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Winterthurer Jugendliche singen in Wildhaus: «Ich ziehe den Hut vor Euch allen!»

Auch in diesen Herbstferien verbrachte der Jugendchor der Stadtkirche Winterthur seine traditionelle Singwoche im Obertoggenburg. Das Abschlusskonzert stand unter der Leitung des Winterthurer Kantors David Bertschinger und war berührend.
Peter Küpfer
Roman Bislins Komposition gab Anlass zu ungewöhnlichen Singstellungen. (Bild: Peter Küpfer)

Roman Bislins Komposition gab Anlass zu ungewöhnlichen Singstellungen. (Bild: Peter Küpfer)

Gepflegter Gesang wurde in dieser Woche grossgeschrieben. Von Montag bis Freitagabend waren im Panoramazentrum Gamplüt jeweils mehrere Proben täglich zur Erarbeitung eines Konzertprogramms angesagt.

Aber für die 15 Jugendlichen und Kinder, die an der Singwoche der Stadtkirche Winterthur teilnahmen, gab es auch mehr: In Bastelstunden unter kundiger Leitung wurden Wichtel-Geschenke für alle gefertigt. Auch war Zeit vorgesehen, die attraktive Bergwelt in prächtigstem Herbstwetter zu erkunden. Schliesslich musizierten die jugendlichen Multitalente auf ihren mitgebrachten Instrumenten auch in kleinen Formationen miteinander. Das alles trug wohl dazu bei, dass sich die singenden Kinder und Jugendlichen am Ende der Woche begeistert zeigten.

«Wir waren wie eine grosse Familie»

In einer kurzen Begegnung vor dem Konzert äusserten sich teilnehmende Jugendliche begeistert über die Woche. Teilweise hatten sie das musikalische Herbstlager schon mehrmals besucht, wie Zoë (15 Jahre), welche zum achten Mal dabei war, diesmal als Hilfsleiterin. Sie genoss es, dass sie dieses Jahr eine vergleichsweise kleinere Gruppe waren: «So hatten wir mehr von einander.» Loviisa (10) schätzte das ideenreiche Basteln, Jon (10) dass die dabei entstandenen Objekte beim «Wichteln» an die Teilnehmenden verschenkt wurden. Naomi (12) fand es toll, dass keine Untergruppen entstanden waren: «Wir waren wie eine grosse Familie». (pek)

Zeigten sich begeistert ob der Singwoche des Jugendchors der Stadtkirche Winterthur in Wildhaus: Jon, Zoë, Loviisa und Naomi (von links). (Bild: Peter Küpfer)

Zeigten sich begeistert ob der Singwoche des Jugendchors der Stadtkirche Winterthur in Wildhaus: Jon, Zoë, Loviisa und Naomi (von links). (Bild: Peter Küpfer)

Aussergewöhnliche Qualität des Konzerts

Die gute Stimmung schlug sich offensichtlich auch auf die Qualität des Konzertes nieder, man darf sie mit Fug und Recht als aussergewöhnlich bezeichnen. «Es haben Engel gesungen», sagte denn auch ein begeisterter Zuhörer am Schluss des Konzertes gegenüber David Bertschinger, der die Woche mit seinem dreiköpfigen Team organisiert hatte.

Schon der Auftritt überzeugte. Die Sängerinnen und Sänger betraten das Chor singend vom hinteren Kirchenschiff aus, formierten sich im lockeren Kreis und variierten das anfängliche Unisono dann mehrstimmig. Gleich zu Beginn fielen die Präzision der Einsätze sowie die Homogenität und Reinheit des Gesanges auf, ebenso eine gute Portion natürliches Selbstbewusstsein im Auftreten.

Attraktiv und abwechslungsreich

Diese Qualitäten blieben während des ganzen Konzerts erhalten, steigerten sich sogar. Manchmal intonierten die jungen Stimmen ihre Darbietungen a cappella, ein- bis vierstimmig, dann wieder mit Feingefühl begleitet von Sophie Jeanmaire und Simone Flück (Violinen) sowie dem Winterthurer Kirchenmusiker Tobias Frankenreiter (Piano und Orgel).

Das Programm war attraktiv und abwechslungsreich, auch anspruchsvoll. Als Höhepunkt erklang Mozarts «Te Deum laudamus» (KV 141). Es wurde unter anderem umrahmt von den zwei heiteren Kanons von Beethoven und Mozart, mit denen sie auf ihre Weise mit ihren Kompositionsschülern korrespondierten: «Signor Abbate» und «Gaulimauli», nicht als SMS, sondern als Kanon. Es erklang auch ein innig gesungenes Notturno von Mozart.

Am Boden liegend singen

Auf grossen Beifall stiess der moderne Choral «I May Not Be All That You Are» von Moses Hogan sowie die anspielungsreiche Vertonung eines tiefsinnigen Gedichts von Martin Städeli aus der Feder des zeitgenössischen Komponisten Roman Bislin. Der Text des attraktiven Liedes macht zum Thema, was in unserer Welt verkehrt laufen kann. Das brachten die jugendlichen Sängerinnen und Sänger auch körpersprachlich zum Ausdruck, indem sie Teile des Werkes «verkehrt» vortrugen, nämlich am Boden liegend.

Am Schluss des Konzertes bedankte sich Kantor David Bertschinger bei allen Beteiligten, besonders bei den Kindern und Jugendlichen mit den Worten: «Ich ziehe vor Eurer grossen Leistung den Hut!»

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