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Hemberger Veloprofi hat intakte WM-Chancen

Patrick Schelling aus Hemberg gehört nach Silber an der nationalen Meisterschaft zu den Schweizer WM-Kandidaten. An der Österreich-Rundfahrt könnte er den nächsten Karrieren-Schritt einleiten.
Urs Huwyler
Patrick Schelling will sich für die WM empfehlen. (Bild: Urs Huwyler)

Patrick Schelling will sich für die WM empfehlen. (Bild: Urs Huwyler)

Wenn am Samstag die Österreich-Rundfahrt startet, ist auch der Hemberger Veloprofi Patrick Schelling wieder mit dabei. Vor Jahresfrist wollte er sich dort bei den Managern der weltbesten Mannschaften empfehlen. Dafür hätte es einen Exploit gebraucht. Rang 14 reichte jedoch nicht, nachdem er ein Jahr zuvor als Dritter im Gesamtklassement noch auf dem Podest gestanden hatte.

Also unterschrieb der Bergspezialist für eine weitere Saison beim Continental-Team Vorarlberg, einer internationalen Sportgruppe der drittobersten Profistufe. Wenn er mit diesem gegen die besten Veloprofis fährt, ist das in etwa so, als träfe er mit dem FC Wil auf Borussia Mönchengladbach.

Bekannte und doch neue Ausgangslage

Wieder steigt Patrick Schelling am Samstag in Feldkirch mit der Zielsetzung in die Rundfahrt, eine Etappe zu gewinnen und sich gegen die Profis aus vier World-Tour- und neun Pro-Continental-Teams behaupten zu können. Visconti, Cataldo, Lutsenko, Weening, Modolo, Gasparotto oder Mohoric sind Weltklasse-Athleten. «Meine Form stimmt, seit einigen Wochen passen auch die Resultate», zeigt das Leichtgewicht (61kg bei 173cm Grösse) keine Scheu vor grossen Namen.

Es gibt aber auch einen bedeutenden Unterschied zum Vorjahr. Schelling hat zwei Etappen der Tour de Savoie gewonnen und wurde Zweiter im Punkteklassement. Er beendete die Oberösterreich-Rundfahrt auf Position drei, brillierte an der Schweizermeisterschaft in Schneisingen mit Platz fünf im Zeitfahren und einem Solo-Vorstoss auf der Strasse. In der Berichterstattung von SRF kam Patrick Schelling zwar seltsamerweise nicht vor, aber er wurde unter den Augen seiner Eltern eine Sekunde hinter Steve Morabito Zweiter.

Schelling könnte zur WM fahren

Bei der Zusammenstellung der Kader für 2019 wissen die Verantwortlichen nun (wieder), dass es im Toggenburg einen schnellen Velofahrer gibt. Dieser könnte zu jenem Sextett gehören, welche die Schweiz an der WM in Innsbruck vertritt.

«Meine Chancen sind intakt, nachdem es sich um einen Parcours mit vielen Aufstiegen handelt.»

«Erste Gespräche mit Nationaltrainer Danilo Hondo stimmen mich zuversichtlich. Wichtig ist, dass ich weiterhin meine Leistungen abrufen kann», beschreibt Schelling die Ausgangslage.

Die Basis für die bisher erfolgreichste Saison als Profi scheint gelegt, obwohl sich die Infrastruktur und das Umfeld nicht mit jenem der 18 World-Tour-Equipen oder den Pro-Continental-Sportgruppen vergleichen lässt. «Wir müssen mit vergleichsweise minimalen Möglichkeiten das Maximum herausholen, können bei wenigen hochkarätigen Rennen starten», sagt der 28-Jährige. «Es dauert deshalb länger, bis wir jeweils den Rennrhythmus finden.»

Schelling, dessen grosses Potenzial in der Szene seit Jahren immer wieder genannt wird, hat sich nach einer schwierigen Zeit bei IAM (World-Tour-Team) unter der sportlichen Leitung von Marcello Albasini die geschützte Rolle als Leader und die Wertschätzung der Kollegen erarbeitet. «Wir sind insgesamt stärker als im vergangenen Jahr, haben uns weiterentwickelt. Auch an der Schweizer Meisterschaft ist uns diese Bestätigung geglückt. Andere Mannschaften hatten mehr Mühe mit der Organisation.»

Drei Etappen sind ausschlaggebend

Auf den österreichischen Strassen könnte für den Bäcker-/Konditor-Sohn der nächste Karrieren-Schritt folgen. An der Tour durch Österreich werden die dritte, vierte und fünfte Etappe ausschlaggebend sein. Dann geht es auf das Kitzbüheler Horn und den Grossglockner.

«Ich werde versuchen, offensiv zu fahren, etwas zu riskieren. Ehrenvolle Klassierungen bringen mich nicht weiter.»

Sollte sich danach ein neuer Arbeitgeber bei Patrick Schelling melden, würde er das Angebot prüfen. «Sofern es sich um ein Pro-Continental-Team handeln würde. Mir gefällt es bei Vorarlberg, aber bei einem sportlichen Aufstieg wäre wohl ein Wechsel angezeigt», sagt der bei seiner Freundin in Rüti lebende Profi vor den entscheidenden Wochen. Fussballerisch gesprochen würde er nach einem solchen Wechsel mit dem FC St. Gallen gegen Mönchengladbach spielen.

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