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Damals: Heute Vita-Parcours, früher Kloster

Das "Toggenburger Tagblatt" veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?
Überreste des Pannereggklosters: Oberin Schwester Andrea zeigte vor zehn Jahren das Modell. (Bild: PD)

Überreste des Pannereggklosters: Oberin Schwester Andrea zeigte vor zehn Jahren das Modell. (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

24. Juli: Obertoggenburg. In Anbetracht der immer mehr um sich greifenden «Grippe» (in Stein hat sich die Ueberführung zweier Erkrankter ins Krankenhaus Wattwil als notwendig erwiesen) hat das Ortskomitee von Nesslau beschlossen, die Durchführung des Armeetages zu verschieben.

24. Juli: Wattwil. Während bisher nur einige leichte Fälle von «Grippe» bekannt, und auch unter diesen diese Krankheit nicht durchwegs mit Sicherheit konstatiert werden konnte, hat dieser gefürchtete Würgengel an der Peripherie unserer Gemeinde, im hinteren Gurtberg, eine Familie in tiefes Leid gestürzt. Der im 20. Altersjahr stehende, hoffnungsvolle Sohn ist am 3. Juli in die Rekrutenschule in Chur eingetreten. Vor einigen Tagen wurde er von der Krankheit ergriffen und in den Spital nach Walen- stadt überführt, wo er sein junges Leben aushauchte.

24. Juli: Alt St. Johann. Das 18-jährige Fräulein Alice begab sich in Begleitung einer Gruppe Wandervögel von Zürich nach dem Schwendisee, ins Churfirstengebiet, wo letztere eine Hütte gemietet haben. Von hier aus trennte sie sich um ca. 7 Uhr von der Gesellschaft, um in Begleitung eines Touristen in der Umgebung am Gamserruck Alpenrosen zu pflügen. Die beiden verstiegen sich jedoch in der ihnen gänzlich unbekannten Gegend, dazu zog ein drohendes Gewitter auf und erschwerte ihnen die Orientierung. Plötzlich glitt das Fräulein vor ihrem Begleiter, der ihr eben noch warnend zurief, auf einem Rasenband aus und stürzte vor seinen Augen über eine hohe Felswand hinunter. Der junge Mann schrie um Hilfe, und als diese eintraf, fand man die Verunglückte mit gebrochenen Gliedern auf einer Gröllhalde. Unter schwierigen Umständen transportierte man die Schwerverletzte ins Gasthaus Alpenrösli am Schwendisee, wo man kurz vor Mitternacht eintraf. Dort verschied die Unglückliche alsbald. Mangelhafte Ausrüstung, das Fräulein soll mit Sandalen beschuht gewesen sein, soll das Unglück mitverschuldet haben. Der Fall ist um so trauriger, als die Verunglückte die einzige Tochter der verwitweten Frau Oberst Waldmeier in Zürich war.

Vor 50 Jahren

22. Juli: Krinau. Das neue Patendorf der Organisation «Patenschaft für bedrängte Berggemeinden» ist Krinau. Das auf 810 Meter gelegene, mit einer guten, neuen Fahrstrasse nach Lichtensteig verbundene Gemeinwesen zählt heute 275 Einwohner. Vor hundert Jahren waren es noch 450! Von eigentlicher Armut der Grosszahl der Einwohner kann nicht gesprochen werden. Doch lastet unter anderem noch eine Schuld von einer Viertelmillion Franken an den Bau der 4,2 Kilometer langen Fahrstrasse nach Lichtensteig auf der Gemeinde. Was die Übernahme der Patenschaft veranlasst hat, ist die Dringlichkeit eines Verbindungssträsschens nach fünf angelegenen Höfen, die zusammen 27 Einwohner zählen. Ohne einen solchen Weg ist die Bewirtschaftung dieser Gebiete in der Zukunft kaum mehr möglich. Das Vorprojekt sieht Kosten von etwa 350 000 Franken vor. Auch andere kostspielige Bauprojekte schweben noch drohend, aber unangetastet, über der Gemeinde Krinau. Grund genug, die Dauerhilfe einer Patenschaft zu mobilisieren.

Vor 20 Jahren

20. Juli: Mosnang. Das neue Berggasthaus Chrüzegg wurde eröffnet. Dieser Anlass war Grund, dass viele Wanderfreudige die Chrüzegg aufsuchten. Bekanntlich kann man die Chrüzegg nur auf den Wanderwegen erreichen. Über zwanzig Wanderrouten führen von verschiedenen Ausgangspunkten zu diesem schönen Aussichtspunkt.

23. Juli: Toggenburg. Grosseinsatz für die SAK-Monteure. Bis zum 10. August wird das gesamte Mittelspannungsnetz der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK) zwischen Lichtensteig und Wildhaus von 10 000 auf 20 000 Volt umgeschaltet. Durch die höhere Spannung können Übertragungsverluste massiv gesenkt werden. Die Umschaltung kann jedoch nicht ohne Unterbruch der Elektrizitätsversorgung ausgeführt werden. Für den einzelnen Kunden beschränkt sich der Unterbruch aber auf eine bis zwei Stunden. Die Vorbereitungen dauerten mehrere Jahre.

23. Juli: Ganterschwil. Gemeindeammann Otmar Gerschwiler stellt klar und stützt sich auf vorhandene Forschungsergebnisse: «Es gab kein zweites Bruedertöbeli.» Auf dem Weg zur ehemaligen Bruderklause im Bruedertöbeli-Wald in Ganterschwil steht heute die «Gedenkstätte Brudertobel».

Vor 10 Jahren

22. Juli: Wattwil. Wo heute die Läufer über den Vita-Parcours hetzen, lag bis 1620 das Vorgänger-Kloster von St. Maria der Engel. Das Waldkloster Panneregg brannte 1620 nieder. Ein Modell der Klosterruine steht im Pächterhaus des heutigen Klosters. Drei Meter lang und ein Meter breit ist das Modell. Das Panner-egg-Modell liegt auf einem grossen Tisch des Panneregg-Zimmers im Estrich des Pächterhauses von St. Maria der Engel oberhalb Wattwil. In den Vitrinen liegen Fundstücke der Ausgrabungen in den 1940er-Jahren: Scherben, eine Münze, ein Türschloss. Man sieht die Grundmauern der Kapelle und des Wohnhauses. Die Spinnweben verraten: Besuch kommt kaum je hierher, von daher müsste das ganze Zimmer wohl im Toggenburger Museum stehen.

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