Mosnanger Gemeinderat antwortet auf offenen Brief: «Hofwis» soll im Zentrum stehen

Die Gemeinde geht im Mitteilungsblatt auf den offenen Brief von 15 Personen ein, die sich für den Verbleib Mosnangs im «Solino»-Zweckverband ausgesprochen haben.

Ruben Schönenberger
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Bleiben die Betten in der Hofwis vermehrt leer, wenn sich die Gemeinde Mosnang weiter am Solino-Zweckverband beteiligt? (Bild: PD)

Bleiben die Betten in der Hofwis vermehrt leer, wenn sich die Gemeinde Mosnang weiter am Solino-Zweckverband beteiligt? (Bild: PD)

Der geplante Austritt der Gemeinde Mosnang aus dem Zweckverband des Regionalen Seniorenzentrums Solino wirft weiterhin Wellen. Nachdem eine Gruppe von Mosnangern mit einem offenen Brief an den Gemeinderat gelangte, hat dieser an der letzten Sitzung des Gremiums noch einmal über das Anliegen diskutiert. Der Rat hält jedoch an seiner Entscheidung fest und begründet das im Mitteilungsblatt von gestern Freitag in sechs Punkten.

Im Zentrum steht das eigene Alters- und Pflegeheim Hofwis. Dieses wurde erst gerade saniert und ergänzt. Grundlage dafür war eine Abstimmung am 15. November 2015. Das deutliche Ja damals – 77 Prozent der Bevölkerung stimmten dem Vorhaben zu – deutet der Gemeinderat als Zeichen dafür, dass dieses in erster Linie für die Mosnanger Einwohnerinnen und Einwohner zur Verfügung stehen soll.

Im Fokus liegt das eigene Heim

In diesem habe es gemäss aktuellen Planungen auch bis ins Jahr 2035 genügend Pflegeplätze, um den Bedarf selber abzudecken. Eine weitere Beteiligung am Zweckverband Solino würde auch die Entwicklung der «Hofwis» gefährden, schreibt die Gemeinde weiter. Man wolle nicht das «Solino» und die «Hofwis» gegeneinander ausspielen, aber im Fokus der Strategieentwicklung läge für die Gemeinde nun mal das eigene Pflegeheim, sagt der Mosnanger Gemeindepräsident Renato Truniger.

Der Gemeinderat stellt seinen Entscheid zudem in einen grösseren Rahmen. Die Politik wolle bewusst eine Entwicklung hin zu mehr ambulanter Versorgung fördern. «Konkret: Der Bedarf an stationären Pflegebetten wird abnehmen», schreibt die Gemeinde im Mitteilungsblatt. Zudem entstünden neue Wohnformen, sogenannte intermediäre Strukturen, die an Bedeutung gewinnen würden. Truniger sagt weiter:

«Ich gebe aber zu, dass mir die Kommunikation nicht optimal gelungen ist.»

Aufgrund der Diskussion im Gemeinderat habe er nicht damit gerechnet, dass das Geschäft so hohe Wellen schlagen würde. «In der Regel geben die einzelnen Gemeinderäte das Stimmungsbild der Gemeinde relativ gut wider», zeigt sich der Gemeindepräsident überrascht.

Am Informationsanlass dürfte es Fragen geben

Der Gemeinderat will nun die Kündigungsmodalitäten aushandeln. Die Kündigungsfrist betrage drei Jahre, schreibt die Gemeinde. Der Entscheid obliegt allerdings der Bürgerversammlung vom 25. März. Im Januar will die Gemeinde zudem einen Informationsanlass durchführen. Dort sollen unter anderem auch die «Verlustängste» thematisiert werden, so zum Beispiel ein möglicher Auftragsrückgang für das Mosanger Gewerbe für Arbeiten im «Solino».

An der Informationsveranstaltung dürfte es durchaus zu kritischen Wortmeldungen kommen. Ruben Schuler, Präsident der FDP Mosnang und Koordinator des offenen Briefs, sagt: «Der Gemeinderat verpasst es, die Nachteile bei einem Verbleib im Zweckverband aufzuzeigen.» Zwar seien die Aussagen des Gemeinderats nicht per se falsch, sie begründeten aber die Notwendigkeit des Ausstiegs nicht. Schuler findet, der Gemeinderat gebe die Vorteile einer Mitgliedschaft im Zweckverband leichtfertig aus der Hand.

«Diese Mosnang-First-Politik zu Lasten pflegebedürftiger Mosnangerinnen und Mosnanger ist fragwürdig.»

Erstaunt sei er zudem, dass das Argument der nicht mehr zeitgemässen Organisationsform nicht mehr auftauche. Das sei in der ersten Mitteilung noch ein wichtiger Teil der Argumentation gewesen. Gelten lassen würde er diese Sichtweise aber so oder so nicht: «Wenn die Organisationsform angepasst werden müsste, wäre es ja erst recht sinnvoller, im Verband zu bleiben und diesen von innen zu verändern.»