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Auch beim Wandern dominiert das Thema Wasserknappheit

Bei der Wanderung des Alpwirtschaftlichen Vereins Toggenburg, an der rund 120 Personen teilnahmen, war vor allem ein Thema präsent. Das Wasser, respektive das Fehlen dieses kostbaren Gutes betrifft nämlich hauptsächlich die Bauern und Älpler.
Beatrice Bollhalder
In lockeren Gruppen wanderten die Teilnehmer von Alp zu Alp. (Bild: Beatrice Bollhalder)

In lockeren Gruppen wanderten die Teilnehmer von Alp zu Alp. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Für den Vorstand des Vereins war es in diesem Jahr leicht eine Wanderung anzusagen, über ein Verschiebedatum musste gar nicht erst diskutiert werden, da es einfach praktisch immer schön ist. Kein Wunder also, dass sich am Dienstag mehr als hundert Alp- und Wanderfreunde, wie Präsident Thomas Bohl sie willkommen hiess, im Nestel in Ebnat-Kappel zur alljährlichen Wanderung trafen.

Das Wandergebiet wird jährlich gewechselt, nicht aber die Aktivität. Man wandert nämlich von Alp zu Alp und lässt sich jeweils über Grösse, Bestossung oder Eigenheiten dieser orientieren. Diesmal liess kaum einer den Ausschank der Getränke links liegen, denn wegen der herrschenden Temperaturen blieb der Durst nicht aus.

Weidegeld auf «Chüeboden»

Rund eine halbe Stunde nach Wanderbeginn fand man sich auf der Alp Chüeboden ein. Hans Brunner stellte die Alp, auf der er angestellt ist, mit der Erzählung einiger lustiger Begebenheiten vor. Er erwähnte unter anderem, wie früher die Transporte vonstatten gingen, als es noch keine Zufahrtsstrasse nach «Chüeboden» gab. Die Tatsache, dass hier die Tiere noch gemessen werden und nach deren zunehmendem Bauchumfang Weidegeld abgerechnet wird, erstaunte doch so manchen der Anwesenden.

Querfeldein und durch ein kleines Wäldchen wurde schliesslich die Alp Gubel erreicht. Dort konnten die Wanderer den neuen Alpstall mit Hüttli der Familie Alder bewundern. Dieser wurde nötig, nachdem eine Kontrolle diverse Beanstandungen zu Tage brachte. Alders, die die Alp schon in der fünften Generation bewirtschaften, haben schliesslich eine Zufahrtsstrasse errichtet, auf der bei gutem Wetter sogar ein Lastwagen Material liefern konnte. Das benötigte Holz allerdings wurde gleich vor Ort geschlagen und weiterverarbeitet.

Die Gebäude der Alp Gubel wurden bestaunt. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Die Gebäude der Alp Gubel wurden bestaunt. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Nach dieser Besichtigung ging es Richtung Höhenweg und auf diesem in zügigem Tempo Richtung Berghaus Tanzboden, denn die Wanderer hatten inzwischen Hunger bekommen. Mit dem obligaten Schüblig mit Kartoffelsalat wurden die kleinen und grossen Alpwanderer verköstigt. Und wie immer liessen sich auch diesmal wieder drei Nachwuchsmusiker – in diesem Fall waren es drei Mädchen – finden, die für die musikalische Unterhaltung sorgten. Auch wenn an diesem Tag die Fernsicht nicht optimal war, wurde doch die Aussicht sowohl ins Toggenburg, wie auch ins Gasterland genossen.

Trotz guter Versorgung sind Bauern besorgt

Und natürlich wurde rege diskutiert – vor allem über das fehlende Wasser. In den letzten Jahren hat man zwar auf vielen Alpen sowohl den Zufahrtsstrassen wie auch der Wasserversorgung ein besonderes Augenmerk geschenkt, aber trotzdem sehen viele Bauern etwas besorgt zum wolkenlosen Himmel. Vielerorts tröpfelt zwar noch etwas Wasser aus der Brunnenleitung, aber die Weideflächen werden zunehmend gelber. Dort wo saftiges grünes Gras spriessen sollte, stehen noch ein paar harte Halme. Ob das Futter die rund hundert Tage, während denen die meisten Alpen bestossen werden, ausreichen wird, ist fraglich.

Auch auf dem Abstieg Richtung Oberes Abschlagen, fiel der Blick auf Alpweiden, die ein paar Regentage vertragen könnten. Aber auch hier verriet Alpmeister Walter Hilpertshauser, dass man auf den Alpen, die früher der Schul- und heute der politischen Gemeinde Ebnat-Kappel gehören, wenigstens noch Wasser habe, um die Tiere zu tränken.

Bis vor Kurzem noch Käse hergestellt

Das letzte Ziel der Wanderung hiess Oberes Abschlagen. Der ebenfalls erst vor kurzem erstellte Alpstall mit Hüttli gehört der Familie von Sepp und Erika Egli aus Krummenau. 19 Mutterkühe, deren Nachwuchs sowie ein paar Ziegen weiden hier auf knapp 1300 Meter über Meer. Eglis Vater sei seit 1974 auf diese Alp «gefahren» und habe hier früher Kühe gemolken, konnte man erfahren. Seit elf Jahren ist die junge Familie nun dafür verantwortlich und hat bis vor zwei Jahren sogar noch auf der Alp gekäst.

Nicht mehr erfüllte Gewässer- und Tierschutzvorschriften, aber auch kein Interesse der Eigentümer Geld zu investieren, haben dazu geführt, dass Familie Egli die Alp vor drei Jahren kaufen konnte. Auch hier musste vor dem Bau des neuen Stalles erst die Zufahrtsstrasse optimiert werden. Nun haben aber die Eglis einen Stall und ein Hüttli, die ihnen die Arbeit und das Verweilen auf der Alp in den kommenden Jahren etwas erleichtern dürften. Die angeregte Unterhaltung vor diesem Gebäude wurde von einigen Teilnehmern der Alpwanderung noch nicht so schnell abgebrochen, denn man hatte ja Zeit. Heu und Emd waren dank des schönen Wetters in diesem Jahr in kurzer Zeit eingebracht worden.

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