«Historische Chance»: SP bläst zum Grossangriff auf den Kirchberger Gemeinderat

Gleich mit zwei Kandidierenden wollen die Sozialdemokraten in den Kirchberger Gemeinderat einziehen.

Ruben Schönenberger
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Von null auf zwei: Stefan Diener und Nadja Bösiger wollen für die SP in den Kirchberger Gemeinderat einziehen.

Von null auf zwei: Stefan Diener und Nadja Bösiger wollen für die SP in den Kirchberger Gemeinderat einziehen.

Bild: Ruben Schönenberger

Noch stehen die Kantonsratswahlen vom 8. März im Fokus der Politik. Trotzdem denkt die SP Alttoggenburg schon an die Kommunalwahlen vom Herbst.

Die Partei geht davon aus, dass dann zwei Sitze im Kirchberger Gemeinderat frei werden. Und gleich beide Sitze – so es denn tatsächlich zwei werden, bekannt ist erst, dass Ueli Hui (FDP) nicht mehr antritt – will die Partei gewinnen.

Präsident sieht eine «historische Chance»

Es ist eine mutige Strategie, die sich die Sozialdemokraten zurecht gelegt haben. Bisher ist die Partei im Kirchberger Gemeinderat gar nicht vertreten. Ob das Vorgehen richtig ist, war an der Hauptversammlung vom Donnerstagabend im Kirchberger «Toggenburgerhof» denn auch Thema. «Die Stimmen könnten sich auf unsere beiden Kandidierenden aufteilen», war eine Befürchtung. Doch der Optimismus überwog deutlich. «Es ist eine historische Chance», sagte beispielsweise Parteipräsident Stefan Diener. Er spüre eine Unzufriedenheit in der Gemeinde.

«Es könnte der Moment sein, zwei Kandidierende in den Gemeinderat zu bringen.»

Der Entscheid fiel schliesslich einstimmig: Die Partei will im Herbst zwei Sitze erobern. Den Angriff siegreich gestalten sollen Nadja Bösiger und Stefan Diener. Beide kandidieren aktuell auch für den Kantonsrat. Sie seien ein gutes Duo, sagten beide. Auch die Themen, in denen sich die beiden am kompetentesten sehen, würden sich gut ergänzen.

Bösiger bringt Erfahrung aus der Wirtschaft und dem Tourismus mit. Sie hat die Tourismusfachhochschule absolviert und arbeitet heute im Grosshandel. Sie ist in Kirchberg aufgewachsen und lebt heute mit ihrer Familie auch wieder in der Gemeinde. Diener ist Doktor der Naturwissenschaften und Biologe, entsprechend sind ihm unter anderem Umweltthemen wichtig.

Durchschnittsalter des Vorstands sinkt deutlich

Auch im Parteivorstand werden die beiden künftig zusammensitzen. Diener ist bereits seit Herbst 2016 Präsident, Bösiger wurde am Donnerstag neu in den Vorstand gewählt. Neben ihr nimmt auch Barbara Erni neu Einsitz. Die HSG-Absolventin wohnt mit ihrer Familie in Lütisburg und arbeitet bei der Staatskanzlei des Kantons Thurgau. Davor hatte sie beim Bund gearbeitet. Die Ersatzwahlen in den Vorstand wurden nötig, weil mit Trudi Schönenberger-Hofmann, Balz Wielatt und Enzo Fuschini gleich drei bisherige Mitglieder zurücktraten. Diener verdankte die langjährige Mitarbeit der drei Zurücktretenden, insbesondere seiner Vorgängerin Schönenbergerger-Hofmann. Sie sei seine Mentorin gewesen, die ihn auf das Amt vorbereitet habe.

Mit den neuen Vorstandsmitgliedern will die Partei in die Aufbruchsphase kommen, die auf die Konsolidierung und den Wissenstransfer folge. Den Aufbruch symbolisieren dürfte auch das Durchschnittsalter. Durch die Rochaden sinkt dieses von 52 auf 40 Jahre.

Erneuerbare fördern, statt Steuern senken

Mit diesem Vorstand und den rund 50 Mitgliedern will die Sektion auch in den anderen Alttoggenburger Gemeinden etwas bewegen. Diskutiert wurde an der HV insbesondere über mögliche Anträge an den Bürgerversammlungen, statt Steuersenkungen Geld in Fördermassnahmen für erneuerbare Energien zu investieren.

Das passte auch zum Programm nach der eigentlichen HV. Die Mitglieder der SP-Sektion liessen sich von Joel Müller und Aline Geisser über die Klimagruppe Wattwil und die Klimakrise generell informieren. «Es ist keine Problematik, die erst kommt. Sie ist schon da», sagte Geisser.