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IG Holz Toggenburg begrüsst Verzicht auf FSC-Zertifikat

In St. Galler Kleinprivatwäldern wird ab Oktober die FSC-Zertifizierung für Waldbewirtschaftung aufgehoben. Die IG Holz Toggenburg verspricht sich davon vor allem eine Reduktion des Verwaltungsaufwandes.
Urs M. Hemm
Auch ohne FSC-Zertifizierung wird Holz aus Schweizer Wäldern weiterhin nachhaltig und umweltgerecht produziert. (Bild: Urs M. Hemm)

Auch ohne FSC-Zertifizierung wird Holz aus Schweizer Wäldern weiterhin nachhaltig und umweltgerecht produziert. (Bild: Urs M. Hemm)

«Ist das FSC-zertifiziertes Holz?» Diese Frage wurde in den vergangenen Jahren oft gestellt, wenn beispielsweise der neue Holztisch oder der Parkettboden aus nachhaltiger und umweltgerechter Produktion stammen sollte. Nun jedoch kündigte der Verband der Waldeigentümer, Wald St. Gallen und Liechtenstein, an, das aktuelle FSC-Zertifikat für Kleinwaldbesitzer per Oktober dieses Jahres nicht mehr erneuern zu wollen. In den nächsten Jahren werde dann der Totalausstieg angestrebt. «Der Entscheid ist nachvollziehbar», sagt Pirmin Fischbacher von der IG Holz Toggenburg. FSC entwickle sich in eine Richtung, welche den Schweizer Begebenheiten immer weniger Rechnung trage.

FSC hat Glaubwürdigkeit verloren

Das Forstsiegel FSC (Forest Stewardship Council) wurde 1993 auch auf Initiative von Umweltorganisationen wie Greenpeace gegründet, um nachhaltige Forstwirtschaft erstmals glaubhaft zu zertifizieren. Der FSC bindet die Produzenten, die Holzkäufer sowie Umweltverbände und soziale Verbände (beispielsweise Gewerkschaften) gleichberechtigt in seine Entscheidungsstrukturen ein. Ziel ist, die nachhaltige Waldnutzung unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Aspekte langfristig zu sichern.

Mittlerweile hat Greenpeace seine Mitgliedschaft bei FSC gekündigt. Das einst wichtige Mitglied bei FSC begründete seinen Ausstieg damit, das Vertrauen in das Siegel verloren zu haben. Das von Papierproduzenten und anderen Nutzern von Holz begehrte FSC-Siegel sei zu einem «Instrument für die Forstwirtschaft und die Gewinnung von Holz geworden». (pd/uh)

Regionale Nachfrage nach FSC-Holz ist gering

Pirmin Fischbacher IG Holz Toggenburg (Bild: PD)

Pirmin Fischbacher
IG Holz Toggenburg (Bild: PD)

Ein Ausstieg aus einem zertifizierten Siegel bringt Vorteile, birgt aber auch gewisse Risiken. Als grössten Vorteil des Ausstiegs aus dem FSC-Zertifikat nennt Pirmin Fischbacher eine Reduktion des Verwaltungsaufwandes für die Waldbesitzer. «Der finanzielle und administrative Aufwand steht, insbesondere im kleinstrukturierten Kleinwald, in einem schlechten Verhältnis zu einem möglichen Mehrertrag», sagt er. Dies auch vor dem Hintergrund, dass viel Holz regional verkauft werde und daher die Nachfrage nach FSC-Holz gering sei. Für einige wenige Holzprodukte, insbesondere für den Export bestimmte Erzeugnisse, könnte es sich jedoch auch nachteilig auswirken, dass das Holz nicht mehr als FSC-zertifiziert verkauft werden kann. Im Toggenburg gebe es lediglich einen Holzverarbeiter, der auf FSC-zertifiziertes Holz angewiesen sei. «Da diese Mengen aber gering sind, kann dieser Abnehmer über die noch zertifizierten Wälder mit Holz versorgt werden», sagt Fischbacher.

Etwas schwieriger dürfte der Absatz auch für Holz werden, welches für Papier, Span- und Faserplatten benötigt wird. «Dies kann jedoch damit abgefedert werden, indem wir mehr Material für Holzfernheizungen, wie beispielsweise dem Wärmeverbund Nesslau, und der Holzverstromung in der Region zuführen», erläutert er. Für den Absatz von Nutzholz hingegen dürfte der Ausstieg kaum Folgen haben.

Waldgesetze regeln die Produktion ausreichend

Auch wenn Holz künftig nicht mehr FSC-zertifiziert sei, ändere sich an den Produktionsbedingungen in den Toggenburger Kleinwäldern nichts. «Die Waldgesetzgebung in der Schweiz ist restriktiv, vorbildlich und garantiert die nachhaltige und umweltgerechte Produktion von Holz», versichert Pirmin Fischbacher. Dazu gehöre insbesondere, dass in Wäldern nur so viel Holz geerntet werden dürfe, wie auch wieder nachwachse. Die Umsetzung dieser und anderer Vorgaben werde durch einen gut funktionierenden Forstdienst gewährleistet. Um dies für Kunden transparent zu machen, würden immer mehr Waldbesitzer auf das Herkunftszeichen Schweizer Holz setzen. Dieses bringe einerseits Sicherheit für die Kunden. Andererseits werde durch schlanke Strukturen der Verwaltungsaufwand und damit die Kosten für die Waldbesitzer auf das Nötigste reduziert.

«Mit dem Kauf von Schweizer Holz werden daher nicht nur regionale Betriebe unterstützt. Da Schweizer Holz ein nationales Label ist, wird auch der Werkplatz Schweiz als Ganzes gestärkt», erläutert Pirmin Fischbacher.

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