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«Ich fühle mich verarscht»: Was Toggenburger über die Schliessung des Wattwiler Spitals denken

Am Mittwoch erreichte die Nachricht die Bevölkerung: Fünf Spitäler des Kantons St.Gallen werden geschlossen, die restlichen vier werden ausgebaut. Eines der betroffenen Spitäler ist Wattwil. Was die Menschen im Tal darüber denken, hält das «Toggenburger Tagblatt» mit einer Umfrage fest.

Julia Engel (Text und Bilder), Raphael Rohner (Video)
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Von der Schliessung sind neben dem Spital Wattwil auch Altstätten, Flawil, Rorschach und Walenstadt betroffen. Alle genannten Spitäler werden in Gesundheits- und Notfallzentren umgewandelt. Eine Umfrage zeigt, wie unterschiedlich die Sparmassnahmen bei der Bevölkerung ankommen.

Tatjana Eisenhut, 18, Wattwil

Tatjana Eisenhut, 18, Wattwil

«Ich finde die Schliessung des Spitals in Wattwil nicht gut, denn wir müssen in die Zukunft schauen. Die Leute sollten nicht immer weitere Wege auf sich nehmen müssen. Jeder hat ein Recht auf Gesundheit und eine gute Versorgung sollte jeder in der Nähe haben – nicht nur in St.Gallen.»


Hans Diem, 52, Herisau

Hans Diem, 52, Herisau

«Ich denke, wir haben zu viele Spitäler in der Ostschweiz. Man sollte über die Kantonsgrenzen hinaus zusammenarbeiten. In der Ostschweiz sollte man verschiedene Spezialisten haben, dass nicht mehr jedes Spital in jedem Kanton alles allein abdecken muss.»


Lydia Durscher, 63, Schwägalp

Lydia Durscher, 63, Schwägalp

«Ich finde den Entscheid der Regierung schrecklich, denn nicht jeder hat ein Auto und kann den weiten Weg auf sich nehmen. Wenn ich daran denke, wie weit oben ich wohne, habe ich Angst, dass ich nicht rechtzeitig ins Spital komme, wenn etwas passiert. Ich glaube, dass man die Kosten mit der Schliessung dieses Spitals nicht sparen kann, man verlagert sie nur auf andere Spitäler. Ich fühle mich verarscht, weil erst gerade etwas Neues gebaut wurde und ich kann mir vorstellen, dass es vielen Leuten gleich geht.»


Susi Brändli, 69, Wattwil

Susi Brändli, 69, Wattwil

«Ich habe hier meine Kinder geboren, diverse Operationen gehabt und war immer sehr zufrieden. Man hat so viel in dieses Spital investiert und will es jetzt schliessen, das ist schade. Damit wird uns hier in Wattwil etwas weggenommen. Man hatte mit dem Spital eine gewisse Sicherheit. Die Regierung riskiert sterbende Menschen in Kauf zu nehmen.»


Hansruedi Wälle, 50, Wattwil

Hansruedi Wälle, 50, Wattwil

«Dieser Entscheid war bestimmt schwer zu kommunizieren. Dass Spitäler geschlossen werden müssen, schleckt keine Geiss weg. Auf längere Zeit vermögen wir die Gesundheitskosten nicht mehr. Es ist nachvollziehbar, dass Spitäler geschlossen werden, jedoch nicht, weshalb genau in Wattwil. Hier ist alles auf dem neusten Stand, während man andernorts zuerst investieren muss. Ob das rentabel ist, wissen wir momentan noch nicht.»


Florian Louis, 29, Nesslau

Florian Louis, 29, Nesslau

«Es braucht ein Spital in Wattwil aufgrund der Infrastruktur. Passiert etwas in der Nähe, macht es keinen Sinn zuerst nach Grabs, Uznach oder St.Gallen zu fahren oder die Rega wegen allem anzurufen. Für diesen Nutzen für die Bevölkerung nehme ich auch höhere Kosten in Kauf.»


Markus Schneider, 55, Dietfurt

Markus Schneider, 55, Dietfurt

«Ich bin selbst von der Schliessung der Spitäler betroffen, da ich in den letzten Jahren oft ins Spital musste. Bei akuten Fällen ist der Weg zu örtlichen Spitälern leichter. Passiert eine Katastrophe, braucht man eine ausreichende Grundversorgung in der Nähe. Nicht jeder kann direkt nach St.Gallen fahren und den Krankenwagen selbst zahlen. Was hat man also noch für Möglichkeiten, schliesst dieses Spital ebenfalls?»


Yasmin Tauber, 18, Wattwil

Yasmin Tauber, 18, Wattwil

«Man braucht ein Spital in der Nähe für dringende Fälle. Als junge Mutter musste ich mit meinem Kind nach Wil ins Spital, da es keinen passenden Kinderarzt in Wattwil gab. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass es in der Region eine gute ärztliche Versorgung für Kinder gibt.»

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