Hundertjähriges Bild ist der Blickfang im renovierten Saal der «Krone» in Ennetbühl

Der Saal im Restaurant Krone in Ennetbühl erstrahlt in neuer Frische. Beim legten die Wirtsleute Elsbeth und Köbi Oertle Wert auf Bewährtes. So wurde ein Wandbild, gemalt im Jahre 1920 von Jakob Hinterberger, besonders in Szene gesetzt.

Sabine Camedda
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Sandro Schmid und Christoph Stolz von der Schreinerei Stolz überreichen im renovierten Saal den Wirtsleuten Elsbeth und Köbi Oertle (von links) ein Holzbrett.

Sandro Schmid und Christoph Stolz von der Schreinerei Stolz überreichen im renovierten Saal den Wirtsleuten Elsbeth und Köbi Oertle (von links) ein Holzbrett.

Bild: Sabine Camedda

Die aktuelle Lage ist nicht einfach für Gastronomen. Dennoch entschieden sich Elsbeth und Köbi Oertle, Wirtsleute im Gasthaus Krone in Ennetbühl, den Saal zu renovieren. «Wir haben die Idee schon länger im Kopf herumgetragen. Trotz Corona haben wir uns für das Bauprojekt entschieden und sind überzeugt, dass wir damit das Richtige gemacht haben», sagt Köbi Oertle.

Die Planung und der grösste Teil der Handwerksarbeiten übernahm die Schreinerei Stolz in Unterwasser. «Wir wussten, dass diese Firma schon mehr in Gastronomiebetrieben in der Region tätig war», sagt Köbi Oertle und seine Frau Elsbeth ergänzt:

«Wir haben schnell gemerkt, dass wir an der richtigen Adresse waren. Die Chemie hat sofort gestimmt.»

Neue Decke und neue Wände, dafür alter Boden

Projektleiter Sandro Schmid hat den Oertles anhand eines 3D-Zeichnungsprogramms gezeigt, wie der neue Saal aussehen könnte. Einige Ideen sind sofort aufgenommen worden, bei anderen musste nachjustiert werden. Es habe Spontaneität von allen gebraucht, sagt Köbi Oertle.

Wirtsleute in vierter Generation

Das Gebäude der «Krone» in Ennetbühl wird auf rund 280 Jahre geschätzt. 1888 kaufte die Familie Andreas und Marie Hinterberger-Lusti die Liegenschaft aus einem Konkurs. Damals gab es im Gebäude ein Stickgeschäft mit zwei Stickmaschinen und ein Lädeli, in welchem selbstgemachte Schuhe verkauft wurden. Das angebaute Sticklokal war vermietet, hinter dem Haus gab es einen Pferdestall.

1928 übernahm Sohn Walter die «Krone» und renovierte das Haus ein Jahr später. Dabei wurde das Sticklokal in einen Saal umgebaut. Im ersten Stock wurden zudem Gästezimmer eingerichtet. 1989 erfolgte unter Werner und Marie Hinterberger eine Totalrenovation des Restaurants, der WC-Anlage und der Küche.

2013 übernahmen die heutigen Wirtsleute Elsbeth und Köbi Oertle-Hinterberger die «Krone» in Ennetbühl in vierter Generation. 

www.krone-ennetbuehl.ch

Sie hätten bei der alten Bausubstanz nicht gewusst, was sie erwartet. Die Handwerker seien aber mit sehr viel Herzblut dabei gewesen. «Uns war es wichtig, einen modernen Saal mit neuem Mobiliar zu haben, der aber dennoch den Charme des alten behält und in dem sich die Gäste heimelig fühlen», betont Elsbeth Oertle.

Für sie war es beispielsweise klar, dass der Holzboden beibehalten werden soll. Punkto Dämmung, Heizung und Beleuchtung war der Handlungsbedarf aber klar gegeben. «Bei der Arbeit im rund 180-jährigen Teil des Gebäudes sind wir auf gute Handwerksqualität gestossen», sagt Sandro Schmid.

Es habe trotzdem auch Momente gegeben, die ihn zum Staunen gebracht haben. Die alte Decke sei durchgehend freihängend gewesen, was die Träger sehr strapaziert habe. «Wir haben die Decke nun stabilisiert», erklärt er und lässt seinen Blick anerkennend über die weissen Wände streifen.

Antikes Wandbild besser in Szene gesetzt

Für Elsbeth und Köbi Oertle war auch klar, dass das grosse Wandgemälde im Saal bestehen bleiben muss. «Das hat Jakob Hinterberger, der Bruder meines Urgrossvaters im Jahre 1920 gemalt», erklärt die Wirtin.

Sandro Schmid war erstaunt, dass die Leinwände auf die alte Täferung befestigt worden ist. «Wir mussten sie zuerst einmal sorgfältig wegnehmen», erzählt er. Nach einer Reinigung wurden sie wieder im Saal aufgehängt. «Sie kommen jetzt sehr gut zur Geltung», freut sich Elsbeth Oertle. Sie hat beobachtet, dass viele Gäste die Bilder genau anschauen.