbahnen Wildhaus AG, seinen Grossvater. Mit dem Schlechten meinte er den Abbruch der Wintersaison zwei Wochen vor dem geplanten Ende. Das Positive sei, dass sie dadurch ein bisschen mehr Zeit gehabt hätten für den Bau der neuen Sesselbahn.

«Das Zeitprogramm war von Anfang an eng gesteckt», sagt Walter Tobler. Doch bisher könne es eingehalten werden. Das Eröffnungsfest am 11. Oktober sei realistisch. Die Bahn wird jedoch erst in der Wintersaison ihren Betrieb aufnehmen.

Die Talstation der Familienbahn im Wildhauser Oberdorf nimmt langsam Gestalt an, in einigen Tagen können die Fassade und das Dach montiert werden.
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Die Umlenkung ist grosszügig dimensioniert, so dass es weniger Platz für die Garagierung der Sessel braucht.
Das rote Umlenkrad in der Talstation ist markant, bereits jetzt läuft das Seil darum herum.
Die Bergstation ist leicht gestaltet, sie bietet aber auch Komfort für den Bahnmitarbeiter.
Die Technik ist abgedichtet, so entfällt die Schneeräumung an stürmischen Wintertagen weitgehend.
Hinter der Abdeckung, ungesehen von den Fahrgästen, verbirgt sich viel Technik.

Die Talstation der Familienbahn im Wildhauser Oberdorf nimmt langsam Gestalt an, in einigen Tagen können die Fassade und das Dach montiert werden.

Bild: Sabine Camedda

Höhepunkt am 3. August mit der Seilspleissung

Die Talstation im Wildhauser Oberdorf nimmt langsam Gestalt an. Die Stützen für das Gebäude stehen, in den nächsten Tagen werden das Dach und die Fassade montiert.

Bereits ist ein grosser Teil der Seilbahntechnik eingebaut. Auffallend ist das grosse Umlenkrad. Wie Walter Tobler erklärt, ist der Bereich der Umlenkrolle grosszügig dimensioniert. «Wir nutzen diesen, um am Abend einen Teil der Sessel zu parkieren», erklärt er. Dadurch könne die eigentliche Garage kleiner gebaut werden.

Nachdem die Masten mit dem Helikopter auf die Strecke geflogen und dort montiert worden sind, folgte Anfang dieser Woche ein weiterer Höhepunkt. Das Ende Juli eingezogene Förderseil wurde mit einer Spleissung verbunden.

Einzelne Komponenten gehen bald in Betrieb

Der Bau der Bergstation ist ebenfalls schon weit fortgeschritten. Das Gebäude ist grösstenteils fertig, derzeit montieren die Facharbeiter die Seilbahntechnik.

«Wir gehen davon aus, dass wir ab Mitte August nach und nach die einzelnen Komponenten in Betrieb nehmen können», schätzt Walter Tobler. Erstmals dürfte die Sesselbahn im September laufen, dann allerdings noch nicht mit Fahrgästen.

Zuerst müsse die Anlage vom Bundesamt für Verkehr geprüft und abgenommen werden, erklärt Walter Tobler. Er geht davon aus, dass die Betriebsbewilligung bis im Herbst vorliegen werde.

Anpassungen bei der Beschneiungsanlage

Parallel zum Bau der Sesselbahn wird der Tellerlift erstellt. Die Fundamente für die Masten sind teilweise betoniert, in den kommenden Wochen werden die Masten montiert. Ebenfalls bereits sichtbar ist die Bergstation.

Wer derzeit das Wildhauser Oberdorf besucht, wird erstaunt sein über die Erdarbeiten. Walter Tobler erklärt, dass derzeit die Strom- und Wasserleitungen für die neue Sesselbahn verlegt würden. In diesem Zuge sei es auch nötig, einzelne Leitungen der Beschneiungsanlage anders zu legen.

Der Baufortschritt der Sesselbahn kann unter www.wildhaus.ch verfolgt werden.

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Sabine Camedda