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Interview

Seit Beginn beim gleichen Arbeitgeber: Thomas Bleiker wird Bankleiter der Raiffeisenbank Obertoggenburg

Am Montag übernimmt Thomas Bleiker den Vorsitz der Bankleitung der Raiffeisenbank Obertoggenburg. Er identifiziere sich mit den Werten des Unternehmens und werde sich für die Region einsetzen.
Sabine Camedda
Thomas Bleiker hat beim Neubau des Bankgebäudes in Nesslau intensiv mitgearbeitet. (Bild: Sabine Camedda)

Thomas Bleiker hat beim Neubau des Bankgebäudes in Nesslau intensiv mitgearbeitet. (Bild: Sabine Camedda)

Thomas Bleiker kennt die Raiffeisenbank Obertoggenburg aus dem Effeff. Der 33-Jährige absolvierte die Banklehre in Nesslau, war dann interimistisch Geschäftsstellenleiter am Standort Wildhaus und später zuständig für den Standort Alt St.Johann. Berufsbegleitend studierte er und schloss mit dem Bachelor of Science in Business Administration FH ab.

Warum wollten Sie Bankleiter der Raiffeisenbank Obertoggenburg werden?

Thomas Bleiker: Es gab verschiedene Gründe. Ich identifiziere mich stark mit dem Unternehmen und stehe hinter den Grundsätzen der Raiffeisenbank vor Ort. Wesentlich war für mich auch, dass ich Führungsaufgaben wahrnehmen kann. Ich bin im Toggenburg verwurzelt und das Tal liegt mir am Herzen. Daher freut es mich, wenn ich mit meiner Tätigkeit etwas zum Vorankommen der Region beitragen kann. Nicht zuletzt kann ich in dieser Position mein bereits heute bestehendes Netzwerk erweitern.

Sie kannten in Ihrem Berufsleben nur einen Arbeitgeber, die heutige Raiffeisenbank Obertoggenburg. Ist das ein Vorteil für Ihre neue Aufgabe?

Es ist sowohl ein Vorteil als auch ein Nachteil. Es besteht die Tendenz zu einer gewinnen Betriebsblindheit. Darum habe ich mehrere Stages bei anderen Banken gemacht und mir deren Organisation angeschaut. Die Vorteile überwiegen aber klar. Ich habe an allen unseren heutigen Standorten gearbeitet. Dadurch kenne ich viele Kunden im ganzen Gebiet. Ich kenne den Markt und weiss, wie sich dieser in den vergangenen Jahren entwickelt hat.

Wie haben Sie sich auf diese neue Aufgabe vorbereitet?

Meine Vision war immer eine solche Führungsposition. Entsprechend habe ich meine Ausbildung gemacht und Erfahrungen gesammelt. Ich hatte das Privileg, dass mir dies innerhalb der Raiffeisen-Gruppe ermöglicht wurde. Als Mitglied der Bankleitung habe ich die Aufgaben des Bankleiters kennen gelernt und als sich die Pensionierung von Ernst Zwingli abgezeichnet hat, konnte ich mich gezielt auf diese Aufgabe vorbereiten.

Wie steht die Raiffeisenbank Obertoggenburg im Marktumfeld da?

Wir sind der grösste Player im Obertoggenburg, wissen aber, dass das weitere Wachstum beschränkt ist. Unsere Herausforderung ist die Digitalisierung. Online-Dienstleister bieten einen raschen Service an. Das erzeugt auch bei uns Druck. Gerade junge Menschen springen auf diesen Zug auf, weil sie ihr ganzes Banking inklusive der Kontoeröffnung auf dem Smartphone abwickeln können. Unser Vorteil ist, dass wir mit einheimischen und gut ausgebildeten Kundenberatern vor Ort sind und unsere Kunden noch persönlich kennen und beraten.

Ändern sich mit der Digitalisierung die Berufsbilder auf der Bank?

Im kaufmännischen Bereich lassen sich immer mehr Menschen durch automatisierte Abläufe ersetzen. Bancomaten und unser Online-Angebot geben unseren Mitarbeitern neuen Spielraum für die Beratung unserer Kunden.

Wir haben uns beim Neubau in Nesslau bewusst für einen Schalter entschieden, denn wir haben nach wie vor Kunden, die ihre Geschäfte in der Bank abwickeln wollen.

Die Mitarbeiter am Schalter haben nun vermehrt andere Aufgaben. Sie weisen den Kunden die richtige Fachperson für die Beratung zu und geben ihnen Hilfe bei all den technischen Geräten. Unsere Mitarbeiter müssen den Kunden zeigen, warum es sich lohnt, bei uns Kunde zu sein und nicht bei einem Online-Unternehmen.

Habe ich als Kunde bei Ihnen einen Bankberater für alles oder wechselt mein Ansprechpartner je nach meinem aktuellen Bedürfnis?

Bei den Banken gibt es vermehrt Berater, die beide Bereiche Anlegen und Finanzieren abdecken. Bei uns hat der Kunde also einen Ansprechpartner. Wenn dieser bei einem Geschäft Unterstützung braucht, zieht er eine Fachperson bei.

Als Bankleiter werden Sie Ihre Kunden aber nicht mehr so beraten können wie bisher?

Nein, ich werde ihre Geschäfte an die Kundenberater übergeben. Die Kunden verliere ich trotzdem nicht aus den Augen. Als Bankleiter pflege ich ebenfalls Kundenbeziehungen und nutze mein Netzwerk, um neue Geschäfte anzubahnen. Weiter ist meine Rolle strategischer Natur. Gemeinsam mit dem Verwaltungsrat erarbeite ich Visionen für unsere Bank. Diese muss ich zusammen mit der Bankleitung und den Mitarbeitern umsetzen. Mir ist dabei wichtig, dass die Mitarbeiter im Rahmen der Möglichkeiten selber Ideen einbringen können und nicht alles von oben diktiert wird.

Wie frei ist dabei die Raiffeisenbank Obertoggenburg, die Teil einer grossen Gruppe ist?

Letztlich betreiben wir alle – überhaupt alle Banken – mit unseren Dienstleistungen und Angeboten das gleiche Geschäft. Weil wir hier im Obertoggenburg eine hohe Marktdurchdringung erreicht haben, ist es für uns wichtig, die bestehenden Kundenbeziehungen zu pflegen. Wir nutzen die vielen Freiheiten, die trotz aller Regulierung noch vorhanden sind, zu Gunsten unserer Kunden.

Ihr Vorgänger Ernst Zwingli war 33 Jahre lang Bankleiter der heutigen Raiffeisenbank Obertoggenburg. Was können Sie von ihm mitnehmen?

Ich bin geprägt von Ernst Zwingli, denn wir haben immer zusammen gearbeitet und er war mein Wegbereiter. Die Art und Weise, wie er mit den Mitarbeitern umgeht, möchte ich gerne von ihm übernehmen. Es ist ihm immer gelungen, auf die Mitarbeiter einzugehen, sie zu fördern und zu entwickeln. Er hat der Bank zudem ein Gesicht gegeben. Diese Präsenz gegen aussen möchte ich beibehalten, aber nach Möglichkeit auf mehrere Mitarbeiter aufteilen.

Und was machen Sie sicher anders?

Da nenne ich das Stichwort Digitalisierung. Diesbezüglich werde ich stärker gefordert sein.

Ich bin bei der Digitalisierung mehr affin für die Anliegen der Mitarbeiter und der Kunden.

Dabei jedoch nicht ausser Acht gelassen werden, dass nicht alle Kunden auf dem digitalen Weg gleich schnell unterwegs sind.

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